Elvis spielt Elvis
Elvis ist einer der ganz Großen unter jenen Stars, von denen scheinbar alles schon gesagt, gehört, gesehen und im kollektiven Bewusstsein gespeichert wurde. Neben dem realen Elvis Aaron Presley, der von 1935 bis 1977 lebte, ist Elvis so vor allem ein Phänomen, das weniger von Fakten als von Stimmen, Geschichten und Mythen zusammengehalten wird.
Entsprechend versucht Björn Eckerl (Texanische Küche) in seinem sehr schönen Buch Elvis im Kino - Was wir von Elvis-Filmen über Elvis und das Kino lernen können keine Annäherung an den authentischen, sondern an den fiktiven Elvis, der in unterschiedlichen Verkleidungen und Versionen in jenen Filmen in Erscheinung tritt, die man treffend Elvis-Filme nennt. Das heißt, Eckerls Interesse gilt nicht der Schauspielkunst Presleys, sondern der Vervielfältigung des Kings als Star im Kino.
Der Autor zeigt, dass neben der Musik Filme nicht zufällig zu einem Ausdrucksmittel Elvis' wurden. Mehr noch als auf seinen Platten und auf der Bühne gab er hier die Kontrolle über sein Bild aus der Hand. Auf der Leinwand zerstreute und multiplizierte es sich. Er war authentisch und abstrakt zugleich. Als Sexsymbol und Sinnbild des amerikanischen Mannes changierte er zwischen männlichen und weiblichen Attributen. Er pflegte das Aufbegehren wie die Unterordnung und gab Raum für homo- wie heterosexuelle Anziehungen. In seinem Auftreten verbanden sich schwarze und weiße Einflüsse, vermischten sich die Genres, die Ethnien und Kulturen.
Elvis Presley spielte zuallererst Elvis. Die Maske ergänzte den geläufigen Star um ein Accessoire, sie veränderte ihn nicht. Sie gab ihm höchstens einen zusätzlichen Aspekt (Elvis als Rennfahrer, Rettungsschwimmer, Boxer). Elvis trat in seinen Filmen nicht als Held der Geschichte auf, der ein Werk schafft. Stattdessen stellte er sich als Oberfläche zur Verfügung, zeigte sich und ließ sich anschauen. Die Stories der Filme waren nur die Gerüste, die Anlässe für Elvis schufen, sich in Pose zu werfen und zu zeigen.
Drei Werken aus Elvis' umfangreicher Filmografie widmet Björn Eckerl sich besonders: Pulverdampf und heiße Lieder / Love me tender, Elvis' erstem Film, Café Europa / G. I. Blues, in dem der Wehrdienst, den Elvis bei der U. S. Army ableistete, aufgearbeitet wird, sowie Blaues Hawaii / Blue Hawaii, dem erfolgreichsten Elvis-Vehikel.
(Stefan Otto)
Entsprechend versucht Björn Eckerl (Texanische Küche) in seinem sehr schönen Buch Elvis im Kino - Was wir von Elvis-Filmen über Elvis und das Kino lernen können keine Annäherung an den authentischen, sondern an den fiktiven Elvis, der in unterschiedlichen Verkleidungen und Versionen in jenen Filmen in Erscheinung tritt, die man treffend Elvis-Filme nennt. Das heißt, Eckerls Interesse gilt nicht der Schauspielkunst Presleys, sondern der Vervielfältigung des Kings als Star im Kino.
Der Autor zeigt, dass neben der Musik Filme nicht zufällig zu einem Ausdrucksmittel Elvis' wurden. Mehr noch als auf seinen Platten und auf der Bühne gab er hier die Kontrolle über sein Bild aus der Hand. Auf der Leinwand zerstreute und multiplizierte es sich. Er war authentisch und abstrakt zugleich. Als Sexsymbol und Sinnbild des amerikanischen Mannes changierte er zwischen männlichen und weiblichen Attributen. Er pflegte das Aufbegehren wie die Unterordnung und gab Raum für homo- wie heterosexuelle Anziehungen. In seinem Auftreten verbanden sich schwarze und weiße Einflüsse, vermischten sich die Genres, die Ethnien und Kulturen.
Elvis Presley spielte zuallererst Elvis. Die Maske ergänzte den geläufigen Star um ein Accessoire, sie veränderte ihn nicht. Sie gab ihm höchstens einen zusätzlichen Aspekt (Elvis als Rennfahrer, Rettungsschwimmer, Boxer). Elvis trat in seinen Filmen nicht als Held der Geschichte auf, der ein Werk schafft. Stattdessen stellte er sich als Oberfläche zur Verfügung, zeigte sich und ließ sich anschauen. Die Stories der Filme waren nur die Gerüste, die Anlässe für Elvis schufen, sich in Pose zu werfen und zu zeigen.
Drei Werken aus Elvis' umfangreicher Filmografie widmet Björn Eckerl sich besonders: Pulverdampf und heiße Lieder / Love me tender, Elvis' erstem Film, Café Europa / G. I. Blues, in dem der Wehrdienst, den Elvis bei der U. S. Army ableistete, aufgearbeitet wird, sowie Blaues Hawaii / Blue Hawaii, dem erfolgreichsten Elvis-Vehikel.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Elvis im Kino
Autor:
Björn Eckerl
Erscheinungsort:
Frankfurt am Main
Erscheinungsdatum:
2011
Seiten:
186
Verlag:
Stroemfeld
ISBN:
978-3-86109-190-5
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