Abenteuer einer künstlichen Frau
Kinostart:
30.11.2006
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Halb Wesen und halb Ding
Die Geschichte ist nicht neu. Ein Wissenschaftler, verschroben und eigenbrötlerisch, aber genial, ist in der Lage, einen künstlichen Menschen zu konstruieren. Die Kreatur, die er schafft, ist ihm loyal zu Diensten, bis sie außer Kontrolle gerät, ihren eigenen Weg sucht und schließlich gegen ihren Herrn und Meister aufbegehrt.
In Abenteuer einer künstlichen Frau ist der genialische Ellery Pierce "Techniker einer Firma zur Herstellung animatronischer Geschöpfe für Filmstudios und Vergnügungsparks". In seiner freien Zeit bastelt er sich eine Frau nach Maß. Eine nicht alternde, gefügige Sexualpartnerin und fleißige Haushälterin, die selbst außer Strom nichts verbraucht. Die humanoide Phyllis ist so konstruiert, dass sie sich eigenständig weiterentwickeln kann. Doch irgendwann ist Ellery selbst überrascht, wie unabhängig sie ist. "Du wurdest von mir geschaffen, und doch weiß ich nicht, was du als nächstes anstellst", muss er sich wundern.
Der Weg, den die Mensch-Maschine fortan geht, macht den Roman des amerikanischen Schriftstellers Thomas Berger (Little Big Man) vollends zur Satire. Die Roboterin will unbedingt ins Showgeschäft und wählt, logisch, den Einstieg übers Sexbusiness. Sie macht Karriere als Kinofilmstar und Fernsehtalkmasterin. Nach einem Wahlkampf im Actionfilm-Kostüm wird sie die erste Präsidentin der USA.
Bei der Lektüre der Abenteuer einer künstlichen Frau meint man immer wieder auf mehr oder weniger groteske Porträts von Prominenten zu stoßen: auf Arnold Schwarzenegger, auf Ronald Reagan, auf George W. Bush und gar auf Nina Ruge. Der mittlerweile zweiundachtzigjährige Autor schafft aus Vorbildern wie E. T. A. Hoffmanns Der Sandmann, Pygmalion, Vertigo, Willkommen, Mr. Chance und Der Blade Runner ein beißendes Spottbild unserer Zeit. Die künstliche Frau, die er konstruiert, ist seine Version von Frankensteins Braut.
(Stefan Otto)
In Abenteuer einer künstlichen Frau ist der genialische Ellery Pierce "Techniker einer Firma zur Herstellung animatronischer Geschöpfe für Filmstudios und Vergnügungsparks". In seiner freien Zeit bastelt er sich eine Frau nach Maß. Eine nicht alternde, gefügige Sexualpartnerin und fleißige Haushälterin, die selbst außer Strom nichts verbraucht. Die humanoide Phyllis ist so konstruiert, dass sie sich eigenständig weiterentwickeln kann. Doch irgendwann ist Ellery selbst überrascht, wie unabhängig sie ist. "Du wurdest von mir geschaffen, und doch weiß ich nicht, was du als nächstes anstellst", muss er sich wundern.
Der Weg, den die Mensch-Maschine fortan geht, macht den Roman des amerikanischen Schriftstellers Thomas Berger (Little Big Man) vollends zur Satire. Die Roboterin will unbedingt ins Showgeschäft und wählt, logisch, den Einstieg übers Sexbusiness. Sie macht Karriere als Kinofilmstar und Fernsehtalkmasterin. Nach einem Wahlkampf im Actionfilm-Kostüm wird sie die erste Präsidentin der USA.
Bei der Lektüre der Abenteuer einer künstlichen Frau meint man immer wieder auf mehr oder weniger groteske Porträts von Prominenten zu stoßen: auf Arnold Schwarzenegger, auf Ronald Reagan, auf George W. Bush und gar auf Nina Ruge. Der mittlerweile zweiundachtzigjährige Autor schafft aus Vorbildern wie E. T. A. Hoffmanns Der Sandmann, Pygmalion, Vertigo, Willkommen, Mr. Chance und Der Blade Runner ein beißendes Spottbild unserer Zeit. Die künstliche Frau, die er konstruiert, ist seine Version von Frankensteins Braut.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Abenteuer einer künstlichen Frau
Autor:
Thomas Berger
Erscheinungsort:
Berlin
Erscheinungsdatum:
2006
Seiten:
239
Verlag:
Tropen Verlag
ISBN:
3-932170-83-0
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