Bewegte Spuren - Studien zur Zeitgeschichte im Film
Kinostart:
10.07.2006
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Die Quelle Film
Inwieweit sind Filme historische Quellen? Für welche Bereiche und Fragestellungen der Geschichtswissenschaft können sie ergiebig sein? Die Historikerin Irmgard Wilharm führte vor etwa zwanzig Jahren eine geschichtsdidaktisch orientierte und geschichtstheoretisch fundierte Auseinandersetzung mit dem Medium Film in die Geschichtswissenschaft ein. Sie fragte nach der Relevanz filmischer Quellen und dem Nutzen audiovisuellen Materials für ihr Fach. Sie untersuchte, mit welchen Kriterien und Fragestellungen man das Potenzial der Filme erkennen und für die historische Forschung und Bildungsarbeit nutzen kann. Ihr Ansatz war innovativ, weil sie die Filme nicht nur in ihrem Verhältnis zur abgebildeten Realität befragte, sondern die Filme selbst quellenkritisch analysierte. Die Filmbilder und die Aussagen, die sie übermittelten, las sie als Quellen für Bewusstseinslagen, zeitgenössische Sichtweisen, für Ängste und Hoffnungen. Sie stellte auch Überlegungen zur Beurteilung von Geschichtsdarstellungen im Film an, doch in erster Linie befasste sie sich mit Filmen als historischen Quellen ihrer Entstehungszeit.
Bewegte Spuren - Studien zur Zeitgeschichte im Film vereint siebzehn Aufsätze Wilharms, die zwischen 1986 und 2001 erstmals erschienen. Sie beschäftigen sich unter anderem mit den "Schwierigkeiten der Darstellung von Krieg im Film", mit dem "Stellenwert von Zeitzeugen-Aussagen im historischen Unterrichtsfilm" oder mit den Anfängen des Kinos in Hannover. Mit Beiträgen wie "Geschichtsbewusstsein im deutschen Nachkriegsfilm", "Der Heimatfilm in Niedersachsen" und "Der Quellenwert von Filmen für die doppelte deutsche Nachkriegsgeschichte" liegt der Schwerpunkt jedoch bei deutschen Produktionen der späten vierziger und der frühen fünfziger Jahre, die auf zeitgenössische Bewusstseinslagen hin interpretiert werden. Die schnörkellos formulierten Texte von Irmgard Wilharm sind interessant zu lesen, auch wenn in dieser Zusammenstellung an einigen Stellen deutliche Überschneidungen festzustellen sind.
(Stefan Otto)
Bewegte Spuren - Studien zur Zeitgeschichte im Film vereint siebzehn Aufsätze Wilharms, die zwischen 1986 und 2001 erstmals erschienen. Sie beschäftigen sich unter anderem mit den "Schwierigkeiten der Darstellung von Krieg im Film", mit dem "Stellenwert von Zeitzeugen-Aussagen im historischen Unterrichtsfilm" oder mit den Anfängen des Kinos in Hannover. Mit Beiträgen wie "Geschichtsbewusstsein im deutschen Nachkriegsfilm", "Der Heimatfilm in Niedersachsen" und "Der Quellenwert von Filmen für die doppelte deutsche Nachkriegsgeschichte" liegt der Schwerpunkt jedoch bei deutschen Produktionen der späten vierziger und der frühen fünfziger Jahre, die auf zeitgenössische Bewusstseinslagen hin interpretiert werden. Die schnörkellos formulierten Texte von Irmgard Wilharm sind interessant zu lesen, auch wenn in dieser Zusammenstellung an einigen Stellen deutliche Überschneidungen festzustellen sind.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Bewegte Spuren - Studien zur Zeitgeschichte im Film
Autor:
Irmgard Wilharm
Erscheinungsort:
Hannover
Erscheinungsdatum:
2006
Seiten:
257
Verlag:
Offizin-Verlag
ISBN:
3-930345-46-3
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