Bertelsmann – Hinter der Fassade des Medienimperiums
Kinostart:
20.10.2004
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Vom Bibelverlag zum Weltkonzern
Der deutsche Medienkonzern Bertelsmann gehört zu den internationalen Playern im globalisierten Geschäft mit Informationen in jedweder Form. Ob Musik, Bücher oder Privatfernsehen - der Medienmacht von Bertelsmann kann man sich kaum entziehen. Eine erstaunliche Karriere, die der ehemalige christliche Buchverlag unter Führung der Familie Mohn genommen hat. Doch stimmt die von Bertelsmann ausgegebene Losung wirklich, dass es Bertelsmann eher um Ethik und Gemeinsinn geht als um die kurzfristige Steigerung des Gewinns?
Die beiden Autoren Böckelmann und Hersch Fischler beschreiben, mit welchen Methoden aus dem christlichen Provinzverlag aus Ostwestfalen ein Weltkonzern wurde und wie Bertelsmann im Dritten Reich zum erfolgreichsten Lieferanten von Feldausgaben für die Wehrmacht wurde. Sie legen dar, mit welchen brachialen Methoden das Unternehmen seinen Buchclub als Deutschlands größter Buchgemeinschaft etablierte, welche Fehler bei der Napster-Akquisition gemacht wurden, und welche unrühmliche Rolle der Konzernchef Thomas Middelhof bei zwei der größten Internet-Fusions-Skandale der New Economy spielte – bei der Verbindung AOL Time Warner und der Terra-Fusion mit Lycos. Und nicht zuletzt hinterfragen sie kritisch, wie sich massenkultureller Müll wie Big Brother und Deutschland sucht den Superstar mit dem hehren Bildungsanspruch der Bertelsmann AG vertragen
Präzise und messerscharf sezieren Frank Böckelmann und Hersch Fischler die Firmengeschichte Bertelsmann und legen schonungslos Unternehmenskultur, Strategien und Selbstverständnis der Medienmacher offen. Sie zeigen die fatalen Verbindungen von Politik und Wirtschaft von Macht und Meinungsführerschaft, entlarven Fehler und Lügen, und das alles äußert lesbar und spannend aufbereitet. Hersch Fischler, der eine der beiden Autoren war übrigens der Mann, dessen Recherchen über die Tätigkeiten Bertelsmanns im Dritten Reich den Konzern dazu zwangen, 1998 eine Historische Kommission einzusetzen, die sich mit der Vergangenheit des Giganten aus Gütersloh auseinander setzte. Die nach dem Krieg erfundene Legende, Bertelsmann sei ein „christlicher Widerstandsverlag“ gewesen, sollte fortan ins Reich der Mythen und Märchen gehören.
Ein lesenswertes Buch für alle, die sich für die Hintergründe eines der größten Medienkonzerne der Welt interessieren. Zwar wird es manchen Herren in Ostwestfalen Bauchgrimmen bereiten, doch die abschließenden Thesen, wie es mit Bertelsmann in Zukunft weitergeht, werden auch dort mit Sicherheit auf großes Interesse stoßen – natürlich ausschließlich im zum Wohle der Allgemeinheit.
Die beiden Autoren Böckelmann und Hersch Fischler beschreiben, mit welchen Methoden aus dem christlichen Provinzverlag aus Ostwestfalen ein Weltkonzern wurde und wie Bertelsmann im Dritten Reich zum erfolgreichsten Lieferanten von Feldausgaben für die Wehrmacht wurde. Sie legen dar, mit welchen brachialen Methoden das Unternehmen seinen Buchclub als Deutschlands größter Buchgemeinschaft etablierte, welche Fehler bei der Napster-Akquisition gemacht wurden, und welche unrühmliche Rolle der Konzernchef Thomas Middelhof bei zwei der größten Internet-Fusions-Skandale der New Economy spielte – bei der Verbindung AOL Time Warner und der Terra-Fusion mit Lycos. Und nicht zuletzt hinterfragen sie kritisch, wie sich massenkultureller Müll wie Big Brother und Deutschland sucht den Superstar mit dem hehren Bildungsanspruch der Bertelsmann AG vertragen
Präzise und messerscharf sezieren Frank Böckelmann und Hersch Fischler die Firmengeschichte Bertelsmann und legen schonungslos Unternehmenskultur, Strategien und Selbstverständnis der Medienmacher offen. Sie zeigen die fatalen Verbindungen von Politik und Wirtschaft von Macht und Meinungsführerschaft, entlarven Fehler und Lügen, und das alles äußert lesbar und spannend aufbereitet. Hersch Fischler, der eine der beiden Autoren war übrigens der Mann, dessen Recherchen über die Tätigkeiten Bertelsmanns im Dritten Reich den Konzern dazu zwangen, 1998 eine Historische Kommission einzusetzen, die sich mit der Vergangenheit des Giganten aus Gütersloh auseinander setzte. Die nach dem Krieg erfundene Legende, Bertelsmann sei ein „christlicher Widerstandsverlag“ gewesen, sollte fortan ins Reich der Mythen und Märchen gehören.
Ein lesenswertes Buch für alle, die sich für die Hintergründe eines der größten Medienkonzerne der Welt interessieren. Zwar wird es manchen Herren in Ostwestfalen Bauchgrimmen bereiten, doch die abschließenden Thesen, wie es mit Bertelsmann in Zukunft weitergeht, werden auch dort mit Sicherheit auf großes Interesse stoßen – natürlich ausschließlich im zum Wohle der Allgemeinheit.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Bertelsmann – Hinter der Fassade des Medienimperiums
Autor:
Frank Böckelmann, Hersch Fischler
Erscheinungsort:
Frankfurt, M.
Erscheinungsdatum:
2004
Seiten:
352
Verlag:
Eichborn
ISBN:
3-8218-5551-7
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