Miracolo Cinematografico Italiano
Der goldene Button, der da neben Claudia Cardinale den Titel ziert, ist kein Sticker. Das heißt, man kann ihn nicht abziehen. "Die 1960er Jahre" steht auf ihm geschrieben, damit man weiß, welche Zeitspanne hier mit dem goldenen Zeitalter des italienischen Films gemeint ist, denn schließlich haben auch andere Phasen großes italienisches Kino hervorgebracht.
Der Band geht hervor aus einer internationalen Tagung zum "Italienischen Film der sechziger Jahre", die im März 2006 an der Universität Mainz stattfand, und er präsentiert ein ganzes Panorama von über dreißig Studien, die den italienischen Film jener Zeit tatsächlich in neuem Licht erscheinen lassen. "Auch wenn der Neorealismus als Bewegung", so formulieren die Herausgeber in der Einleitung, "geschwächt war, so ziehen sich seine Filme und Ausläufer doch noch über einen längeren Zeitraum hinweg durch die italienische Filmgeschichte, um schließlich ab 1960 in einer zweiten Welle eine neue, differenzierte realistische Orientierung auferstehen zu lassen." Michelangelo Antonioni und Federico Fellini seien dabei zum Konzept eines erweiterten Realismus oder Surrealismus vorgedrungen, während Luchino Visconti vorerst zu einer Revitalisierung des Neorealismus zurückgekehrt sei.
Gerade Fellinis Das süße Leben / La dolce Vita (1960) habe eine Periode der Grenzüberschreitungen auf der Suche nach neuen Sujets und Formen eröffnet, etwa nach einem kühn erweiterten Realismus ohne Ufer, einem undogmatischen Erzählstil in Angleichung an Modelle moderner Romanliteratur und einem zweiten Surrealismus, der Traum und Fantastik in die Darstellung mit einschließe. Eine neue, bittere gesellschaftliche Satire habe sich entwickelt, der Horrorfilm habe mit Mario Bava gerade in den sechziger Jahren eine Blütezeit erlebt und der Politthriller wie der Italo-Western, der sich ab 1964 geradezu explosionsartig ausbreitete, seien als neue Genres aufgekommen.
In den verschiedenen Beiträgen in Das goldene Zeitalter des italienischen Films geht es um einzelne Regisseure, um die italienische Gesellschaft, die Medien und ihr Publikum in den sechziger Jahren, um die verschiedenen Genres, die Musik von Nino Rota und Ennio Morricone, um Weiblichkeitsentwürfe, Surrealismus und das Jahr 1968.
(Stefan Otto)
Der Band geht hervor aus einer internationalen Tagung zum "Italienischen Film der sechziger Jahre", die im März 2006 an der Universität Mainz stattfand, und er präsentiert ein ganzes Panorama von über dreißig Studien, die den italienischen Film jener Zeit tatsächlich in neuem Licht erscheinen lassen. "Auch wenn der Neorealismus als Bewegung", so formulieren die Herausgeber in der Einleitung, "geschwächt war, so ziehen sich seine Filme und Ausläufer doch noch über einen längeren Zeitraum hinweg durch die italienische Filmgeschichte, um schließlich ab 1960 in einer zweiten Welle eine neue, differenzierte realistische Orientierung auferstehen zu lassen." Michelangelo Antonioni und Federico Fellini seien dabei zum Konzept eines erweiterten Realismus oder Surrealismus vorgedrungen, während Luchino Visconti vorerst zu einer Revitalisierung des Neorealismus zurückgekehrt sei.
Gerade Fellinis Das süße Leben / La dolce Vita (1960) habe eine Periode der Grenzüberschreitungen auf der Suche nach neuen Sujets und Formen eröffnet, etwa nach einem kühn erweiterten Realismus ohne Ufer, einem undogmatischen Erzählstil in Angleichung an Modelle moderner Romanliteratur und einem zweiten Surrealismus, der Traum und Fantastik in die Darstellung mit einschließe. Eine neue, bittere gesellschaftliche Satire habe sich entwickelt, der Horrorfilm habe mit Mario Bava gerade in den sechziger Jahren eine Blütezeit erlebt und der Politthriller wie der Italo-Western, der sich ab 1964 geradezu explosionsartig ausbreitete, seien als neue Genres aufgekommen.
In den verschiedenen Beiträgen in Das goldene Zeitalter des italienischen Films geht es um einzelne Regisseure, um die italienische Gesellschaft, die Medien und ihr Publikum in den sechziger Jahren, um die verschiedenen Genres, die Musik von Nino Rota und Ennio Morricone, um Weiblichkeitsentwürfe, Surrealismus und das Jahr 1968.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Das goldene Zeitalter des italienischen Films
Erscheinungsort:
München
Erscheinungsdatum:
2008
Seiten:
535
Verlag:
edition text + kritik im Richard Boorberg Verlag
ISBN:
978-3-88377-923-2
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