«A Pirate’s Life for Me!» Von The Black Pirate bis zu Pirates of the Carribean – Abenteuerkonzepte im Piratenfilm
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Captain Jack Sparrow mit den Augen der Wissenschaft
Wer hätte vor vielleicht zehn Jahren jemals gedacht, dass der Piratenfilm, eines der ältesten Genres überhaupt und in den Fünfzigern ungemein populär, jemals so ein großartiges Comeback feiern würde? Seit Gore Verbinskis Pirates of the Carribean-Trilogie (2003 – 2007) jedenfalls erfreuen sich Geschichten um die Freibeuter der Meere wieder großer Popularität. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Medien- und Kulturwissenschaften das Faszinosum um Korsaren, Bukanier, Rebellen und schöne Frauen wieder als Forschungsgegenstand für sich entdeckten. Die Züricher Kulturwissenschaftlerin Aleta-Amirée von Holzen untersucht in ihrem Buch «A Pirate’s Life for Me!» Von The Black Pirate bis zu Pirates of the Carribean – Abenteuerkonzepte im Piratenfilm verschiedene Piratenfilme der jüngeren und jüngsten Vergangenheit und analysiert die Filme im Kontext schriftlicher und filmischer Vorläufer. Dabei geht es von Holzen weniger um das Figurenrepertoire des Piratenfilms, sondern vielmehr um das übergeordnete Konzept des Abenteuers als "zentralem Mythos der Moderne". Die Autorin bezieht sich dabei neben verschiedenen historischen Ansätzen vor allem auf Georg Simmels grundlegenden Essay Das Abenteuer aus dem Jahre 1911. Allerdings ist der theoretische Teil dieser Arbeit recht kurz geraten, was man aber kaum vermisst.
Nach den philosophischen Vorüberlegungen schließt sich ein weiterer Teil an, in dem vor allem die literarischen und filmischen Werke untersucht werden, die zu den Klassikern des Abenteuer- und Piraten-Genres gehören und die die Konventionen des Genres bestimmt haben. Dabei stehen reale Berichte aus dem 17. und 18. Jahrhundert ebenso im Fokus des Interesses wie fiktionale Erzeugnisse, so etwa The Pirate von Walter Scott (1822), The Red Rover von James Fennimore Cooper (1827) und Treasure Island von Robert Louis Stevenson (1881/82).
Im Anschluss daran spannt die Autorin den Bogen von Yellowbeard von Mel Damski (1983) und Pirates von Roman Polanski (1986) weiter über Cutthroat Island von Renny Harlin (1995) bis hin zu der Pirates of the Carribean-Reihe, die sich ihrerseits stark an Savage Islands aus dem Jahre 1983 orientiert, wobei Verbinskis Reihe den größten Raum einnimmt. Dies allerdings dürfte nicht allein dem riesigen Erfolgs der Filme geschuldet sein, sondern darüber hinaus auch der Tatsache, dass die früheren Piratenfilme der untersuchten Epoche nur eingefleischten Filmfans ein Begriff sein dürften.
Die Erkenntnisse, die das Buch ausmacht, sind zwar nicht vollkommen überraschend, doch insgesamt ergibt sich ein sehr umfangreiches Bild über Stereotypen, Erzählmuster und Traditionslinien des Genres, das es nach wie vor versteht zu faszinieren. Gründlich, fundiert und außerordentlich kenntnisreich ist Aleta-Amirée von Holzens Buch geschrieben. Und für eine wissenschaftliche Arbeit darüber hinaus noch in einem angenehm zu lesenden Stil. Trotzdem ist dieses Buch nichts für den normalen Fan der Abenteuer von Jack Sparrow und Will Turner, sondern eher eine Einladung, sich auf eine Reise in die Ursprünge des Piratenfilms und seiner wiederkehrenden Motive und Figuren zu begeben. Auch das Lesen über Abenteuer kann ein Abenteuer sein.
(Joachim Kurz)
Nach den philosophischen Vorüberlegungen schließt sich ein weiterer Teil an, in dem vor allem die literarischen und filmischen Werke untersucht werden, die zu den Klassikern des Abenteuer- und Piraten-Genres gehören und die die Konventionen des Genres bestimmt haben. Dabei stehen reale Berichte aus dem 17. und 18. Jahrhundert ebenso im Fokus des Interesses wie fiktionale Erzeugnisse, so etwa The Pirate von Walter Scott (1822), The Red Rover von James Fennimore Cooper (1827) und Treasure Island von Robert Louis Stevenson (1881/82).
Im Anschluss daran spannt die Autorin den Bogen von Yellowbeard von Mel Damski (1983) und Pirates von Roman Polanski (1986) weiter über Cutthroat Island von Renny Harlin (1995) bis hin zu der Pirates of the Carribean-Reihe, die sich ihrerseits stark an Savage Islands aus dem Jahre 1983 orientiert, wobei Verbinskis Reihe den größten Raum einnimmt. Dies allerdings dürfte nicht allein dem riesigen Erfolgs der Filme geschuldet sein, sondern darüber hinaus auch der Tatsache, dass die früheren Piratenfilme der untersuchten Epoche nur eingefleischten Filmfans ein Begriff sein dürften.
Die Erkenntnisse, die das Buch ausmacht, sind zwar nicht vollkommen überraschend, doch insgesamt ergibt sich ein sehr umfangreiches Bild über Stereotypen, Erzählmuster und Traditionslinien des Genres, das es nach wie vor versteht zu faszinieren. Gründlich, fundiert und außerordentlich kenntnisreich ist Aleta-Amirée von Holzens Buch geschrieben. Und für eine wissenschaftliche Arbeit darüber hinaus noch in einem angenehm zu lesenden Stil. Trotzdem ist dieses Buch nichts für den normalen Fan der Abenteuer von Jack Sparrow und Will Turner, sondern eher eine Einladung, sich auf eine Reise in die Ursprünge des Piratenfilms und seiner wiederkehrenden Motive und Figuren zu begeben. Auch das Lesen über Abenteuer kann ein Abenteuer sein.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
«A Pirate’s Life for Me!» Von The Black Pirate bis zu Pirates of the Carribean – Abenteuerkonzepte im Piratenfilm
Autor:
Aleta-Amirée von Holzen
Erscheinungsort:
Zürich
Erscheinungsdatum:
2007
Seiten:
336
Verlag:
SSI-Media
ISBN:
978-3-9521172-4-8
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