Fabienne Liptay - WunderWelten: Märchen im Film
Kinostart:
07.05.2004
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Jenseits des Kinderfilms
"Kinder brauchen Märchen", so lautet der Titel eines bekannten Buches des Psychoanalytikers Bruno Bettelheim, in dem er dafür plädiert, Kindern Märchen zu erzählen. In dieser Aussage manifestiert sich die seit langem vorherrschende Annahme, dass Märchen eine Erzählung für Kinder seien. Doch ein Blick auf die Ursprünge des Märchens verraten eine ganze andere ursprüngliche Zuhörerschaft, denn gerade die mündlich überlieferten Volksmärchen wandten sich in ihrer Drastik und ihren zahlreichen sexuellen Konnotationen meist an Erwachsene oder an ein altersmäßig gemischtes Publikum, was heute vielfach verdrängt wird. Erst nach und nach wurden die Märchen für die Zielgruppe der Kinder entdeckt, variiert und damit auch zensiert.
Ein Vorgehen, dass sich in der Geschichte des Märchenfilms ebenfalls wiederholt hat, denn die frühen Werke dieses Genres, die seit den Anfängen des Films eine gewichtige Rolle spielten, zielten ebenfalls zuerst auf ein gemischtes Publikum ab. Erst mit dem Beginn der dreißiger Jahre wurden Kinder überhaupt erst als gesonderte Zielgruppen identifiziert und dementsprechend bei der Entwicklung von Angeboten bedacht. Doch der kinderorientierte Genrebegriff hat lange Zeit eine neutrale filmwissenschaftliche Beschäftigung mit dem Märchenfilm verhindert, denn bislang standen hauptsächlich kinderpsychologische oder didaktische Fragestellungen im Mittelpunkt.
Mit dem Buch der Mainzer Filmwissenschaftlerin Fabienne Liptay allerdings ändert sich dies. Ihr Buch kümmert sich weniger um die pädagogischen Aspekte, sondern vielmehr um die ästhetischen Kategorien des Märchenfilms. Es
untersucht Kostüm, Ausstattung, Kamera, Licht, Tricktechnik und Farbe als Ausdrucksmittel ausgewählter Märchenfilme wie The Thief of Bagdad (USA 1924 und England/USA 1940), Cinderella (USA 1950), Drei Nüsse für Aschenbrödel (DDR/CSSR 1973) und viele andere. Neben einer einleitenden Theorie des Märchenfilms und der Abgrenzung von benachbarten Filmgenres wie Horror-, Science Fiction- und Fantasy-Filmen widmet sich die Autorin vor allem der konkreten Arbeit an verschiedenen, immer wiederkehrenden Topoi des Märchenfilms wie etwa dem Männer- und Frauenbild im Märchenfilm, der Gestalt des Tierbräutigams sowie dem Thema Tod und Unsterblichkeit.
Eine gründliche und kenntnisreiche Studie, die durch einen ausführlichen Anhang bestens ergänzt wird.
Ein Vorgehen, dass sich in der Geschichte des Märchenfilms ebenfalls wiederholt hat, denn die frühen Werke dieses Genres, die seit den Anfängen des Films eine gewichtige Rolle spielten, zielten ebenfalls zuerst auf ein gemischtes Publikum ab. Erst mit dem Beginn der dreißiger Jahre wurden Kinder überhaupt erst als gesonderte Zielgruppen identifiziert und dementsprechend bei der Entwicklung von Angeboten bedacht. Doch der kinderorientierte Genrebegriff hat lange Zeit eine neutrale filmwissenschaftliche Beschäftigung mit dem Märchenfilm verhindert, denn bislang standen hauptsächlich kinderpsychologische oder didaktische Fragestellungen im Mittelpunkt.
Mit dem Buch der Mainzer Filmwissenschaftlerin Fabienne Liptay allerdings ändert sich dies. Ihr Buch kümmert sich weniger um die pädagogischen Aspekte, sondern vielmehr um die ästhetischen Kategorien des Märchenfilms. Es
untersucht Kostüm, Ausstattung, Kamera, Licht, Tricktechnik und Farbe als Ausdrucksmittel ausgewählter Märchenfilme wie The Thief of Bagdad (USA 1924 und England/USA 1940), Cinderella (USA 1950), Drei Nüsse für Aschenbrödel (DDR/CSSR 1973) und viele andere. Neben einer einleitenden Theorie des Märchenfilms und der Abgrenzung von benachbarten Filmgenres wie Horror-, Science Fiction- und Fantasy-Filmen widmet sich die Autorin vor allem der konkreten Arbeit an verschiedenen, immer wiederkehrenden Topoi des Märchenfilms wie etwa dem Männer- und Frauenbild im Märchenfilm, der Gestalt des Tierbräutigams sowie dem Thema Tod und Unsterblichkeit.
Eine gründliche und kenntnisreiche Studie, die durch einen ausführlichen Anhang bestens ergänzt wird.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Fabienne Liptay - WunderWelten: Märchen im Film
Autor:
Fabienne Liptay
Erscheinungsort:
Remscheid
Erscheinungsdatum:
2004
Seiten:
496
Verlag:
Gardez! Verlag
ISBN:
3-89796-041-9
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