Lakonik und Melancholie
"Wenn sie dann in ihren Autos oder auf ihren Motorrädern sitzen oder auch nur in der Tram und durch die Straßen und Landschaften, durch die Tage und Nächte fahren, dann scheinen sie sich selbst ganz nahe zu sein, ihrem Wünschen und Sehnen. Sie hatten sich niedergelassen, eingerichtet im trügerischen Gleichmut des Alltags, und jetzt treibt ein gnädiges Schicksal sie hinaus in die Kälte und beschert ihnen ebenso unverhoffte wie unerwünschte Ausbrüche."
In "Blue Cadillacs" beschreibt Michael Esser die Road-Movie-Elemente in Aki Kaurismäkis Filmen. Die Aufbrüche, die Fahrten, die Straßenkreuzer und andere "Requisiten der Sehnsucht". Erika und Ulrich Gregor, die Grand Old Lady und der Grand Old Man der Filmkultur im Umfeld der Berlinale, blicken zurück auf "Aki Kaurismäki beim Internationalen Forum des Jungen Films" und schreiben: "Er war vielleicht der originellste Gast in der Geschichte des Forums." Christiane Peitz interviewt die Schauspielerin Kati Outinen, eine Seelenverwandte Kaurismäkis, die Das Mädchen aus der Streichholzfabrik war und in insgesamt zehn seiner Filme zu sehen. "Die Grundregel ist", erklärt sie, " ich spiele nicht, dass ich etwas denke, ich denke es."
Es lässt sich vermuten, dass der Beschriebene selbst kein Interview gewährte. "Es ist sehr schwer, den Segen des Meisters zu erhalten", erklärt der finnische Filmhistoriker Peter von Bagh. Außerdem sind Interviews mit dem Regisseur nur selten ein leichtes und ergiebiges Unterfangen. Er "agiert permanent gegen die verbale Inflation" und pflegt "einen höchst pointierten, aphoristischen Gesprächsstil, der auf einer ununterbrochen Folge von Wortwitzen und Verdrehungen" basiert. So nutzt Herausgeber Ralph Eue bereits veröffentlichte Gespräche, um aus Originalzitaten ein Kaurismäki-ABC zusammenzustellen, thematische, ästhetische und personelle Kaurismäki-Konstanten von "Action" bis "Zukünftige Projekte". Es entsteht "ein Kaurismäki-Lexikon".
Das ganze Buch ist so. Eine Monografie, komplett wie ein Lexikon. Alles drin.
(Stefan Otto)
In "Blue Cadillacs" beschreibt Michael Esser die Road-Movie-Elemente in Aki Kaurismäkis Filmen. Die Aufbrüche, die Fahrten, die Straßenkreuzer und andere "Requisiten der Sehnsucht". Erika und Ulrich Gregor, die Grand Old Lady und der Grand Old Man der Filmkultur im Umfeld der Berlinale, blicken zurück auf "Aki Kaurismäki beim Internationalen Forum des Jungen Films" und schreiben: "Er war vielleicht der originellste Gast in der Geschichte des Forums." Christiane Peitz interviewt die Schauspielerin Kati Outinen, eine Seelenverwandte Kaurismäkis, die Das Mädchen aus der Streichholzfabrik war und in insgesamt zehn seiner Filme zu sehen. "Die Grundregel ist", erklärt sie, " ich spiele nicht, dass ich etwas denke, ich denke es."
Es lässt sich vermuten, dass der Beschriebene selbst kein Interview gewährte. "Es ist sehr schwer, den Segen des Meisters zu erhalten", erklärt der finnische Filmhistoriker Peter von Bagh. Außerdem sind Interviews mit dem Regisseur nur selten ein leichtes und ergiebiges Unterfangen. Er "agiert permanent gegen die verbale Inflation" und pflegt "einen höchst pointierten, aphoristischen Gesprächsstil, der auf einer ununterbrochen Folge von Wortwitzen und Verdrehungen" basiert. So nutzt Herausgeber Ralph Eue bereits veröffentlichte Gespräche, um aus Originalzitaten ein Kaurismäki-ABC zusammenzustellen, thematische, ästhetische und personelle Kaurismäki-Konstanten von "Action" bis "Zukünftige Projekte". Es entsteht "ein Kaurismäki-Lexikon".
Das ganze Buch ist so. Eine Monografie, komplett wie ein Lexikon. Alles drin.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Aki Kaurismäki
Autor:
Ralph Eue, Linda Söffker (Hg.)
Erscheinungsort:
Berlin
Erscheinungsdatum:
2006
Seiten:
221
Verlag:
Bertz + Fischer
ISBN:
3-929470-89-6
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