Das Genre noir beginnt mit Jean Renoir
Der Film noir, so heißt es etwa im Standardwerk Film verstehen, sei "ein Genre des Hollywood-Films der vierziger und fünfziger Jahre". Nach dieser engen Definition des Noir gilt nur eine überschaubare Anzahl amerikanischer Filme, die meistens mit John Hustons Die Spur des Falken / The Maltese Falcon von 1941 begonnen wird und mit Orson Welles' Im Zeichen des Bösen / Touch of Evil von 1958 endet, als fixer Korpus der schwarzen Reihe.
Norbert Grob, der Herausgeber des vorliegenden Bandes in der Reclam-Reihe Filmgenres, versteht den Noir jedoch nicht als bereits in den fünfziger Jahren abgeschlossenen Epochenstil, sondern als ein Genre, das sich bis heute weiterentwickelt. Grob folgt darin James Naremore, der in seinem Buch More than Night von 1998 den Noir ein "internationales Genre" nannte. "Die künstlerische Lust am Spiel mit schwarzen Geschichten und schwarzen Formen", so Grob, habe bis heute nicht nachgelassen, "die Neigung zu expressiven Formen, düsteren Bildern, bizarren Stilisierungen hielt an."
Geschichten von Männern am Rande des Nervenzusammenbruchs, deren Tun unweigerlich in Katastrophen, Fehltritten und Niederlagen endet, Erzählungen von einer Welt voller Bosheiten, Hinterhalte, Täuschungen und Intrigen, pessimistische, zynische oder nihilistische Sichtweisen auf diese Welt, findet man tatsächlich im Kino seit den zwanziger Jahren und sie werden bis heute gedreht, denkt man zum Beispiel an neuere Filme wie Memento (2000), 36 - Tödliche Rivalen / 36 Quai des Orfèvres (2004) oder A History of Violence / History of Violence (2005).
Filmgenres: Film noir findet über den klassischen Kanon hinaus viele weitere Filme mit ähnlichen Charakteristika. Im Atmosphärischen, im Stilistischen, im Motivischen wie im Thematischen. In den sechziger und siebziger Jahren als Hommage an die Noirs der klassischen Phase, in den achtziger Jahren als Variation und Zitat und später als Erinnerung und Neubelebung.
Entsprechend reichen die einzelnen, interessanten Beiträge im Buch über die Filme, die nun den Noirs zugerechnet werden, von Jean Renoirs Die Hündin / La Chienne (1931) bis zu Sydney Lumets Tödliche Entscheidung / Before the Devil knows you're dead von 2007.
(Stefan Otto)
Norbert Grob, der Herausgeber des vorliegenden Bandes in der Reclam-Reihe Filmgenres, versteht den Noir jedoch nicht als bereits in den fünfziger Jahren abgeschlossenen Epochenstil, sondern als ein Genre, das sich bis heute weiterentwickelt. Grob folgt darin James Naremore, der in seinem Buch More than Night von 1998 den Noir ein "internationales Genre" nannte. "Die künstlerische Lust am Spiel mit schwarzen Geschichten und schwarzen Formen", so Grob, habe bis heute nicht nachgelassen, "die Neigung zu expressiven Formen, düsteren Bildern, bizarren Stilisierungen hielt an."
Geschichten von Männern am Rande des Nervenzusammenbruchs, deren Tun unweigerlich in Katastrophen, Fehltritten und Niederlagen endet, Erzählungen von einer Welt voller Bosheiten, Hinterhalte, Täuschungen und Intrigen, pessimistische, zynische oder nihilistische Sichtweisen auf diese Welt, findet man tatsächlich im Kino seit den zwanziger Jahren und sie werden bis heute gedreht, denkt man zum Beispiel an neuere Filme wie Memento (2000), 36 - Tödliche Rivalen / 36 Quai des Orfèvres (2004) oder A History of Violence / History of Violence (2005).
Filmgenres: Film noir findet über den klassischen Kanon hinaus viele weitere Filme mit ähnlichen Charakteristika. Im Atmosphärischen, im Stilistischen, im Motivischen wie im Thematischen. In den sechziger und siebziger Jahren als Hommage an die Noirs der klassischen Phase, in den achtziger Jahren als Variation und Zitat und später als Erinnerung und Neubelebung.
Entsprechend reichen die einzelnen, interessanten Beiträge im Buch über die Filme, die nun den Noirs zugerechnet werden, von Jean Renoirs Die Hündin / La Chienne (1931) bis zu Sydney Lumets Tödliche Entscheidung / Before the Devil knows you're dead von 2007.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Filmgenres: Film noir
Autor:
Norbert Grob (Hg.)
Erscheinungsort:
Stuttgart
Erscheinungsdatum:
2008
Seiten:
408
Verlag:
Verlag Philipp Reclam jun.
ISBN:
978-3-15-018552-0
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