Herr Reitz, wie haben Sie das gemacht?
Schon nach Die zweite Heimat wurde Edgar Reitz sehr umfänglich befragt. Michael Töteberg veröffentlichte sein Interview mit ihm auf über hundert Seiten in dem 1993 erschienenen Buch Drehort Heimat. Nun, nachdem seit ein paar Jahren auch Heimat 3 abgeschlossen ist und mit Heimat-Fragmente: Die Frauen gewissermaßen ein vierter Teil dazugekommen ist, übernahm Thomas Koebner Tötebergs Rolle und befragte Reitz eingehend an verschiedenen Tagen von August bis November 2007.
Dabei herausgekommen ist ein Buch in der schönen, mittlerweile über vierzig Jahre alten Tradition von François Truffauts Befragung Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht? Noch mehr gleicht Edgar Reitz erzählt aber dem schon erwähnten Drehort Heimat, zumal hier wie da ein langes Gespräch durch diverse kürzere Texte von Reitz ergänzt wird. Im vorliegenden Buch unter anderem über das Geschichtenerzählen, das Drehbuchschreiben und den Komponisten Helmut Lachenmann.
Im Interview erweist Koebner sich als profunder Kenner des Reitzschen Werkes und legt den Schwerpunkt seiner Fragen nicht mehr als nötig auf die Heimat-Trilogie. Ausführlich reden die beiden auch über Reitz' Kurzfilm Geschwindigkeit von 1963, über Mahlzeiten, Cardillac, Die Geschichten vom Kübelkind, Das goldene Ding, Die Reise nach Wien, Die Stunde Null, Der Schneider von Ulm und Geschichten aus den Hunsrückdörfern. Auf diese Weise gerät der Blick weit genug, um auch beim Reden über Heimat immer wieder auf die älteren Filme zurückkommen und eine Kontinuität im Reitz-Werk herauspräparieren zu können.
"Die zehn erfolglosen Jahre, von Mahlzeiten bis Schneider von Ulm, waren wichtige Lehrjahre", meint Reitz. "Als ich anfing, Heimat zu machen, wusste ich eine Menge über Film, wie Film funktioniert, welche die ästhetischen Gesetze des Films sind, worin die Faszinationen des Films liegen, wie Montage funktioniert."
(Stefan Otto)
Dabei herausgekommen ist ein Buch in der schönen, mittlerweile über vierzig Jahre alten Tradition von François Truffauts Befragung Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht? Noch mehr gleicht Edgar Reitz erzählt aber dem schon erwähnten Drehort Heimat, zumal hier wie da ein langes Gespräch durch diverse kürzere Texte von Reitz ergänzt wird. Im vorliegenden Buch unter anderem über das Geschichtenerzählen, das Drehbuchschreiben und den Komponisten Helmut Lachenmann.
Im Interview erweist Koebner sich als profunder Kenner des Reitzschen Werkes und legt den Schwerpunkt seiner Fragen nicht mehr als nötig auf die Heimat-Trilogie. Ausführlich reden die beiden auch über Reitz' Kurzfilm Geschwindigkeit von 1963, über Mahlzeiten, Cardillac, Die Geschichten vom Kübelkind, Das goldene Ding, Die Reise nach Wien, Die Stunde Null, Der Schneider von Ulm und Geschichten aus den Hunsrückdörfern. Auf diese Weise gerät der Blick weit genug, um auch beim Reden über Heimat immer wieder auf die älteren Filme zurückkommen und eine Kontinuität im Reitz-Werk herauspräparieren zu können.
"Die zehn erfolglosen Jahre, von Mahlzeiten bis Schneider von Ulm, waren wichtige Lehrjahre", meint Reitz. "Als ich anfing, Heimat zu machen, wusste ich eine Menge über Film, wie Film funktioniert, welche die ästhetischen Gesetze des Films sind, worin die Faszinationen des Films liegen, wie Montage funktioniert."
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Edgar Reitz erzählt
Erscheinungsort:
München
Erscheinungsdatum:
2008
Seiten:
405
Verlag:
edition text + kritik im Richard Boorberg Verlag
ISBN:
978-3-88377-924-9
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