The Wild One
Er war Hollywoods ewiger Rebell und vielleicht der einflussreichste Schauspieler, den die Filmindustrie bislang hervorbrachte. Von James Dean bis Edward Norton zehrten und lernten ungezählte Stars von seinem Vorbild. Der 15. Band der Reihe film des Bertz-Verlags war eigentlich als Hommage zu seinem 80. Geburtstag gedacht und ist nun schon ein Nachruf. Ein Nachruf, wie man ihn sich nur wünschen kann. 42 Autoren würdigen auf 333 herausragend bebilderten Seiten Marlon Brando (1924 - 2004).
Das schöne und sehr lesenswerte Buch beginnt mit einem Brando-Porträt von Marli Feldvoß, einer biografischen Übersicht der Höhen und Tiefen seiner Karriere, die die Filme, die im zweiten Teil des Buches einzeln besprochen werden, in einen Zusammenhang stellt. Die Autorin beschreibt Brando in all seinen Facetten, als Schauspielschüler unter Erwin Piscator und Stella Adler, als Broadway-Star, radikalen Bohemien, Freigeist, als ersten ‘Antihelden’ innerhalb eines populären Mediums, als Menschenfreund und Diva mit Starallüren. Brando als der junge Schauspieler, der "Rotz, Schweiß, Tränen und den gepeinigten, leidenden Mann populär" machte, der auf der Bühne und vor der Kamera "nuschelte, sich kratzte, aus allen Poren schwitzte". Brando als einer der ersten Hollywoodstars, "der es sich leisten konnte, langfristige Studioverträge zu umgehen" und "der ohne den früheren Schutz der Studios nicht nur die Höhen, sondern auch die Tiefen seiner Karriere allein zu meistern hatte." Brando mit selbstmörderischen Ansichten über seinen Beruf: "Schauspielern ist im Grunde eine Kinderei. Darauf zu verzichten ist ein Zeichen der Reife." Brando, der Unruhestifter und Politaktivist, der 1973 seinen zweiten Oscar, den er für die Darstellung des Paten erhalten sollte, aus Protest gegen die rassistische Indianerpolitik des weißen Amerika ablehnte.
Marion Löhndorf behandelt in ihrem Essay Brandos Schauspielkunst und beschreibt ihn vor allem als einen Meister seines Handwerks und dessen Mittel: der Sprache und Körpersprache, der Gesten und Bewegungen, des souveränen und originären Spiels mit Requisiten, Kostümen und Maske. Ihre äußerst interessante Analyse dreht sich um Rituale und Topoi, Brandos Figuren und Rollenspektrum, um Identifikation und Verstellung, Enthüllen und Verbergen. Diesem "Blick in die Werkstatt" folgen Einzelbetrachtungen von Brandos Filmen, von seiner ersten Fimrolle als querschnittsgelähmter Kriegsheimkehrer in The Men (USA 1950) über seine einzige Regiearbeit One-Eyed Jacks (USA 1961) bis zu The Score (USA 2001).
"Die derzeit beste deutsche Filmreihe", dieses Zitat aus der FAZ, mit dem der Bertz-Verlag für seine Reihe film wirbt, trifft immer noch voll und ganz zu. Marlon Brando ist nur der jüngste Beweis.
Das schöne und sehr lesenswerte Buch beginnt mit einem Brando-Porträt von Marli Feldvoß, einer biografischen Übersicht der Höhen und Tiefen seiner Karriere, die die Filme, die im zweiten Teil des Buches einzeln besprochen werden, in einen Zusammenhang stellt. Die Autorin beschreibt Brando in all seinen Facetten, als Schauspielschüler unter Erwin Piscator und Stella Adler, als Broadway-Star, radikalen Bohemien, Freigeist, als ersten ‘Antihelden’ innerhalb eines populären Mediums, als Menschenfreund und Diva mit Starallüren. Brando als der junge Schauspieler, der "Rotz, Schweiß, Tränen und den gepeinigten, leidenden Mann populär" machte, der auf der Bühne und vor der Kamera "nuschelte, sich kratzte, aus allen Poren schwitzte". Brando als einer der ersten Hollywoodstars, "der es sich leisten konnte, langfristige Studioverträge zu umgehen" und "der ohne den früheren Schutz der Studios nicht nur die Höhen, sondern auch die Tiefen seiner Karriere allein zu meistern hatte." Brando mit selbstmörderischen Ansichten über seinen Beruf: "Schauspielern ist im Grunde eine Kinderei. Darauf zu verzichten ist ein Zeichen der Reife." Brando, der Unruhestifter und Politaktivist, der 1973 seinen zweiten Oscar, den er für die Darstellung des Paten erhalten sollte, aus Protest gegen die rassistische Indianerpolitik des weißen Amerika ablehnte.
Marion Löhndorf behandelt in ihrem Essay Brandos Schauspielkunst und beschreibt ihn vor allem als einen Meister seines Handwerks und dessen Mittel: der Sprache und Körpersprache, der Gesten und Bewegungen, des souveränen und originären Spiels mit Requisiten, Kostümen und Maske. Ihre äußerst interessante Analyse dreht sich um Rituale und Topoi, Brandos Figuren und Rollenspektrum, um Identifikation und Verstellung, Enthüllen und Verbergen. Diesem "Blick in die Werkstatt" folgen Einzelbetrachtungen von Brandos Filmen, von seiner ersten Fimrolle als querschnittsgelähmter Kriegsheimkehrer in The Men (USA 1950) über seine einzige Regiearbeit One-Eyed Jacks (USA 1961) bis zu The Score (USA 2001).
"Die derzeit beste deutsche Filmreihe", dieses Zitat aus der FAZ, mit dem der Bertz-Verlag für seine Reihe film wirbt, trifft immer noch voll und ganz zu. Marlon Brando ist nur der jüngste Beweis.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Film 15: Marlon Brando
Erscheinungsort:
Berlin
Erscheinungsdatum:
2004
Seiten:
333
Verlag:
Bertz Verlag
ISBN:
3-929470-86-1
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