Filmtheorie zur Einführung
Kinostart:
01.01.2004
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Film und Körper
Das Verhältnis des Films zum Zuschauerkörper steht im Mittelpunkt der Einführung in die Filmtheorie von Thomas Elsaesser und Malte Hagener. Es ist ein siebenstufiges Modell entstanden, das keinen Anspruch erhebt, eine Geschichte des Films oder der Filmtheorie nachzuzeichnen. Jedes Kapitel öffnet mit einer paradigmatischen Filmszene, anhand welcher sich die jeweilige Filmtheorie diskutieren lässt. So erhält der Leser die Möglichkeit mit dem Film nachzudenken.
Anhand von Alfred Hitchcocks Rear Window wird die Einfassung des Filmbildes als grundlegendes Element diskutiert. Realistische (André Bazin) und formalistische (David Bordwell) Positionen ähneln sich häufiger als angenommen, so argumentieren die Autoren. Die Wahrnehmung sei auf den Augensinn reduziert. Hier knüpft das zweite Kapitel an und beschäftigt sich mit der Frage der Einbeziehung des Zuschauers in die filmische Erzählung. In Anlehnung an Michail Bachtin und des (Post-) Strukturalismus wird das Verhältnis Zuschauer/Film dialogisch betrachtet. Spiegel und Gesicht gehören zum reflexiven Potenzial des Kinos. Hauptsächlich in den 70er Jahren entstanden in der Filmtheorie Positionen, die stark von Jaques Lacans und Michel Foucaults Theorien beeinflusst seien. Insbesondere die feministische Filmtheorie sei hier zu nennen. Die Begegnung mit dem Anderen, die das Ferne nahe bringe, wird im fünften Kapitel thematisiert.
Die Haut als Wahrnehmungsorgan und die Verletzlichkeit des Körpers werden im Bezug auf Horror- und Slasherfilme diskutiert. Ebenfalls den Körper als zentrales Element der Wahrnehmung betrachten Theorien, die den Akzent stärker auf das Ohr und den Raum legen. Der Zuschauer sei ein Körperwesen, das akustisch in die Textur des Films eingewoben werde. Gilles Deleuzes' These "Das Gehirn ist die Leinwand" liegen zahlreichen Filmen der letzten 15 Jahre zugrunde.
Das von den Autoren diskutierte Paradigma von Körper und Wahrnehmung ist nicht nur Hilfsmittel und ästhetische Metapher, sondern auch Anschauungsmaterial für die theoretischen Positionen. Thomas Elsaesseer und Malte Hagener ist es gelungen, die über hundertjährige Geschichte der Filmtheorie auf den Punkt zu bringen und mit Filmbeispielen verständlich zu machen. Filmtheorie zur Einführung ist ein Standardwerk für jeden Filmstudenten.
(Markus Fritsch)
Anhand von Alfred Hitchcocks Rear Window wird die Einfassung des Filmbildes als grundlegendes Element diskutiert. Realistische (André Bazin) und formalistische (David Bordwell) Positionen ähneln sich häufiger als angenommen, so argumentieren die Autoren. Die Wahrnehmung sei auf den Augensinn reduziert. Hier knüpft das zweite Kapitel an und beschäftigt sich mit der Frage der Einbeziehung des Zuschauers in die filmische Erzählung. In Anlehnung an Michail Bachtin und des (Post-) Strukturalismus wird das Verhältnis Zuschauer/Film dialogisch betrachtet. Spiegel und Gesicht gehören zum reflexiven Potenzial des Kinos. Hauptsächlich in den 70er Jahren entstanden in der Filmtheorie Positionen, die stark von Jaques Lacans und Michel Foucaults Theorien beeinflusst seien. Insbesondere die feministische Filmtheorie sei hier zu nennen. Die Begegnung mit dem Anderen, die das Ferne nahe bringe, wird im fünften Kapitel thematisiert.
Die Haut als Wahrnehmungsorgan und die Verletzlichkeit des Körpers werden im Bezug auf Horror- und Slasherfilme diskutiert. Ebenfalls den Körper als zentrales Element der Wahrnehmung betrachten Theorien, die den Akzent stärker auf das Ohr und den Raum legen. Der Zuschauer sei ein Körperwesen, das akustisch in die Textur des Films eingewoben werde. Gilles Deleuzes' These "Das Gehirn ist die Leinwand" liegen zahlreichen Filmen der letzten 15 Jahre zugrunde.
Das von den Autoren diskutierte Paradigma von Körper und Wahrnehmung ist nicht nur Hilfsmittel und ästhetische Metapher, sondern auch Anschauungsmaterial für die theoretischen Positionen. Thomas Elsaesseer und Malte Hagener ist es gelungen, die über hundertjährige Geschichte der Filmtheorie auf den Punkt zu bringen und mit Filmbeispielen verständlich zu machen. Filmtheorie zur Einführung ist ein Standardwerk für jeden Filmstudenten.
(Markus Fritsch)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Filmtheorie zur Einführung
Autor:
Malte Hagener, Thomas Elsaesser
Erscheinungsort:
Hamburg
Erscheinungsdatum:
2007
Seiten:
247
Verlag:
Junius Verlag GmbH
ISBN:
978-3-88506-621-7
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