Ansichten der Familie im Film
„Familie kennt jeder, Familie ist auch jeder. Das Bedeutungsecho, das im Wort »Familienbande« mitschwingt, lässt uns ermessen, wie tief und wie weit sie reicht – einschließlich ihrer Abgründe. Sei es durch die Herkunftsfamilie, die eigene Familie oder Erfahrungen mit anderen Familien.“ Mit diesen Worten beginnt das Vorwort des 21. Bandes der Arnoldshainer Filmgespräche Family Affairs. Schnell weiß der Leser, wohin die Reise gehen soll: Denn trotz aller Wandlungen der vergangenen fünfzig Jahre, all den neuen Lebensformen, dem sich je nach kulturellem, historischen oder sozialen Hintergründen verändernden Familienbegriff, ist sie nach wie vor ein zentrales Thema der Gesellschaft – die Familie. Ob Patchwork-Familie, traditioneller Familien-Clan oder gleichgeschlechtliche Familien-WG – egal für welche Form des Zusammenlebens man sich individuell auch entscheiden mag, sie prägt das Verhältnis eines jeden zu sich selbst, zu anderen und zum Rest der Welt. Und jede Form der Familie birgt seine Untiefen – seien es die emotionalen, sozialen, ethischen, religiösen, ökonomischen aber auch die erotischen – die den Stoff bieten aus denen große Familien-Dramen entstehen.
Ist Film also Spiegel der Gesellschaft? „Familie birgt einen hohen emotionalen Wiedererkennungs- und Identifikationswert, aber auch Möglichkeiten zur Distanzierung und Kritik. Das Kino imaginiert Familie in ihrer Brüchigkeit und Ambivalenz, ebenso wie es deren positive Werte, Ideale und Utopien in Szene setzt.“ Und so bedient sich das Kino dieser fragilen Beziehungen, hält den Fokus auf die unterschiedlichen Konstellationen und macht sichtbar, was sonst meist nur im Verborgenen wabert – den Konflikt zwischen Vater und Sohn, Mutter und Tochter, Frau und Mann, Bruder und Schwester, Großvater und Enkel, Schwiegertochter und Mutter und so weiter und so fort.
Wie breit das Spektrum an Familiengeschichten im Kino gefächert ist, wie unterschiedlich die Herangehensweise aufgrund von unterschiedlichen kulturellen und sozialen Backrounds, wird in Family Affairs anhand von insgesamt zehn exemplarischen Filmen dargestellt – angefangen bei La Famiglia von Ettore Scolas über Serial Mom von John Waters bis hin zu Das Fest von Thomas Vinterberg, Yi Yi von Edward Yang oder Der Eissturm von Ang Lee. Schnell wird beim Lesen deutlich, dass Familiengeschichten aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet werden können, stets auch ein Abbild der Gesellschaft sind und sich das Verständnis von Familie mit dem Wandel der Zeit durchaus auch verändert hat. So lässt Todd Haynes sein Dem Himmel so fern – kurz nach Amtsantritt von Georg W. Bush entstanden – in den USA der Fünfziger-Jahre spielen, um seine Zuschauer mit der Frage zu konfrontieren, was sich denn überhaupt seit den Zeiten des Wirtschaftswunders und der vermeintlich heilen Familienwelt wirklich verändert hat.
Neben den Filmanalysen werden in weiteren Beiträgen mit Hilfe von psychoanalytischen, theologischen und film- und medienwissenschaftlichen Fragestellungen die Familienbanden auf der Leinwand und am Bildschirm analysiert und hinterfragt: Worin besteht der Reiz der TV-Familien-Serien? Was sagt das Vater-Sohn-Verhältnis in Terminator 2 von James Cameron über das Bild der Familie und das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine aus? Wie kann man in der modernen Filmkritik mit Freuds Konzept des Familienromans und des nach wie vor gern zitierten Ödipuskomplex arbeiten? Und wie genau wird all’ das im Kino der Gegenwart filmästhetisch umgesetzt?
Ist Film also Spiegel der Gesellschaft? „Familie birgt einen hohen emotionalen Wiedererkennungs- und Identifikationswert, aber auch Möglichkeiten zur Distanzierung und Kritik. Das Kino imaginiert Familie in ihrer Brüchigkeit und Ambivalenz, ebenso wie es deren positive Werte, Ideale und Utopien in Szene setzt.“ Und so bedient sich das Kino dieser fragilen Beziehungen, hält den Fokus auf die unterschiedlichen Konstellationen und macht sichtbar, was sonst meist nur im Verborgenen wabert – den Konflikt zwischen Vater und Sohn, Mutter und Tochter, Frau und Mann, Bruder und Schwester, Großvater und Enkel, Schwiegertochter und Mutter und so weiter und so fort.
Wie breit das Spektrum an Familiengeschichten im Kino gefächert ist, wie unterschiedlich die Herangehensweise aufgrund von unterschiedlichen kulturellen und sozialen Backrounds, wird in Family Affairs anhand von insgesamt zehn exemplarischen Filmen dargestellt – angefangen bei La Famiglia von Ettore Scolas über Serial Mom von John Waters bis hin zu Das Fest von Thomas Vinterberg, Yi Yi von Edward Yang oder Der Eissturm von Ang Lee. Schnell wird beim Lesen deutlich, dass Familiengeschichten aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet werden können, stets auch ein Abbild der Gesellschaft sind und sich das Verständnis von Familie mit dem Wandel der Zeit durchaus auch verändert hat. So lässt Todd Haynes sein Dem Himmel so fern – kurz nach Amtsantritt von Georg W. Bush entstanden – in den USA der Fünfziger-Jahre spielen, um seine Zuschauer mit der Frage zu konfrontieren, was sich denn überhaupt seit den Zeiten des Wirtschaftswunders und der vermeintlich heilen Familienwelt wirklich verändert hat.
Neben den Filmanalysen werden in weiteren Beiträgen mit Hilfe von psychoanalytischen, theologischen und film- und medienwissenschaftlichen Fragestellungen die Familienbanden auf der Leinwand und am Bildschirm analysiert und hinterfragt: Worin besteht der Reiz der TV-Familien-Serien? Was sagt das Vater-Sohn-Verhältnis in Terminator 2 von James Cameron über das Bild der Familie und das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine aus? Wie kann man in der modernen Filmkritik mit Freuds Konzept des Familienromans und des nach wie vor gern zitierten Ödipuskomplex arbeiten? Und wie genau wird all’ das im Kino der Gegenwart filmästhetisch umgesetzt?
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Family Affairs
Erscheinungsort:
Marburg
Erscheinungsdatum:
2004
Seiten:
192
Verlag:
Schüren Verlag
ISBN:
3–89472–385-8
BEWERTUNG
Klicken Sie auf einen Stern, um Ihre Bewertung abzugeben.
MEINUNGEN
Ihre Meinung zu diesem Buch (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)





