Der Blick auf das lebende Bild - F.W. Murnaus Der letzte Mann und die Herkunft der Bilderzählung
Kinostart:
28.06.2004
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Der Film als Bildkunst
"Die Geschichte der Bilder ist immer auch die Geschichte der Bildmedien gewesen", schreibt der Kunsthistoriker Hans Belting. Claudia Heydolph folgt diesem Diktum und unternimmt in ihrem Buch Der Blick auf das lebende Bild am Beispiel von Friedrich Wilhelm Murnaus Meisterwerk Der letzte Mann (D 1924) eine kunsthistorische Annäherung an das Medium Film. Sie versucht eine Antwort auf die Frage, inwieweit sich die filmische Bilderzählung in den traditionellen Formenkanon visueller Narration fügt. Es ist der Autorin um "die Suche nach einer methodischen Form" zu tun, "die es ermöglicht, den Film trotz seiner Entfernung von der Imagination des statischen Bildes kunsthistorisch zu analysieren und ihn in den Kontext der vorindustriellen Traditionen der Bilderzählung einordnen zu können." Der Blick auf das lebende Bild. F. W. Murnaus ‘Der letzte Mann’ und die Herkunft der Bilderzählung entstand als Dissertation und erschien nun als Band 5 der Kieler Kunsthistorischen Studien.
Claudia Heydolph diskutiert Film hinsichtlich seines medialen Ursprungs, d.h. der bewegten Bilder und ihrer Montage. Sie betrachtet das noch stumme Medium als das Ergebnis eines bildnerischen Prozesses. "Der Stummfilm", schreibt sie, "ist visuelle Narration im ursprünglichsten Sinne." Bedingt durch den fototechnischen Realismus als ästhetisches Prinzip habe das Interesse zunächst den erzählerischen, den literarischen Elementen gegolten und Film sei rezipiert worden "als ein der sich entwickelnden Massengesellschaft adäquater Nachfolger des Theaters". Der letzte Mann mit seinem neuartigen Einsatz einer beweglichen und "subjektiven" Kamera und seiner Unabhängigkeit von konventioneller Montage verweise auf eine neue Qualität in der Suche nach dem medienspezifischen Ausdruck des Films. Heydolph liefert eine detaillierte Analyse der visuellen Konzeption von Murnaus Film.
Claudia Heydolph diskutiert Film hinsichtlich seines medialen Ursprungs, d.h. der bewegten Bilder und ihrer Montage. Sie betrachtet das noch stumme Medium als das Ergebnis eines bildnerischen Prozesses. "Der Stummfilm", schreibt sie, "ist visuelle Narration im ursprünglichsten Sinne." Bedingt durch den fototechnischen Realismus als ästhetisches Prinzip habe das Interesse zunächst den erzählerischen, den literarischen Elementen gegolten und Film sei rezipiert worden "als ein der sich entwickelnden Massengesellschaft adäquater Nachfolger des Theaters". Der letzte Mann mit seinem neuartigen Einsatz einer beweglichen und "subjektiven" Kamera und seiner Unabhängigkeit von konventioneller Montage verweise auf eine neue Qualität in der Suche nach dem medienspezifischen Ausdruck des Films. Heydolph liefert eine detaillierte Analyse der visuellen Konzeption von Murnaus Film.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Der Blick auf das lebende Bild - F.W. Murnaus Der letzte Mann und die Herkunft der Bilderzählung
Autor:
Claudia Heydolph
Erscheinungsort:
Kiel
Erscheinungsdatum:
2004
Seiten:
235
Verlag:
Ludwig Verlag
ISBN:
3-933598-51-6
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