It rocks
Erinnert sich noch jemand an den unterschätzten Detroit Rock City? Oder den oscar-gewürdigten Almost Famous? Was ist mit der genialen Mockumentary This is Spinal Tap. Oder dem unglaublich guten, jedoch untergegangenen Still Crazy? All diese Filme haben eins mit Fargo Rock City gemein: Ihre unverhohlene Liebe zur Musik. Doch Fargo Rock City ist nicht für jedermann geeignet. Eine kleine, verschworene Gemeinschaft wird Fargo Rock City verschlingen und heiß und innig ins Herz schließen: Der Hair Metal-Fan.
Der Teenager Chuck liebt Mötley Crüe, referiert über den Arsch von Lita Ford, die diversen Frisuren, die der 80er Jahre Hair Spray Metal hervorgebracht hat und beschissene KISS-Alben. Chuck erweist sich als wahrer Musikkenner, nennt Bands beim Namen, die wohl kaum noch jemand auf dem Schirm hat. Oder kennt hier einer Junkyard? Die Bulletboys? Aber Van Halen doch, oder? Das Leben des jungen Chuck; seine ersten Lieben, der erste Sex, das erste Konzert… Wir dürfen daran Teil haben und mit ihm über die diversen Totalausfälle manch einer Band schmunzeln. Sei es Generation Swine der Crüe oder Waiting for the Punchline von Extreme. Auch kredenzt uns Chuck, der sich zum Ende hin als Lester Bangs des Heavy Metal stilisiert, eine erstaunliche Analyse dreier Guns N’ Roses-Videos (November Rain / Don’t cry / Estranged), die zusammen genommen tatsächlich eine plausible Psychostudie von Axl Roses Geisteszustand geben.
"90% aller nicht singenden Musiker sehen gleich aus." Eine der Erkenntnisse aus Fargo Rock City. Der Rezensent hat sich zig Notizen zu coolen Zitaten gemacht, die er hier aufführen könnte, doch was bringt es, hier ein Zitat nach dem anderen aufzuführen? ("Ich bin ein Partyprofi. Ich bleibe Sylvester zu Hause, weil da nur die Amateure feiern.") Chuck lässt uns an seiner Dorfjugend teilhaben, in der er stundenlang mit Kumpels über "schwule" Keyboards in Metal Bands, die diversen Phasen der Van Halens oder die (nicht vorhandene) Klasse von Queensryches Operation: Mindcrime philosophiert. Ein gewisses Backgroundwissen wird natürlich vorausgesetzt, um maximalen Spaß an den Phantastereien Chucks zu haben. In einem Punkt kann der Rezensent jedoch nicht zustimmen: Das selbstbetitelte Mötley Crüe-Album von 1994 mit John Corabi am Mikrofon IST zweifellos grandios.
Ach ja, falls noch nicht erwähnt: Fargo Rock City ist ein Buch.
(Renatus Töpke)
Der Teenager Chuck liebt Mötley Crüe, referiert über den Arsch von Lita Ford, die diversen Frisuren, die der 80er Jahre Hair Spray Metal hervorgebracht hat und beschissene KISS-Alben. Chuck erweist sich als wahrer Musikkenner, nennt Bands beim Namen, die wohl kaum noch jemand auf dem Schirm hat. Oder kennt hier einer Junkyard? Die Bulletboys? Aber Van Halen doch, oder? Das Leben des jungen Chuck; seine ersten Lieben, der erste Sex, das erste Konzert… Wir dürfen daran Teil haben und mit ihm über die diversen Totalausfälle manch einer Band schmunzeln. Sei es Generation Swine der Crüe oder Waiting for the Punchline von Extreme. Auch kredenzt uns Chuck, der sich zum Ende hin als Lester Bangs des Heavy Metal stilisiert, eine erstaunliche Analyse dreier Guns N’ Roses-Videos (November Rain / Don’t cry / Estranged), die zusammen genommen tatsächlich eine plausible Psychostudie von Axl Roses Geisteszustand geben.
"90% aller nicht singenden Musiker sehen gleich aus." Eine der Erkenntnisse aus Fargo Rock City. Der Rezensent hat sich zig Notizen zu coolen Zitaten gemacht, die er hier aufführen könnte, doch was bringt es, hier ein Zitat nach dem anderen aufzuführen? ("Ich bin ein Partyprofi. Ich bleibe Sylvester zu Hause, weil da nur die Amateure feiern.") Chuck lässt uns an seiner Dorfjugend teilhaben, in der er stundenlang mit Kumpels über "schwule" Keyboards in Metal Bands, die diversen Phasen der Van Halens oder die (nicht vorhandene) Klasse von Queensryches Operation: Mindcrime philosophiert. Ein gewisses Backgroundwissen wird natürlich vorausgesetzt, um maximalen Spaß an den Phantastereien Chucks zu haben. In einem Punkt kann der Rezensent jedoch nicht zustimmen: Das selbstbetitelte Mötley Crüe-Album von 1994 mit John Corabi am Mikrofon IST zweifellos grandios.
Ach ja, falls noch nicht erwähnt: Fargo Rock City ist ein Buch.
(Renatus Töpke)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Fargo Rock City
Autor:
Chuck Klostermann
Erscheinungsort:
Schlüchtern
Erscheinungsdatum:
2007
Seiten:
288
Verlag:
Rockbuch Verlag
ISBN:
978-3927638389
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