Die humorvollen Programmangebote
Die Verantwortlichen der Fernsehsender haben vor rund fünfzehn Jahren den Humor für ein erfolgreiches, weil quotenstarkes Programm entdeckt. Comedy boomt seitdem, begleitet von großer Publikumsresonanz und ebensolcher Kritik, der TV-Komik weithin als penetrant, respektlos und aggressiv gilt. Karin Knops Dissertation Comedy in Serie - Medienwissenschaftliche Perspektiven auf ein TV-Format begegnet dem vermeintlich niedrigen Niveau des Fernsehhumors und den Grenzüberschreitungen der Comedians nun mit einer umfassenden Programm- und Rezeptionsanalyse des bislang von der Forschung weitgehend ignorierten Genres. Komikstrategien, -formen, -stile und -inhalte der Sendungen werden dabei ebenso ermittelt wie die Komik-Präferenzen und Werturteile der Zuschauer.
Im Zentrum des Buches stehen (die) Harald Schmidt (Show) und TV total, zwei vergleichbare Formate "mit einem Stand-Up-Teil, einer Performance am Schreibtisch, einem Gäste-Talk und einer auf Medienreflexivität basierten Humorform", wie Knop in ihrer Einleitung schreibt. "Dass Schmidt und Raab sich großer Beliebtheit beim Publikum erfreuen", so die Autorin weiter, "sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass beide enormer Kritik ausgesetzt sind, die sich speziell an den kalkulierten Tabubrüchen, der unterstellten Frauenfeindlichkeit sowie der Aggressivität der Komik zum Teil massiv stört. (...) So steht der enormen Publikumsresonanz eine Kritik gegenüber, die das Comedy-Angebot nicht nur unter Banalitätsverdacht stellt, sondern auch mit Attributen wie aggressiv, zotig, tabulos, frauen- und ausländerfeindlich belegt."
Aus diesem Spannungsfeld, dieser Kluft zwischen der Beliebtheit des Genres und seiner öffentlichen Bewertung, speist sich das Forschungsinteresse der Medienwissenschaftlerin Knop. Sie setzt dem Diskurs, der bisher polemisierend und ganz weitgehend unter Verzicht auf wissenschaftlich-empirische Untersuchungsergebnisse geführt wird, ihre "Feinanalyse der telemedialen Komik" entgegen und stellt interessante Fragen wie: Wie dominant ist Komik im deutschen TV? Welche Formen, Stile und Inhalte des Komischen herrschen vor? Wo liegen die Komikpräferenzen des Publikums und wo liegen aus Sicht der Rezipienten die Grenzen des Komischen?
(Stefan Otto)
Im Zentrum des Buches stehen (die) Harald Schmidt (Show) und TV total, zwei vergleichbare Formate "mit einem Stand-Up-Teil, einer Performance am Schreibtisch, einem Gäste-Talk und einer auf Medienreflexivität basierten Humorform", wie Knop in ihrer Einleitung schreibt. "Dass Schmidt und Raab sich großer Beliebtheit beim Publikum erfreuen", so die Autorin weiter, "sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass beide enormer Kritik ausgesetzt sind, die sich speziell an den kalkulierten Tabubrüchen, der unterstellten Frauenfeindlichkeit sowie der Aggressivität der Komik zum Teil massiv stört. (...) So steht der enormen Publikumsresonanz eine Kritik gegenüber, die das Comedy-Angebot nicht nur unter Banalitätsverdacht stellt, sondern auch mit Attributen wie aggressiv, zotig, tabulos, frauen- und ausländerfeindlich belegt."
Aus diesem Spannungsfeld, dieser Kluft zwischen der Beliebtheit des Genres und seiner öffentlichen Bewertung, speist sich das Forschungsinteresse der Medienwissenschaftlerin Knop. Sie setzt dem Diskurs, der bisher polemisierend und ganz weitgehend unter Verzicht auf wissenschaftlich-empirische Untersuchungsergebnisse geführt wird, ihre "Feinanalyse der telemedialen Komik" entgegen und stellt interessante Fragen wie: Wie dominant ist Komik im deutschen TV? Welche Formen, Stile und Inhalte des Komischen herrschen vor? Wo liegen die Komikpräferenzen des Publikums und wo liegen aus Sicht der Rezipienten die Grenzen des Komischen?
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Comedy in Serie
Autor:
Karin Knop
Erscheinungsort:
Bielefeld
Erscheinungsdatum:
2007
Seiten:
360
Verlag:
transcript
ISBN:
3-89942-527-8
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