Das Ende von Ingrid Bergman
Der 11. Oktober 1994. "Um 12.45 Uhr zu Doktor Andrén", schreibt Ingrid Bergman in ihr Tagebuch. "Krebsgeschwür im Magen! Hole Benjamin ab und gehe zu Anna (sie fängt an zu weinen, als ich es erzähle). Ersta-Krankenhaus, um 15.00 Uhr Doktor Farago, muss operiert werden. Der gesamte Magen muss entfernt werden! Um halb fünf zu Hause. Ingmar ist natürlich traurig und schockiert. Wir weinen." Ingmar Bergmans Eintrag desselben Tages: "Ingrid kommt vom Doktor. Erzählte, dass sie ein Krebsgeschwür im Magen hat und dass man den gesamten Magen entfernen wird. Es ist sinnlos, wenn ich mich bemühe, über die totale Verwirrung zu schreiben, die in meinem allerinnersten Zentrum wütet. Es ist auch sinnlos, all diese kindliche und unbändige Trauer zu verdrängen. Sie kommt in Wellen und ist unerträglich. Zugleich muss ich mich Ingrids wegen zusammennehmen. Wir müssen eine Art von funktionierendem Alltag konstruieren. Ich glaube, Ingrid will das so. Jetzt werde ich mich selbst hintanstellen." Maria von Rosen, die Tochter von Ingrid und Ingmar Bergman, schreibt: "Es wird eine große Umstellung für sie, Ingmar und uns Geschwister bedeuten. Glücklicherweise war Ingvar bei mir. Er stand da und spülte Geschirr, als ich in die Küche kam. Ich lehnte den Kopf an seinen Rücken und sagte: 'Mama hat Krebs.'"
Der weiße Schmerz beginnt am 10. Oktober 1994, einen Tag vor der Diagnose, und endet mit dem 20. Mai 1995, Ingrid Bergmans Todesdatum. Kein Tag fehlt und selten der Eintrag einer Person. Die drei Tagebücher (der schwedische Originaltitel des Buches: Tre dagböcker) der Bergmans und ihrer Tochter, die sie in dieser Zeit unabhängig voneinander geführt hatten, erzählen davon, wie die drei Menschen auf unterschiedliche Weise lernen, mit dem nahenden Tod umzugehen. Ingrid schreibt eher stichwortartig vom Krankheitsverlauf, von den Beschwerden und Symptomen, von den Operationen, Behandlungen und den Medikamenten. Ingmars Einträge handeln von Ingrids Wohl und Wehe in dieser Zeit und nur wenig von seiner Arbeit. Maria betrachtet das Ergehen und Verhalten ihrer Eltern von außen.
"Herbe und unpolierte Dokumente", wie Ingmar Bergman in seinem Vorwort ganz richtig schreibt, sind diese dagböcker. Ein paar Anmerkungen oder ein Kommentar wären aber schon dienlich, denn es kommen doch einige Personen- und Ortsnamen vor, mit denen man nicht unbedingt etwas anzufangen weiß und die man doch gerne wüsste.
(Stefan Otto)
Der weiße Schmerz beginnt am 10. Oktober 1994, einen Tag vor der Diagnose, und endet mit dem 20. Mai 1995, Ingrid Bergmans Todesdatum. Kein Tag fehlt und selten der Eintrag einer Person. Die drei Tagebücher (der schwedische Originaltitel des Buches: Tre dagböcker) der Bergmans und ihrer Tochter, die sie in dieser Zeit unabhängig voneinander geführt hatten, erzählen davon, wie die drei Menschen auf unterschiedliche Weise lernen, mit dem nahenden Tod umzugehen. Ingrid schreibt eher stichwortartig vom Krankheitsverlauf, von den Beschwerden und Symptomen, von den Operationen, Behandlungen und den Medikamenten. Ingmars Einträge handeln von Ingrids Wohl und Wehe in dieser Zeit und nur wenig von seiner Arbeit. Maria betrachtet das Ergehen und Verhalten ihrer Eltern von außen.
"Herbe und unpolierte Dokumente", wie Ingmar Bergman in seinem Vorwort ganz richtig schreibt, sind diese dagböcker. Ein paar Anmerkungen oder ein Kommentar wären aber schon dienlich, denn es kommen doch einige Personen- und Ortsnamen vor, mit denen man nicht unbedingt etwas anzufangen weiß und die man doch gerne wüsste.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Der weiße Schmerz
Erscheinungsort:
München
Erscheinungsdatum:
2007
Seiten:
259
Verlag:
Carl Hanser Verlag
ISBN:
978-3-446-20754-7
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