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Die tägliche TV-Schau: Samstag, 18.03. und Sonntag, 19.03.2017

Nacktheit, Obsessionen, traute Zweisamkeit, Eifersucht, in dieser Fernsehwoche gab es daran keinen Mangel. Heute Abend nähern wir uns dem Zwischenmenschlichen von der intellektuellen Warte aus - mit der Verfilmung eines Romans von Martin Walser.


(Bild aus Das Einhorn; Copyright: SWR)

Das Einhorn erschien als Film-Fernseh-Gemeinschaftsproduktion im Jahre 1978. Peter Vogel spielte darin seine letzte Rolle als Schriftstellerstar Anselm Kristlein, der sich gezwungen sieht den Auftrag einer Schweizer Verlegerin anzunehmen und ein Sachbuch unter dem vielsagenden Titel "Liebe" herauszubringen. Zu Recherchezwecken bemüht er sich um praktische Übung und lässt sich dabei auch von seiner Ehefrau (Gila von Weitershausen) nicht aufhalten. Mittlerweile trägt Das Einhorn das Prädikat "wertvoll" und besonders Peter Vogels sensibles Spiel wird gelobt. Er schaffte es, bei seinem Publikum das Gefühlsbarometer in alle Richtungen ausschlagen zu lassen. So ließ sich beispielsweise der Zeit-Kritiker zu folgender Kapriziose hinreißen: "[er] spielt ihn als eine Trantüte, einen Phlegmatiker von Graden, in den sich geheimnisvollerweise eine Frau nach der anderen vergafft, so dass er widerstrebend von einem Abenteuer in das nächste gepufft wird."

Das Einhorn von Peter Patzak mit Peter Vogel, Gila von Weitershausen und Miriam Spoerri, 20:15 Uhr im SWR

 

Außerdem zu sehen:

Another Me - Mein zweites Ich von Isabel Coixet, 20:15 Uhr auf Pro7

Sturm von Hans-Christian Schmid, 21:45 Uhr auf One

Nymphomaniac 2 von Lars von Trier, 22:45 Uhr auf 3sat

Sieben von David Fincher, 22:50 Uhr auf Sat1

Flucht von Alcatraz von Don Siegel, 23:40 Uhr auf ZDFneo

Drive von Nicolas Winding Refn, 00:30 Uhr im MDR

Wyatt Earp - Das Leben einer Legende von Lawrence Kasdan, 01:00 Uhr im ZDF

Verschollen im Bermuda-Dreieck von Jerry Jameson, 01:25 Uhr auf ZDFneo

Ein ganz gewöhnlicher Dieb von Thaddeus O`Sullivan, 01:45 Uhr auf ARD

Rock N Rolla von Guy Ritchie, 01:50 Uhr auf Pro7

Liebe, Jazz und Übermut von Erik Ode, 02:40 Uhr im HR

 

Sonntag, 19.03.2017

Nicht jeder weiß, wie sich ein Pistolenschuss anfühlt. Aber man kennt das Gefühl sich böse zu verbrennen oder mit voller Wucht gegen etwas zu rennen. Für die Morde in Profondo Rosso - Farbe des Todes ließ sich Dario Argento von Unfällen und Schmerzen inspirieren, die jeder nachvollziehen kann.


(Bild aus Profondo Rosso - Farbe des Todes; Copyright: Arte France)

Herausgekommen ist dabei ein ziemlich herausfordernder Film - nicht nur wegen seiner Brutalität gegenüber Menschen, Hunden und Eidechsen. Sondern auch, weil er bewusst Fragen unbeantwortet lässt, Logiklücken nicht ausfüllt, verwirrt und irritiert. Im Erscheinungsjahr 1975 wurde das Dario Argento zum Teil noch als Inkompetenz ausgelegt. Tatsächlich ist Profondo Rosso - Farbe des Todes aber fulminante Kinomagie, die reinste filmische Parapsychologie, umspült vom Progressive Rock der Goblins. Der Blow Up-Darsteller David Hemmings spielt einen Musiklehrer, der in Turin mithilfe einer Journalistin (Daria Nicolodi, Argentos spätere Lebensgefährtin) einem Serienkiller mit besonders fantasievollen Methoden auf der Spur ist. Gezeigt wird im Übrigen die 122-minütige Director's Cut-Schnittfassung mit FSK 16.

Profondo Rosso - Farbe des Todes von Dario Argento mit David Hemmings, Daria Nicolodi und Gabriele Lavia, 22:55 Uhr auf Arte

 

Außerdem zu sehen:

Blow Out - Der Tod löscht alle Spuren von Brian De Palma, 20:15 Uhr auf Arte

Meine Stiefmutter ist ein Alien von Richard Benjamin, 20:15 Uhr auf Tele5

Celeste & Jesse Forever von Lee Toland Krieger, 21:45 Uhr auf 3sat

Warm Bodies von Jonathan Levine, 22:50 Uhr auf Pro7

Das weiße Band von Michael Haneke, 00:05 Uhr auf ARD

Inside Nordkorea von Vitalij Manskij, 00:10 Uhr im MDR

DramaConsult von Dorothee Wenner, 02:45 Uhr auf Arte

Tödliche Affären von Erik van Looy, 04:00 Uhr auf 3sat