BÜCHER
Jahrzehntelang wünschten Programmsprecher vor Beginn des abendlichen Spielfilms: "Gute Unterhaltung!" Darum geht es also scheinbar einem Fernsehsender zuvörderst: Sein Publikum gut zu unterhalten. Was aber ist gute Unterhaltung? Die Frage beschäftigt nicht nur die Rundfunkredakteure.
Dass den einen oder anderen Leser dieses gewichtige Buch mit einiger Wehmut erfüllen dürfte, hat vor allem zwei Gründe: Zum einen zeigt sich beim Durchblättern durch den im gewohnten Stil gestalteten, 864 Seiten starken Wälzer, wie schnell die letzte Dekade vergangen ist.
Im Österreichischen Theatermuseum in Wien eröffnet am 2. Februar 2012 die Ausstellung "Welt der Operette - Glamour, Stars und Showbusiness". Vorab ist ein großformatiges und gut bebildertes Buch mit demselben Titel erschienen, herausgegeben von den Kuratoren Marie-Theres Arnbom, Kevin Clarke und Thomas Trabitsch, dem Direktor des Hauses im 1. Wiener Gemeindebezirk.
Nicht erst seit "Indiana Jones" und Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" (aber spätestens dadurch) ist ein zunächst einmal ästhetisches Phänomen an die Oberfläche des Mainstream-Bewusstseins gespült worden, das bislang vor allem im subkulturellen Bereich und in den Randgebieten der Populärkultur verortet war – die ästhetische Faszination durch die Symbole und Erscheinungsformen des Nationalsozialismus.
Elvis ist einer der ganz Großen unter jenen Stars, von denen scheinbar alles schon gesagt, gehört, gesehen und im kollektiven Bewusstsein gespeichert wurde. Neben dem realen Elvis Aaron Presley, der von 1935 bis 1977 lebte, ist Elvis so vor allem ein Phänomen, das weniger von Fakten als von Stimmen, Geschichten und Mythen zusammengehalten wird.
Mit einer Stirnlampe an seinem Helm führt er derzeit deutsche Kinozuschauer durch "Die Höhle der vergessenen Träume". Ein seltenes Vergnügen, denn in die Kinos seines Heimatlandes kam in den letzten zwanzig Jahren nur ein Bruchteil der Filme Werner Herzogs.
Ein bisschen kleiner sind sie in letzter Zeit geworden: die schönen Bücher der Reihen "film" und "Deep Focus" im Bertz + Fischer Verlag. Sie haben einen Zentimeter an Höhe und gute zwei in der Breite verloren. Inhaltlich ist aber alles beim Alten, Texte und Bilder in der gewohnten Qualität. Wenn man so will: Die Bücher haben an Größe verloren, nicht an Format. Oder umgekehrt.
Eigentlich war das Projekt anfangs viel kleiner angelegt: Zur Eröffnung des umgebauten Frankfurter Filmmuseums sollte der Fotograf Jim Rakete einige Porträts bekannter Gesichter des deutschen Films beisteuern, die dann ihren Platz im Foyer finden sollten.
Die Schweiz ist vielfältig. Es ist nicht ganz einfach, die gemeinsamen Nenner von 40 Regisseuren zu finden, die zwar alle aus der Schweiz kommen, doch aus allen vier Sprachregionen des Landes. Es sind Männer und Frauen, die unterschiedlichen Generationen angehören, Regisseure, die alle Filme drehen, doch während die einen Spielfilme realisieren, beschäftigen sich die anderen mit Dokumentationen.
Mehrere Handlungen zusammenfließen zu lassen und in einem Film zu präsentieren, ist in Mode gekommen: Spätestens seit Robert Altmans "Short Cuts" und Quentin Tarantinos "Pulp Fiction" finden sich mehrsträngig erzählte Film zunächst vor allem im Arthouse-Kino.




