Claude Chabrol: Wie man einen Film macht
Kinostart:
13.06.2004
Leserbewertung:
Noch nicht genügend Bewertungen
Schnellkurs Filmemachen
"Als Anfänger sagte ich, man brauche nicht mehr als vier Stunden - und zwar, wenn man nicht begabt ist -, um zu lernen, wie man einen Film inszeniert. Ich bin immer noch dieser Meinung. Vier Stunden reichen, um zu lernen, was notwendig ist: die Wahl der Objektive, die kleine Grammatik der Blickrichtungen, die Kameraführung, die Schärfentiefe", so Claude Chabrol, der französische Altmeister der bissigen Gesellschaftssatire. Und zum Beweis seiner wagemutigen These, die seinen gesamten Berufsstand augenzwinkernd desavouiert, hat der Regisseur zusammen mit dem Schrifsteller Francois Guérif ein kleines Kompendium des Filmemachens geschrieben, das nun im Berliner Autorenhaus Verlag erschienen ist – übrigens das einzige lieferbare deutschsprachige Buch Chabrols.
Von der ersten Idee über die verschiedenen Stadien eines Drehbuchs und die Dreharbeiten bis hin zum Schnitt und zur Verwertung des Films galoppiert Chabrol knapp, informativ und reichlich ironisch durch den ach so ernsten Prozess des Filmemachens und spart dabei nicht mit Seitenhieben auf eine Branche, die ihr Tun immer noch als Nabel des Kulturschaffens aller Zeiten betrachtet. So erklärt Chabrol beispielsweise den harten Job eines Produzenten folgendermaßen: "Produzenten sind zu allem fähig. Entweder muss man ihnen freundlich erklären, dass ihre Forderungen extravagant sind, oder ihnen in ihr Delirium folgen." Und später lässt der Regisseur im Text durchblicken, warum er im Gegensatz zu anderen Standeskollegen nichts gegen Produzenten am Drehort einzuwenden hat: "Ich dagegen mag es, wenn der Produzent kommt, denn er muss den Mund halten: Am Set befindet er sich in einer untergeordneten Position."
Eine wundervoll ironische und warmherzige Liebeserklärung an das Filmemachen und zugleich ein subtiler Einblick in Claude Chabrols Weltsicht. Très charmant!
Von der ersten Idee über die verschiedenen Stadien eines Drehbuchs und die Dreharbeiten bis hin zum Schnitt und zur Verwertung des Films galoppiert Chabrol knapp, informativ und reichlich ironisch durch den ach so ernsten Prozess des Filmemachens und spart dabei nicht mit Seitenhieben auf eine Branche, die ihr Tun immer noch als Nabel des Kulturschaffens aller Zeiten betrachtet. So erklärt Chabrol beispielsweise den harten Job eines Produzenten folgendermaßen: "Produzenten sind zu allem fähig. Entweder muss man ihnen freundlich erklären, dass ihre Forderungen extravagant sind, oder ihnen in ihr Delirium folgen." Und später lässt der Regisseur im Text durchblicken, warum er im Gegensatz zu anderen Standeskollegen nichts gegen Produzenten am Drehort einzuwenden hat: "Ich dagegen mag es, wenn der Produzent kommt, denn er muss den Mund halten: Am Set befindet er sich in einer untergeordneten Position."
Eine wundervoll ironische und warmherzige Liebeserklärung an das Filmemachen und zugleich ein subtiler Einblick in Claude Chabrols Weltsicht. Très charmant!
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Claude Chabrol: Wie man einen Film macht
Erscheinungsort:
Berlin
Erscheinungsdatum:
2004
Seiten:
92
Verlag:
Autorenhaus Verlag
ISBN:
ISBN 3-932909-46-1
BEWERTUNG
Klicken Sie auf einen Stern, um Ihre Bewertung abzugeben.
MEINUNGEN
Ihre Meinung zu diesem Buch (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)
Artikel zum Thema
Der Schlachter
Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen
Die Enttäuschten
Der Schrei der Eule – TV-Tipp der Woche
Masken – TV-Tipp der Woche
Kommissar Bellamy (DVD)
Kommissar Bellamy
Die zweigeteilte Frau (DVD)
Die zweigeteilte Frau
Chabrols "Die zweigeteilte Frau" ist "besonders wertvoll"
Geheime Staatsaffären (DVD)
Geheime Staatsaffären
Geheime Staatsaffären
Die Brautjungfer - Jetzt auf DVD
Die Brautjungfer - Ein Interview mit Claude Chabrol
Claude Chabrol - Biographie und Filmographie
Die Brautjungfer
Die Brautjungfer von Claude Chabrol ist "besonders wertvoll"
Claude Chabrols Die Brautjungfer in Venedig
Der Schlachter - TV-Tipp der Woche
Claude Chabrol dreht in München





