Das Auge des Dritten Reiches - Hitlers Kameramann und Fotograf Walter Frentz
Kinostart:
13.11.2006
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Die heile Welt der Nazis
Um 1930 begann er mit avantgardistischen Sportfilmen. 1933 wurde er Kameramann bei Leni Riefenstahl. Er filmte den Nürnberger Reichsparteitag von 1934 für Triumph des Willens und 1936 den Marathonlauf und mehr für Olympia. Von 1939 bis 1945 lebte, filmte und fotografierte er im unmittelbaren Umfeld Hitlers. Er bildete das Leben in Hitlers Hauptquartieren "Berghof" und "Wolfsschanze" ab, dokumentierte Reisen in die besetzten Länder, KZ-Häftlinge beim Raketenbau und schließlich die Trümmer und Überreste zerstörter deutscher Städte. Im Juni 1940 drehte er für die Deutsche Wochenschau den Freudentanz Hitlers, als der vom Waffenstillstandsersuchen des französischen Oberkommandos erfuhr. Im März 1945 machte er seine letzten Filmaufnahmen von Hitler, als dieser im Garten der Reichskanzlei Hitlerjungen für ihren Kampfeinsatz gegen die vor Berlin stehenden Verbände der Roten Armee auszeichnete. Stationen einer Karriere im Zentrum der Macht - Walter Frentz (1907 - 2004), "Kameramann des Führers".
Das Auge des Dritten Reiches - Hitlers Kameramann und Fotograf Walter Frentz, herausgegeben von dem recht jungen Kunsthistoriker Hans Georg Hiller von Gaertringen, gibt einen breiten Überblick über Frentz' Arbeit. Der großformatige Band präsentiert ungefähr 300 Fotos und kommentiert sie umfassend. Elf Historiker, Film- und Fotowissenschaftler (darunter Kay Hoffmann, Karl Stamm und Jürgen Trimborn) beleuchten kritisch das Werk des Bildpropagandisten und ordnen es in den Kontext des Regimes ein, für das er arbeitete. Im Vordergrund der Betrachtungen stehen die Techniken, Motive und Inhalte, Frentz' künstlerische Prägungen und stilistische Vorlieben, seine Art zu filmen, zu fotografieren, die Mächtigen des NS-Staates zu inszenieren und sein problematisches politisches Selbstverständnis.
Walter Frentz war ein ergebener und eifriger Bildproduzent für die Nazi-Führungsschicht. Seine Werke zeigen die Verbrechen der Nazis fast nicht. Weder die Pogromnacht vom 9. November 1938 noch die Kämpfe des 2. Weltkriegs fotografierte er. Der Genozid wird in keinem seiner erhaltenen Fotos auch nur angedeutet. Unkommentiert und ohne kritische Einordnung lassen sich Frentz' Bilder vielmehr als fotografische Zeugnisse einer "heilen" nationalsozialistischen Welt rezipieren und sind damit als Illustrationsmaterial für rechtsextreme Erbauungsliteratur nur zu geeignet. Dieser Art des apologetischen, unkritischen oder bestenfalls naiven Umgangs mit seinen Arbeiten stellt Das Auge des Dritten Reiches bei reicher Bebilderung eine nüchtern-distanzierte Auseinandersetzung entgegen.
(Stefan Otto)
Das Auge des Dritten Reiches - Hitlers Kameramann und Fotograf Walter Frentz, herausgegeben von dem recht jungen Kunsthistoriker Hans Georg Hiller von Gaertringen, gibt einen breiten Überblick über Frentz' Arbeit. Der großformatige Band präsentiert ungefähr 300 Fotos und kommentiert sie umfassend. Elf Historiker, Film- und Fotowissenschaftler (darunter Kay Hoffmann, Karl Stamm und Jürgen Trimborn) beleuchten kritisch das Werk des Bildpropagandisten und ordnen es in den Kontext des Regimes ein, für das er arbeitete. Im Vordergrund der Betrachtungen stehen die Techniken, Motive und Inhalte, Frentz' künstlerische Prägungen und stilistische Vorlieben, seine Art zu filmen, zu fotografieren, die Mächtigen des NS-Staates zu inszenieren und sein problematisches politisches Selbstverständnis.
Walter Frentz war ein ergebener und eifriger Bildproduzent für die Nazi-Führungsschicht. Seine Werke zeigen die Verbrechen der Nazis fast nicht. Weder die Pogromnacht vom 9. November 1938 noch die Kämpfe des 2. Weltkriegs fotografierte er. Der Genozid wird in keinem seiner erhaltenen Fotos auch nur angedeutet. Unkommentiert und ohne kritische Einordnung lassen sich Frentz' Bilder vielmehr als fotografische Zeugnisse einer "heilen" nationalsozialistischen Welt rezipieren und sind damit als Illustrationsmaterial für rechtsextreme Erbauungsliteratur nur zu geeignet. Dieser Art des apologetischen, unkritischen oder bestenfalls naiven Umgangs mit seinen Arbeiten stellt Das Auge des Dritten Reiches bei reicher Bebilderung eine nüchtern-distanzierte Auseinandersetzung entgegen.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Das Auge des Dritten Reiches - Hitlers Kameramann und Fotograf Walter Frentz
Erscheinungsdatum:
2006
Seiten:
256
Verlag:
Deutscher Kunstverlag
ISBN:
3-422-06618-7
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