Mobilmachung eines Mediums
Filme waren im Ersten Weltkrieg Teil der Propagandaanstrengungen, die so umfassend ausfielen wie vielleicht in keinem Krieg zuvor. Das damals noch junge Medium Film erwies sich im Verlauf dieses ersten mit moderner Technik ausgetragenen internationalen Konfliktes erstmals als eine öffentliche Macht. Die von der deutschen Obersten Heeresleitung vorgenommene Gründung des Bild- und Filmamtes und die ebenfalls unter Beteiligung des Reiches und der Heeresleitung erfolgte Gründung der Ufa waren Versuche, die Möglichkeiten der Filmpropaganda gezielt gegen die alliierte Filmproduktion einzusetzen.
Der Band Der Erste Weltkrieg im Film, der auf das gleichnamige Symposium der Deutschen Kinemathek vom Herbst 2008 zurückgeht, befasst sich in fünfzehn Beiträgen mit der Rolle, die der "Große Krieg" im Film von damals bis heute einnimmt. Das Spektrum der Themen spannt sich darin von dokumentarischen, semidokumentarischen und pseudodokumentarischen Filmen, die noch zu Kriegszeiten entstanden, über frühe Spielfilme wie Carl Froelichs Ikarus / Der Adler von Flandern oder Raoul Walshs What Price Glory und prägende Einzelwerke wie vor allem Lewis Milestones All Quiet on the Western Front bis zu den einschlägigen Defa-Produktionen Die Buntkarierten, Das Lied der Matrosen, Solange Leben in mir ist, Abschied und Die Frau und der Fremde. Dabei geht es vor allem um die unterschiedlichen Darstellungsweisen, mit denen die Erinnerung an die "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts gestaltet wurde. Mit der BBC-Serie The Great War, dem Ersten Weltkrieg in deutschsprachigen Fernsehdokumentationen und in den Geschichtsdokumentationen im ZDF, zusammengenommen also mit dem Ersten Weltkrieg im Fernsehen, beschäftigen sich drei Einzelbeiträge.
Neben einem Exkurs über museale Erinnerungsformen an den Krieg der zehner Jahre und einer Untersuchung der Zusammenhänge zwischen akustischen Phänomenen dieses Krieges und der entstehenden Tontechnik verweist auch ein Schwerpunkt zur Bedeutung des Ersten Weltkriegs für den Nationalsozialismus und seinen Film auf die große Vielfalt der Aspekte, von der die Beschäftigung mit dem Thema mittlerweile gekennzeichnet ist.
(Stefan Otto)
Der Band Der Erste Weltkrieg im Film, der auf das gleichnamige Symposium der Deutschen Kinemathek vom Herbst 2008 zurückgeht, befasst sich in fünfzehn Beiträgen mit der Rolle, die der "Große Krieg" im Film von damals bis heute einnimmt. Das Spektrum der Themen spannt sich darin von dokumentarischen, semidokumentarischen und pseudodokumentarischen Filmen, die noch zu Kriegszeiten entstanden, über frühe Spielfilme wie Carl Froelichs Ikarus / Der Adler von Flandern oder Raoul Walshs What Price Glory und prägende Einzelwerke wie vor allem Lewis Milestones All Quiet on the Western Front bis zu den einschlägigen Defa-Produktionen Die Buntkarierten, Das Lied der Matrosen, Solange Leben in mir ist, Abschied und Die Frau und der Fremde. Dabei geht es vor allem um die unterschiedlichen Darstellungsweisen, mit denen die Erinnerung an die "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts gestaltet wurde. Mit der BBC-Serie The Great War, dem Ersten Weltkrieg in deutschsprachigen Fernsehdokumentationen und in den Geschichtsdokumentationen im ZDF, zusammengenommen also mit dem Ersten Weltkrieg im Fernsehen, beschäftigen sich drei Einzelbeiträge.
Neben einem Exkurs über museale Erinnerungsformen an den Krieg der zehner Jahre und einer Untersuchung der Zusammenhänge zwischen akustischen Phänomenen dieses Krieges und der entstehenden Tontechnik verweist auch ein Schwerpunkt zur Bedeutung des Ersten Weltkriegs für den Nationalsozialismus und seinen Film auf die große Vielfalt der Aspekte, von der die Beschäftigung mit dem Thema mittlerweile gekennzeichnet ist.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Der Erste Weltkrieg im Film
Erscheinungsort:
München
Erscheinungsdatum:
2009
Seiten:
279
Verlag:
edition text + kritik im Richard Boorberg Verlag
ISBN:
978-3-86916-030-6
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