Als die Welt noch unterging - Von Punk zu NDW
Kinostart:
14.01.2008
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Tonspuren
"Mir geht es zuvorderst um die Sichtung von Vergangenem im Hinblick auf die Gegenwart, aufgefettet natürlich mit einer angemessenen Portion 'Nerdismus'", schreibt Frank Schneider im ersten Kapitel. Dieser Satz, in dem es um Inhaltliches geht, ist gleichzeitig ein gutes Beispiel für den Ton des Buches, auf den man sich einstellen muss, wenn man sich vornimmt, Als die Welt noch unterging zu lesen. Die Sprache dieses Buches ist eine disparate Mischung aus Neologismen, Anteilen der akademischen Hochsprache und einer (künstlichen?) Jugendsprache.
Abgesehen davon häuft Schneider eine geradezu einschüchternde Menge an Material auf, anhand dessen er die Geschichte von Punk und Wave im deutschsprachigen Raum von 1976 bis 1985 akribisch aufrollt. Schneider entfaltet die Geschichte des deutschen Underground bis hinein in die verschiedenen Regional-, Fanzine- und Musicassetten-Szenen. Von Düsseldorf bis zu einem Obereuerheimer Sampler namens Halsteufel haben keine Chance mehr. Von Acts wie Kosmonautentraum und Familie Hesselbach bis zu mittlerweile kanonisierten NDW-Klassikern wie DAF, Trio oder Extrabreit. Wer kennt Buru, Marplotz oder die Hans Hammer Combo? Schneider beschreibt Freund- und Feindschaften, er zeigt Schnittmengen auf und stellt Epizentren in der Provinz den Metropolen gegenüber.
Der Titel des Buches ist der Endzeitstimmung geschuldet, die um 1980 Punk und Neuer Welle den nötigen Schub gab. "Die Pershing- und SS-20-Raketen machten es leicht, alle zu hassen und zu verachten, die dafür verantwortlich waren", so Schneider. "Punk und New Wave akzeptierten den (kalten) Krieg, der sie umgab, und fochten dementsprechend an zwei Fronten: gegen die Herrschenden und gegen eine ältere Gegenkultur, die sich aus ihrer radikalen Gegnerschaft gelöst hatte und ihrerseits nun mitherrschte."
Als die Welt noch unterging ist eine unglaublich detaillierte kulturgeschichtliche Chronik, die dankenswerterweise auch die mit der Musik einhergehenden Filme wie Gib Gas - Ich will Spaß (von Wolfgang Büld), Plem Plem - Die Schule brennt (Siggi Götz), Drei gegen Drei (Dominik Graf) oder Der Fan (Eckhart Schmidt) abhandelt.
(Stefan Otto)
Abgesehen davon häuft Schneider eine geradezu einschüchternde Menge an Material auf, anhand dessen er die Geschichte von Punk und Wave im deutschsprachigen Raum von 1976 bis 1985 akribisch aufrollt. Schneider entfaltet die Geschichte des deutschen Underground bis hinein in die verschiedenen Regional-, Fanzine- und Musicassetten-Szenen. Von Düsseldorf bis zu einem Obereuerheimer Sampler namens Halsteufel haben keine Chance mehr. Von Acts wie Kosmonautentraum und Familie Hesselbach bis zu mittlerweile kanonisierten NDW-Klassikern wie DAF, Trio oder Extrabreit. Wer kennt Buru, Marplotz oder die Hans Hammer Combo? Schneider beschreibt Freund- und Feindschaften, er zeigt Schnittmengen auf und stellt Epizentren in der Provinz den Metropolen gegenüber.
Der Titel des Buches ist der Endzeitstimmung geschuldet, die um 1980 Punk und Neuer Welle den nötigen Schub gab. "Die Pershing- und SS-20-Raketen machten es leicht, alle zu hassen und zu verachten, die dafür verantwortlich waren", so Schneider. "Punk und New Wave akzeptierten den (kalten) Krieg, der sie umgab, und fochten dementsprechend an zwei Fronten: gegen die Herrschenden und gegen eine ältere Gegenkultur, die sich aus ihrer radikalen Gegnerschaft gelöst hatte und ihrerseits nun mitherrschte."
Als die Welt noch unterging ist eine unglaublich detaillierte kulturgeschichtliche Chronik, die dankenswerterweise auch die mit der Musik einhergehenden Filme wie Gib Gas - Ich will Spaß (von Wolfgang Büld), Plem Plem - Die Schule brennt (Siggi Götz), Drei gegen Drei (Dominik Graf) oder Der Fan (Eckhart Schmidt) abhandelt.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Als die Welt noch unterging - Von Punk zu NDW
Autor:
Frank Apunkt Schneider
Erscheinungsort:
Mainz
Erscheinungsdatum:
2007
Seiten:
385
Verlag:
Ventil Verlag
ISBN:
978-3-931555-88-7
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