Käpt'n Rauhbein und kein bisschen weise
Es geht um einen Schauspieler und mehr noch um einen Star in diesem Buch, das 2000 zum ersten Mal erschien und nun zum zweiten Mal, in einer aktualisierten Version aufgelegt wurde. Da die großformatige Monografie Curd Jürgens Teil der Schriftenreihe des Deutschen Filmmuseums ist, geht es natürlich in weiten Teilen um die Filme, die Jürgens drehte und um die Rollen, die er in ihnen spielte. So kommen der General Harras, der Schinderhannes, König Gustav Adolf und Carl Stromberg aus Des Teufels General, Der Schinderhannes, Gustav Adolfs Page und Der Spion, der mich liebte durchaus vor in diesem Buch. Doch durchgängig tritt der Lebemann Jürgens in den Vordergrund und lässt die Filme hinter sich.
"Er war zweifellos ein Lebenskünstler, der, wie manche behaupten, sogar den Jetset erfunden habe", schreibt Marli Feldvoß in ihrem sehr lesenswerten Beitrag. "Nicht immer wählerisch, wie er selbst zugibt, hat es der Weltstar auf rund einhundertvierzig Filmrollen gebracht, um das Dreigespann 'Geld, Erfolg und Liebe' zusammenzuhalten. Er war der einzige deutsche Weltstar neben der 'abtrünnig' gewordenen Marlene Dietrich (...) und kann auch jene verwirrende Starauthentizität für sich geltend machen, die sich untrennbar aus Kunst und Leben buchstabiert." Wir lesen vom Bonvivant Jürgens, dem dreisprachigen Kosmopoliten, dem "guten Deutschen" österreichischer Staatsbürgerschaft, dem Spießerschreck, dem "homme à femmes", dem "man among the boys", dem "normannischen Schrank", der lebenden Legende, dem Ereignis und Medienphänomen. In den verschiedenen Kapiteln geht es um den Theaterschauspieler, den Film- und Weltstar, den Kollegen und Freund, den Ehe- und den Privatmann, die Jugend und das Alter, um die Boulevardpresse, den Nachlass und das Geld.
Curd Jürgens setzt sich zusammen aus Erinnerungen von Weggefährten (wie Senta Berger, Susi Nicoletti, Hans Abich und Hansjörg Felmy) und Untersuchungen von Filmhistorikern und -kritikern (wie Rudolf Worschech und Jan-Christopher Horak). Herausgekommen ist ein umfassendes Buch, so seriös und unterhaltsam, so eingehend und so umsichtig, wie es sich ein jeder Filmstar für die Zeit nach seinem Ableben nur wünschen kann.
(Stefan Otto)
"Er war zweifellos ein Lebenskünstler, der, wie manche behaupten, sogar den Jetset erfunden habe", schreibt Marli Feldvoß in ihrem sehr lesenswerten Beitrag. "Nicht immer wählerisch, wie er selbst zugibt, hat es der Weltstar auf rund einhundertvierzig Filmrollen gebracht, um das Dreigespann 'Geld, Erfolg und Liebe' zusammenzuhalten. Er war der einzige deutsche Weltstar neben der 'abtrünnig' gewordenen Marlene Dietrich (...) und kann auch jene verwirrende Starauthentizität für sich geltend machen, die sich untrennbar aus Kunst und Leben buchstabiert." Wir lesen vom Bonvivant Jürgens, dem dreisprachigen Kosmopoliten, dem "guten Deutschen" österreichischer Staatsbürgerschaft, dem Spießerschreck, dem "homme à femmes", dem "man among the boys", dem "normannischen Schrank", der lebenden Legende, dem Ereignis und Medienphänomen. In den verschiedenen Kapiteln geht es um den Theaterschauspieler, den Film- und Weltstar, den Kollegen und Freund, den Ehe- und den Privatmann, die Jugend und das Alter, um die Boulevardpresse, den Nachlass und das Geld.
Curd Jürgens setzt sich zusammen aus Erinnerungen von Weggefährten (wie Senta Berger, Susi Nicoletti, Hans Abich und Hansjörg Felmy) und Untersuchungen von Filmhistorikern und -kritikern (wie Rudolf Worschech und Jan-Christopher Horak). Herausgekommen ist ein umfassendes Buch, so seriös und unterhaltsam, so eingehend und so umsichtig, wie es sich ein jeder Filmstar für die Zeit nach seinem Ableben nur wünschen kann.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Curd Jürgens
Erscheinungsort:
Frankfurt am Main
Erscheinungsdatum:
2007
Seiten:
224
Verlag:
Henschel
ISBN:
978-3-89487-587-9
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