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Die tägliche TV-Schau: Mittwoch, 11.01.2017

Auf der Berlinale 2015 ging der Silberne Bär für das Beste Drehbuch an den einzigen Dokumentarfilm im Wettbewerb: Der Perlmuttknopf von Patricio Guzmán verbindet die Geschichte Chiles mit bildgewaltiger Metaphorik.


(Bild aus Der Perlmuttknopf; Copyright: WDR/Atacama Productions)

Patricio Guzmán setzt sich in seinem Film mit der Kolonialisierung Chiles auseinander, mit den letzten Überlebenden der Ureinwohner Patagoniens, mit den Gräueln der Diktatur unter Augusto Pinochet. Es gibt ein paar talking heads und diverse reenactments - und trotzdem ist Der Perlmuttknopf mehr originell fließender Essayfilm denn trockene Geschichtsstunde. Bei Guzmán beginnt und endet nämlich alles mit dem Wasser, das die Küste Chiles umschließt, das das Leben aller Einwohner des Landes prägt und in dem sich schließlich auch die verhängnisvollen Perlmuttknöpfe wiederfinden. Es bringt das Leben hervor und bedeutet für viele auch ihr Grab. Im Ozean gebunden sind die Stimmen der Vergangenheit. 

Der Perlmuttknopf von Patricio Guzmán, 00:10 Uhr im WDR


Trailer zu Der Perlmuttknopf

 

Außerdem zu sehen:

Ocean`s Eleven von Steven Soderbergh, 20:15 Uhr auf Kabel eins

Phoenix von Christian Petzold, 20:15 Uhr auf Arte

An American Crime von Tommy O`Haver, 22:25 Uhr auf Tele5 

Der kleine Tod von Josh Lawson, 22:25 Uhr auf 3sat

Der talentierte Mr. Ripley von Anthony Minghella, 23:30 Uhr im BR

Bel Antonio von Mauro Bolognini, 23:45 Uhr im HR

Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford von Andrew Dominik, 00:45 Uhr auf Kabel eins