Der neunte Tag - Pfarrerblock 25487
Kinostart:
11.11.2004
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Vom Lager nach Luxemburg und zurück
Regisseur Volker Schlöndorff spricht von der Zeit, bevor der Stoff an ihn herangetragen wurde: "Ich wusste", erklärt er, "dass Geistliche in Dachau waren. Aber ich wusste nicht, dass es 3.000 waren, dass sie in einer Gruppe zusammen waren. Ich wusste nicht, dass die deutschen von den anderen Geistlichen getrennt waren. Und ich wusste vor allem nicht, dass die Luxemburger nicht bei den Deutschen waren. Bei den Nazis hieß es zwar "heim ins Reich", aber die Luxemburger waren mit Polen, Tschechen und Belgiern zusammengesperrt. Was den KZ-Urlaub angeht: Das konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen! Ich glaube, dass ein solcher Urlaub auch sehr selten war ..."
Im Tagebuch des luxemburgischen Priesters Jean Bernard (unter dem Titel Pfarrerblock 25487 ebenfalls bei Editions Saint-Paul erschienen), der Vorlage für Schlöndorffs Film Der neunte Tag, nimmt der "Urlaub" aus dem Konzentrationslager Dachau nur wenig Raum ein. Historisch gesehen, gibt es keine eindeutigen Belege dafür, was in den neun Tagen "Urlaub vom KZ" in Luxemburg geschah. Gerade diese Lücke in der Überlieferung ist es, die Der neunte Tag mit Fiktion und Phantasie zu füllen versucht. Der Priester heißt in dem Film Henri Kremer (gespielt von Ulrich Matthes) und muss sich, in seiner Heimat angekommen, täglich bei der Gestapo melden. Dort sieht er sich mit dem jungen Nazi-Karrieristen Gebhardt (August Diehl) konfrontiert. Der smarte Gebhardt versucht den Älteren zu locken und zu überzeugen. Kremer soll den luxemburgischen Bischof dazu bewegen, mit den Nazis zu kollaborieren. Weigert Abbé Kremer sich, so muss er zurück nach Dachau, und sollte er fliehen, würden die Häftlinge im Pfarrerblock getötet und Kremers Geschwister verfolgt werden.
Das reich bebilderte Begleitbuch zum Film enthält das komplette Drehbuch von Andreas Pflüger und Eberhard Görner und daneben Auszüge aus Bernards Tagebuch, ein Interview mit Schlöndorff sowie reichhaltige historische Hintergrundinformationen über Luxemburg und die katholische Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus, über das KZ Dachau und den Pfarrerblock und über Jean Bernard (1907 - 1994).
Auch wenn durch die Mitarbeit sehr vieler Autoren und durch viele kurze Beiträge zuweilen ein Eindruck der Zerrissenheit entsteht, so ist Der neunte Tag - Pfarrerblock 25487 dennoch ein wertvolles und sehr informatives Buch über Bernard, Luxemburg und die Kirche im Dritten Reich, ebenso wie über Schlöndorffs Film.
Im Tagebuch des luxemburgischen Priesters Jean Bernard (unter dem Titel Pfarrerblock 25487 ebenfalls bei Editions Saint-Paul erschienen), der Vorlage für Schlöndorffs Film Der neunte Tag, nimmt der "Urlaub" aus dem Konzentrationslager Dachau nur wenig Raum ein. Historisch gesehen, gibt es keine eindeutigen Belege dafür, was in den neun Tagen "Urlaub vom KZ" in Luxemburg geschah. Gerade diese Lücke in der Überlieferung ist es, die Der neunte Tag mit Fiktion und Phantasie zu füllen versucht. Der Priester heißt in dem Film Henri Kremer (gespielt von Ulrich Matthes) und muss sich, in seiner Heimat angekommen, täglich bei der Gestapo melden. Dort sieht er sich mit dem jungen Nazi-Karrieristen Gebhardt (August Diehl) konfrontiert. Der smarte Gebhardt versucht den Älteren zu locken und zu überzeugen. Kremer soll den luxemburgischen Bischof dazu bewegen, mit den Nazis zu kollaborieren. Weigert Abbé Kremer sich, so muss er zurück nach Dachau, und sollte er fliehen, würden die Häftlinge im Pfarrerblock getötet und Kremers Geschwister verfolgt werden.
Das reich bebilderte Begleitbuch zum Film enthält das komplette Drehbuch von Andreas Pflüger und Eberhard Görner und daneben Auszüge aus Bernards Tagebuch, ein Interview mit Schlöndorff sowie reichhaltige historische Hintergrundinformationen über Luxemburg und die katholische Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus, über das KZ Dachau und den Pfarrerblock und über Jean Bernard (1907 - 1994).
Auch wenn durch die Mitarbeit sehr vieler Autoren und durch viele kurze Beiträge zuweilen ein Eindruck der Zerrissenheit entsteht, so ist Der neunte Tag - Pfarrerblock 25487 dennoch ein wertvolles und sehr informatives Buch über Bernard, Luxemburg und die Kirche im Dritten Reich, ebenso wie über Schlöndorffs Film.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Der neunte Tag - Pfarrerblock 25487
Autor:
Jürgen Haase, Léon Zeches (Hg.)
Erscheinungsort:
Luxemburg
Erscheinungsdatum:
2004
Seiten:
216
Verlag:
Editions Saint-Paul
ISBN:
2-87963-510-1
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