Das perlt jetzt aber nicht so richtig
Ein Buch disparater Textsorten. Das wirklich wahre Leben fügt sich zusammen aus Interviews, Anekdoten, Beobachtungen, Briefen, Fotos und Zeichnungen, dazu kommen noch Textausschnitte aus Dittsche und Lyrics der Doofen.
Anne Ameri-Siemens, die zuletzt Auf bald, Teheran veröffentlichte, und Olli Dittrich besuchen gemeinsam verschiedene Orte, die in Dittrichs Leben eine Rolle spielten. Das Hamburger Gymnasium, auf dem er war, zum Beispiel, oder das Springer-Hochhaus in derselben Stadt, in dem sein Vater, ein Journalist, arbeitete. Dittrich beantwortet die Fragen der Journalistin genauso wie er an anderer Stelle, quasi ungefragt, Anekdoten erzählt. In Stil oder Ausführlichkeit gibt es da keine Unterschiede. Was aussehen soll wie eine spontane Replik, basiert kenntlich auf durchdachter, schriftlicher Niederlegung. Oder täuscht das? Dazwischen gibt es Abschnitte, die offensichtlich von Ameri-Siemens stammen. Sie verbinden und leiten über von einem Thema zum nächsten, und zitieren wieder über weite Strecken: Olli Dittrich. Das wirkt alles etwas durcheinander. Warum nicht gleich ein ganzes Interview-Buch wie Gérard Depardieus und Laurent Neumanns Ich liebe das Leben, das Leben liebt mich oder eine Olli-Dittrich-Biografie, die in Gänze das Werk eines Autors ist?
Das verwirrt, auch wenn es nicht uninteressant ist, was in diesem Buch geschrieben steht. Es geht um das Haus, in dem Dittrich aufwuchs, den Fußballverein, in dem er Linksaußen spielte, um Uwe Seeler, Heino Jaeger, Wigald Boning oder Dittrichs Peugeot, um Raumpatrouille - Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion, RTL Samstag Nacht und Dittsche. Es geht um Die Doofen ("Mief") und um alle möglichen anderen Bands, in denen Dittrich spielte, von der Abbey Tavern Skiffle Company über Susi' Schlagersextett bis zu Texas Lightning. Von seinen Filmen ist leider überhaupt keine Rede, weder von Frau Rettich, die Czerni und ich noch von der Relativitätstheorie der Liebe, schon gar nicht von jenen, in denen er nur kleinere Rollen spielte.
(Stefan Otto)
Anne Ameri-Siemens, die zuletzt Auf bald, Teheran veröffentlichte, und Olli Dittrich besuchen gemeinsam verschiedene Orte, die in Dittrichs Leben eine Rolle spielten. Das Hamburger Gymnasium, auf dem er war, zum Beispiel, oder das Springer-Hochhaus in derselben Stadt, in dem sein Vater, ein Journalist, arbeitete. Dittrich beantwortet die Fragen der Journalistin genauso wie er an anderer Stelle, quasi ungefragt, Anekdoten erzählt. In Stil oder Ausführlichkeit gibt es da keine Unterschiede. Was aussehen soll wie eine spontane Replik, basiert kenntlich auf durchdachter, schriftlicher Niederlegung. Oder täuscht das? Dazwischen gibt es Abschnitte, die offensichtlich von Ameri-Siemens stammen. Sie verbinden und leiten über von einem Thema zum nächsten, und zitieren wieder über weite Strecken: Olli Dittrich. Das wirkt alles etwas durcheinander. Warum nicht gleich ein ganzes Interview-Buch wie Gérard Depardieus und Laurent Neumanns Ich liebe das Leben, das Leben liebt mich oder eine Olli-Dittrich-Biografie, die in Gänze das Werk eines Autors ist?
Das verwirrt, auch wenn es nicht uninteressant ist, was in diesem Buch geschrieben steht. Es geht um das Haus, in dem Dittrich aufwuchs, den Fußballverein, in dem er Linksaußen spielte, um Uwe Seeler, Heino Jaeger, Wigald Boning oder Dittrichs Peugeot, um Raumpatrouille - Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion, RTL Samstag Nacht und Dittsche. Es geht um Die Doofen ("Mief") und um alle möglichen anderen Bands, in denen Dittrich spielte, von der Abbey Tavern Skiffle Company über Susi' Schlagersextett bis zu Texas Lightning. Von seinen Filmen ist leider überhaupt keine Rede, weder von Frau Rettich, die Czerni und ich noch von der Relativitätstheorie der Liebe, schon gar nicht von jenen, in denen er nur kleinere Rollen spielte.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Das wirklich wahre Leben
Autor:
Olli Dittrich, Anne Ameri-Siemens
Erscheinungsort:
München
Erscheinungsdatum:
2011
Seiten:
229
Verlag:
Piper
ISBN:
978-3-492-05261-0
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