Alfred Hitchcocks Handschrift - Vom literarischen zum filmischen Text
Kinostart:
13.04.2006
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Hitchcock, der Literaturverfilmer
War Alfred Hitchcock ein Autor, der in seinen Filmen konsequent eigene Ideen und Interessen umsetzte? War er ein Regisseur, der seine Filme auf der Grundlage minderwertiger literarischer Vorlagen schuf? Gilt nicht beispielsweise Robert Blochs Roman Psycho als "pretty vulgar piece of writing" (J. Naremore) und Hitchcocks gleichnamiger Film als absolutes Meisterwerk?
In ihrer Dissertation Alfred Hitchcocks Handschrift vergleicht Vibeke Reuter die Filme mit ihren literarischen Vorlagen. "Nahezu 80% seiner insgesamt 54 Filme verarbeiten bereits veröffentlichte Geschichten, und von den elf Originaldrehbüchern basieren lediglich drei auf Hitchcocks eigenen Ideen", schreibt sie im ersten Abschnitt ihres Buches, in dessen weiteren Verlauf sie zehn Filme ausführlicher ihren Vorlagen gegenüberstellt. So vergleicht sie gewissermaßen Hitchcock mit Autoren wie John Buchan (The 39 Steps), Daphne Du Maurier (Rebecca, The Birds), Patricia Highsmith (Strangers on a Train), Boileau und Narcejac (Vertigo) und Robert Bloch (Psycho). "Ein Vergleich dieser Art", so Reuter, "ist auch in besonderem Maße geeignet, um ein noch besseres Verständnis für Hitchcock und seine Filme zu entwickeln. Gerade die Untersuchung weiterer narrativer Ebenen wie Sprache, Erzählsituation und Wissensdistribution erlaubt die Herausarbeitung typischer Muster, die man als 'Handschrift' des Regisseurs bezeichnen kann."
Die typischen Hitchcock-Themen findet Vibeke Reuter "in signifikant häufigem Ausmaß" bereits in den Vorlagen seiner Filme. Anschaulich zeigt sie, dass der Regisseur eine Vielzahl der Anregungen für seine Werke aus der grundlegenden Literatur bezog, sowohl im Großen, den Stories, als auch im Kleinen, dem scheinbar Nebensächlichen. Die Unterschiede zwischen den Filmen und der Literatur führt sie zum Teil auf mediale Bedingungen zurück, zum anderen zeige sich, so Reuter, in den Abweichungen und Änderungen die persönliche Handschrift des Auteurs Hitchcock.
In ihrer ergiebigen und lesenswerten Studie, die als Band 15 der Schriftenreihe Filmgeschichte International im Wissenschaftlichen Verlag Trier erscheint, gelingt es der Autorin, ihre Leser für die literarischen Vorlagen der Filme zu sensibilisieren und dazu anzuregen, diese Grundlagen in Betracht zu ziehen, bevor jedes Element der Filme allein dem Filmregisseur zugesprochen wird.
(Stefan Otto)
In ihrer Dissertation Alfred Hitchcocks Handschrift vergleicht Vibeke Reuter die Filme mit ihren literarischen Vorlagen. "Nahezu 80% seiner insgesamt 54 Filme verarbeiten bereits veröffentlichte Geschichten, und von den elf Originaldrehbüchern basieren lediglich drei auf Hitchcocks eigenen Ideen", schreibt sie im ersten Abschnitt ihres Buches, in dessen weiteren Verlauf sie zehn Filme ausführlicher ihren Vorlagen gegenüberstellt. So vergleicht sie gewissermaßen Hitchcock mit Autoren wie John Buchan (The 39 Steps), Daphne Du Maurier (Rebecca, The Birds), Patricia Highsmith (Strangers on a Train), Boileau und Narcejac (Vertigo) und Robert Bloch (Psycho). "Ein Vergleich dieser Art", so Reuter, "ist auch in besonderem Maße geeignet, um ein noch besseres Verständnis für Hitchcock und seine Filme zu entwickeln. Gerade die Untersuchung weiterer narrativer Ebenen wie Sprache, Erzählsituation und Wissensdistribution erlaubt die Herausarbeitung typischer Muster, die man als 'Handschrift' des Regisseurs bezeichnen kann."
Die typischen Hitchcock-Themen findet Vibeke Reuter "in signifikant häufigem Ausmaß" bereits in den Vorlagen seiner Filme. Anschaulich zeigt sie, dass der Regisseur eine Vielzahl der Anregungen für seine Werke aus der grundlegenden Literatur bezog, sowohl im Großen, den Stories, als auch im Kleinen, dem scheinbar Nebensächlichen. Die Unterschiede zwischen den Filmen und der Literatur führt sie zum Teil auf mediale Bedingungen zurück, zum anderen zeige sich, so Reuter, in den Abweichungen und Änderungen die persönliche Handschrift des Auteurs Hitchcock.
In ihrer ergiebigen und lesenswerten Studie, die als Band 15 der Schriftenreihe Filmgeschichte International im Wissenschaftlichen Verlag Trier erscheint, gelingt es der Autorin, ihre Leser für die literarischen Vorlagen der Filme zu sensibilisieren und dazu anzuregen, diese Grundlagen in Betracht zu ziehen, bevor jedes Element der Filme allein dem Filmregisseur zugesprochen wird.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Alfred Hitchcocks Handschrift - Vom literarischen zum filmischen Text
Autor:
Vibeke Reuter
Erscheinungsort:
Trier
Erscheinungsdatum:
2005
Seiten:
203
Verlag:
WVT Wissenschaftlicher Verlag Trier
ISBN:
3-88476-712-7
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