Das Leben der Anderen
Im Dezember 2007 veranstaltete das Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien die Konferenz Von der Vision zur Realität: Film im Sozialismus - die DEFA. Deren Ziel sei es gewesen, schreibt die Mitherausgeberin Barbara Eichinger umständlich im Vorwort des Bandes Film im Sozialismus - die DEFA, "nicht nur ForscherInnen zur DDR und zum DEFA-Film zu versammeln, sondern vor allem ein Gesprächsforum für KünstlerInnen aus der ehemaligen DDR wie auch VertreterInnen jener wissenschaftlichen und öffentlichen Institutionen zu bieten, deren Schwerpunkt in der wissenschaftlichen wie auch kommerziellen internationalen Verbreitung des DEFA-Filmschaffens liegt." Das kleinformatige, doch recht dicke Buch bietet nun einen Großteil der Konferenzbeiträge sowie einige zusätzliche Texte.
Dem Thema "Antifaschismus in der DDR" widmen sich Klaus Davidowicz mit der Untersuchung der Darstellung der Shoah in Frank Beyers Nackt unter Wölfen von 1962, Lisa Schoß mit einer Analyse der Verfilmung von Johannes Bobrowskis Roman Levins Mühle von Horst Seemann (1980), Elke Schieber, die ehemalige Leiterin der Sammlung des Filmmuseums Potsdam, mit der Vorstellung des erfolgreichen DDR-Fernseh-Mehrteilers Die Bilder des Zeugen Schattmann (1972) und Co-Herausgeber Frank Stern, der anhand mehrerer DEFA-Filme, beginnend mit Ich war neunzehn (1968), Filme als Reflexionsmedien ihrer Zeit untersucht.
Mit Produktionen, die einen Blick über die Mauer der DDR noch während ihres Bestandes wagten, beschäftigen sich vier Beiträge. Rainer Simon, der 1988 in Ecuador Die Besteigung des Chimborazo drehte, berichtet in einem Gespräch mit Eichinger von bürokratischen und anderen Hürden im Vorfeld der Dreharbeiten. Mit einem besonderen Augenmerk auf den DEFA-Indianer Gojko Mitic beschreibt Andreas Filipovic die Filmbeziehungen zwischen der DDR und dem ehemaligen Jugoslawien. Klaus Kienesberger zeigt mit der Serie Gefährliche Fahndung (1978) inszenierte Österreichbilder im DDR-Fernsehen der siebziger Jahre, Ralf Dittrich berichtet von einer Retrospektive von DEFA-Filmen in Israel und Sabine Fuchs stellt in ihren Beiträgen das Forschungsprojekt "Österreichische Lebensläufe in der DDR" und die geborenen Österreicher Wolfgang Heinz (Professor Mamlock) und André Asriel (Die Elixiere des Teufels) als Schauspieler bzw. Musiker in der DDR vor.
Mit dem Verhältnis von Kunst und Künstler in der DDR beschäftigen sich Seán Allan und Helmut Pflügl in ihren Beiträgen zu Konrad Wolfs Filmen Goya (1971) und Der nackte Mann auf dem Sportplatz (1973), und Bettina Mathes führt in einer Analyse von Egon Günthers Der Dritte von 1971 vor Augen, auf welchen Ebenen Kritik am Überwachungsstaat DDR stattfinden konnte.
(Stefan Otto)
Dem Thema "Antifaschismus in der DDR" widmen sich Klaus Davidowicz mit der Untersuchung der Darstellung der Shoah in Frank Beyers Nackt unter Wölfen von 1962, Lisa Schoß mit einer Analyse der Verfilmung von Johannes Bobrowskis Roman Levins Mühle von Horst Seemann (1980), Elke Schieber, die ehemalige Leiterin der Sammlung des Filmmuseums Potsdam, mit der Vorstellung des erfolgreichen DDR-Fernseh-Mehrteilers Die Bilder des Zeugen Schattmann (1972) und Co-Herausgeber Frank Stern, der anhand mehrerer DEFA-Filme, beginnend mit Ich war neunzehn (1968), Filme als Reflexionsmedien ihrer Zeit untersucht.
Mit Produktionen, die einen Blick über die Mauer der DDR noch während ihres Bestandes wagten, beschäftigen sich vier Beiträge. Rainer Simon, der 1988 in Ecuador Die Besteigung des Chimborazo drehte, berichtet in einem Gespräch mit Eichinger von bürokratischen und anderen Hürden im Vorfeld der Dreharbeiten. Mit einem besonderen Augenmerk auf den DEFA-Indianer Gojko Mitic beschreibt Andreas Filipovic die Filmbeziehungen zwischen der DDR und dem ehemaligen Jugoslawien. Klaus Kienesberger zeigt mit der Serie Gefährliche Fahndung (1978) inszenierte Österreichbilder im DDR-Fernsehen der siebziger Jahre, Ralf Dittrich berichtet von einer Retrospektive von DEFA-Filmen in Israel und Sabine Fuchs stellt in ihren Beiträgen das Forschungsprojekt "Österreichische Lebensläufe in der DDR" und die geborenen Österreicher Wolfgang Heinz (Professor Mamlock) und André Asriel (Die Elixiere des Teufels) als Schauspieler bzw. Musiker in der DDR vor.
Mit dem Verhältnis von Kunst und Künstler in der DDR beschäftigen sich Seán Allan und Helmut Pflügl in ihren Beiträgen zu Konrad Wolfs Filmen Goya (1971) und Der nackte Mann auf dem Sportplatz (1973), und Bettina Mathes führt in einer Analyse von Egon Günthers Der Dritte von 1971 vor Augen, auf welchen Ebenen Kritik am Überwachungsstaat DDR stattfinden konnte.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Film im Sozialismus - die DEFA
Autor:
Barbara Eichinger, Frank Stern
Erscheinungsort:
Wien
Erscheinungsdatum:
2009
Seiten:
429
Verlag:
Mandelbaum Verlag
ISBN:
3854762917
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