Bob Dylans Like a Rolling Stone
Kinostart:
25.07.2005
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Dylan ‘65 Revisited
Columbia Records, Studio A, 15. Juni 1965: Ein Sänger spielt gedankenverloren einzelne Töne auf dem Klavier. Als er zu singen beginnt, versagt seine Stimme. Der Takt klingt gequält. Erst am nächsten Tag wird eine Single aufgenommen sein, sechs Minuten und sechs Sekunden lang: Like a Rolling Stone. Vier Wochen später stürmt Bob Dylan damit die Charts. 39 Jahre später wird der Song von amerikanischen Musikjournalisten zum besten Song aller Zeiten gewählt.
Für den amerikanischen Musikhistoriker Greil Marcus (Lipstick Traces) markiert Like a Rolling Stone einen bedeutenden Einschnitt in der Geschichte der USA und in der künstlerischen Entwicklung Bob Dylans. Dylan war nach vier Folk-Alben zum Protestsänger seiner Generation avanciert und veröffentlichte mit Like a Rolling Stone seine erste Rock ‘n’ Roll-Single. Auch die Weltgeschichte stand vor einem Umbruch: Die Bürgerrechtsbewegung, die Studentenrevolte - alles war greifbar im Sommer 1965. Nach diesem Moment in der Geschichte hält Marcus Ausschau, nach einem Moment, in dem sich Musikgeschichte und Politik begegnen.
Inzwischen ist Like a Rolling Stone ein 40 Jahre alter Song eines heute 64 Jahre alten Musikers. Greil Marcus, der in seinen Büchern immer wieder über Rockmusik und ihr Verhältnis zur amerikanischen Kultur und Politik schreibt, gelingt das Meisterstück, in der Erfolgsgeschichte eines einzigen Songs die Geschichte einer ganzen Generation einzufangen. Es gibt noch viele, viele Kunstwerke, Songs, Filme, Comics und Bücher, die so eine gewissenhafte und umsichtige Monografie, wie Marcus sie hier vorlegt, verdienten.
Bedauerlich ist nur, dass Marcus hier wie in seinen übrigen Büchern nicht zu einer Sprachmelodie findet, die ein angenehmes Lesen ermöglichte. Etliche seiner Sätze sind überladen und viele seiner Formulierungen umständlich. Dass Bob Dylans Like a Rolling Stone dennoch eine lohnende Lektüre ist, spricht für den Gehalt des Buches.
(Stefan Otto)
Für den amerikanischen Musikhistoriker Greil Marcus (Lipstick Traces) markiert Like a Rolling Stone einen bedeutenden Einschnitt in der Geschichte der USA und in der künstlerischen Entwicklung Bob Dylans. Dylan war nach vier Folk-Alben zum Protestsänger seiner Generation avanciert und veröffentlichte mit Like a Rolling Stone seine erste Rock ‘n’ Roll-Single. Auch die Weltgeschichte stand vor einem Umbruch: Die Bürgerrechtsbewegung, die Studentenrevolte - alles war greifbar im Sommer 1965. Nach diesem Moment in der Geschichte hält Marcus Ausschau, nach einem Moment, in dem sich Musikgeschichte und Politik begegnen.
Inzwischen ist Like a Rolling Stone ein 40 Jahre alter Song eines heute 64 Jahre alten Musikers. Greil Marcus, der in seinen Büchern immer wieder über Rockmusik und ihr Verhältnis zur amerikanischen Kultur und Politik schreibt, gelingt das Meisterstück, in der Erfolgsgeschichte eines einzigen Songs die Geschichte einer ganzen Generation einzufangen. Es gibt noch viele, viele Kunstwerke, Songs, Filme, Comics und Bücher, die so eine gewissenhafte und umsichtige Monografie, wie Marcus sie hier vorlegt, verdienten.
Bedauerlich ist nur, dass Marcus hier wie in seinen übrigen Büchern nicht zu einer Sprachmelodie findet, die ein angenehmes Lesen ermöglichte. Etliche seiner Sätze sind überladen und viele seiner Formulierungen umständlich. Dass Bob Dylans Like a Rolling Stone dennoch eine lohnende Lektüre ist, spricht für den Gehalt des Buches.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Bob Dylans Like a Rolling Stone
Autor:
Greil Marcus
Erscheinungsort:
Köln
Erscheinungsdatum:
2005
Seiten:
304
Verlag:
Kiepenheuer & Witsch
ISBN:
3-462-03487-1
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