Doku-Doku
Seit Mitte der siebziger Jahre greift der ambitionierte Dokumentarfilm häufig auf selbstreflexive Strategien zurück. Über die Aussage, dass Dokumentarfilme dann besonders aufklärerisch wirken, wenn sie ihre eigenen Konstruktionsprinzipien offenbarten, gingen die dazu angestellten Untersuchungen bislang allerdings kaum hinaus. Mit seinem Buch Filme über sich selbst - Strategien der Selbstreflexion im dokumentarischen Film zeigt Dr. F. T. Meyer nun anhand verschiedener Filmanalysen, dass die Selbstreflexion die kritische Strategie des Dokumentarfilms der Moderne und der Postmoderne darstellt.
Meyer widmet sich bestimmten Filmemachern und bestimmten dokumentarischen Genres und konzentriert sich auf Autoren und Werke, an denen sich die Grundzüge selbstreflexiver Filmsprache besonders deutlich veranschaulichen lassen. Dokumentarische Filmessays wie Der Mann mit der Kamera von Dziga Vertov, A propos de Nice von Jean Vigo, Sans Soleil von Chris Marker, Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit von Alexander Kluge und Bilder der Welt und Inschrift des Krieges von Harun Farocki unterzieht der Autor des bisweilen weit ausholenden Buches seiner Analyse.
"Der Terminus 'selbstreflexiver Dokumentarfilm' bildet", so Meyer, "eine Sinneinheit, die sich aus der strukturierenden Opposition zwischen dem möglichst hohen Anspruch auf Authentizität und Objektivität einerseits und seinen subjektiven Voraussetzungen andererseits ergibt." Es ist dieses Spannungsgefüge, das im Zentrum der Untersuchung steht. Ausgangspunkt ist zunächst eine kulturhistorische Annäherung, in der zum einen die Suche nach Medien dargestellt wird, die geeignet erscheinen, schon vor dem Dokumentarfilm Wirklichkeit und Wahrheit "unvermittelt" zu präsentieren. Zum anderen geht es um die Vorstellung einer Genealogie von Subjektivität, die sich durch Medien erst artikuliert und entwickelt und auf deren Grundlage sich die spezifischen Ausprägungen von Selbstreflexivität im Dokumentarfilm niederschlagen.
(Stefan Otto)
Meyer widmet sich bestimmten Filmemachern und bestimmten dokumentarischen Genres und konzentriert sich auf Autoren und Werke, an denen sich die Grundzüge selbstreflexiver Filmsprache besonders deutlich veranschaulichen lassen. Dokumentarische Filmessays wie Der Mann mit der Kamera von Dziga Vertov, A propos de Nice von Jean Vigo, Sans Soleil von Chris Marker, Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit von Alexander Kluge und Bilder der Welt und Inschrift des Krieges von Harun Farocki unterzieht der Autor des bisweilen weit ausholenden Buches seiner Analyse.
"Der Terminus 'selbstreflexiver Dokumentarfilm' bildet", so Meyer, "eine Sinneinheit, die sich aus der strukturierenden Opposition zwischen dem möglichst hohen Anspruch auf Authentizität und Objektivität einerseits und seinen subjektiven Voraussetzungen andererseits ergibt." Es ist dieses Spannungsgefüge, das im Zentrum der Untersuchung steht. Ausgangspunkt ist zunächst eine kulturhistorische Annäherung, in der zum einen die Suche nach Medien dargestellt wird, die geeignet erscheinen, schon vor dem Dokumentarfilm Wirklichkeit und Wahrheit "unvermittelt" zu präsentieren. Zum anderen geht es um die Vorstellung einer Genealogie von Subjektivität, die sich durch Medien erst artikuliert und entwickelt und auf deren Grundlage sich die spezifischen Ausprägungen von Selbstreflexivität im Dokumentarfilm niederschlagen.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Filme über sich selbst
Autor:
F. T. Meyer
Erscheinungsort:
Bielefeld
Erscheinungsdatum:
2005
Seiten:
222
Verlag:
transcript Verlag
ISBN:
3-89942-359-3
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