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Filmfest München 2017 BLOG

17 05/07

Filmfest München 2017: "Strange Weather" von Katherine Dieckmann

Fast jeder Mensch glaubt von sich, die Freiheit zu lieben. Die verheißungsvollen Möglichkeiten und die offene, unendliche Landschaft, die hinter jedem Horizont einen weiteren verspricht. Doch es findet auch fast jeder Mensch gute (oder weniger gute Gründe), sie nie ganz auskosten zu müssen. Man beschränkt sich bewusst auf einen Ort, auf eine Heimat, um sich nicht in der Unendlichkeit zu verstreuen.


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17 05/07

Filmfest München 2017: "Prinzessinnen und Drachen" von Michel Ocelot

„Einmal haben wir mit einem kleinen Tier gedreht ...“, erinnert sich Claudia Cardinale in Werner Herzogs Dokumentarfilmklassiker Mein liebster Feind (1999) an die höchst abenteuerlichen Dreharbeiten zu Fitzcarraldo (1982). „It was a young ocelot“, erwidert daraufhin der längst gleichsam global wie mythenhaft verehrte Regisseur mit dem unnachahmlichen Hang zu zeitgenössischen Aventüren.


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17 30/06

Filmfest München 2017: "The Nile Hilton Incident" von Tarik Saleh

Ein hartgesottener, vom Leben desillusionierter Polizist, ein korrupter Chef, eine brutal ermordete Schönheit, ein reicher Verdächtiger und ein erpressender Zuhälter. Es sind die klassichen Figuren des Kriminalfilms, die Tarik Saleh in The Nile Hilton Incident inszeniert. Es gibt sogar eine unschuldige Zeugin – Salwa (Mari Malek), ein Zimmermädchen aus dem Sudan –, die Schutz braucht. Und eine wunderschöne Freundin der Toten, die den Polizisten in Gefahr bringt. Deshalb birgt die Handlung auch wenig Überraschungen, aber es gelingt Tarik Saleh, diese Genremuster effektiv und atmosphärisch dicht ins Ägypten des Jahres 2011 zu transponieren.


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17 30/06

Filmfest München 2017: "Detour" von Nina Vukovic

Es ist eine rätselhafte, eine formidabel mysteriöse Sequenz, mit der Detour beginnt. Eine Frau sitzt nachts wach im Schlafzimmer, sie geht hinaus, zündet ein Streichholz an. Ein Mann liegt im Bett, schwitzt und träumt schlecht. Ein Kind schläft in einem anderen Zimmer. Dazwischen sind immer wieder Bilder von dem Streichholz, von Wiesen, unruhige Einstellungen, die die Schwüle dieser Nacht zeigen. Dann folgt ein klarer Schnitt. Eiligen Schrittes geht eine Frau über einen Platz, an ihrer Hand ein siebenjähriger Junge. Mehrmals schaut sie sich um, es ist warm, die Sonne brennt und sie schwitzt.


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17 30/06

Filmfest München 2017: "I Am Not a Witch" von Rungano Nyoni

Shula (Margaret Muubwa) spricht sie nie aus, diese Worte: I Am Not a Witch. Es ist zwar jedem, der halbwegs bei Verstand ist, klar, dass das kleine Mädchen keine Hexe ist, sondern ein Waisenkind, das herumirrt und Anschluss sucht, doch der Aberglaube ist stark in Sambia. Und überhaupt ist das ja so eine Sache mit den Frauen, selbst wenn sie so jung wie Shula sind. Ihre Freiheit und Eigenständigkeit, ihr Schweigen und Schauen sind irgendwie komisch, gruselig, ungewöhnlich. Sie muss eine Hexe sein. Immerhin war sie dabei, als eine Frau aus dem Dorf Wasser holte und dabei fiel. Das und ein Traum eines weiteren Dorfbewohners reichen aus, um das Mädchen zu brandmarken.


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17 30/06

Filmfest München 2017: "The Sense of an Ending" von Ritesh Batra

Dem 1979 in Mumbai geborenen Filmemacher Ritesh Batra gelang gleich mit seinem Debütlangfilm Lunchbox ein weltweiter Überraschungserfolg an den Kinokassen und auf verschiedenen Filmfestivals, der den jungen Filmemacher eindrücklich für größere Aufgaben empfahl. Für seinen zweiten Spielfilm The Sense of an Ending hat der Regisseur nun nichts dem Zufall überlassen, neben Jim Broadbent, Charlotte Rampling und Matthew Goode wirkt Emily Mortimer in der Adaption eines Romans des bekannten britischen Schriftstellers Julian Barnes mit (für dieses Buch, das in Deutschland unter dem Titel Vom Ende einer Geschichte erschien, gewann der Romancier 2015 gar den renommierten Man Booker Prize). Allerdings reicht das Endergebnis trotz aller Erfolgsfaktoren nicht an die Güte und Frische von Lunchbox heran.


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17 30/06

Filmfest München 2017: "Paris barfuß" von Fiona Gordon und Dominique Abel

Ein Mann öffnet die Tür einer Hütte, der Wind weht Schnee hinein und lässt eine andere arme Gestalt hilflos umherwirbeln. So verläuft eine berühmte Szene aus Charlie Chaplins Goldrausch von 1925, und so verläuft auch eine Szene aus Paris barfuß, mehr als achtzig Jahre später. Es ist erfreulich, gewisse Traditionen des Kinos fortgesetzt zu wissen. Die burlesken Clownerien der Stummfilmzeit, die auf Körpern und ihren Bewegungen im Raum basieren, sind im Komödienkino der Gegenwart rar geworden. Doch auch in ihrem nunmehr vierten Langfilm bleibt das australisch-belgische Pantomimen-Duo (und Liebespaar) Dominique Abel und Fiona Gordon genau dieser Art von Filmen treu. Sie wollen einen frischen Wind aus alten Zeiten wehen lassen.


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17 30/06

Filmfest München 2017: "Luna" von Khaled Kaissar

Der Anfang ist vielversprechend, allein schon visuell: Die 17-jährige Luna (Lisa Vicari) ist mit ihren Freundinnen ausgegangen, sie feiern, reden über Jungs, ein ganz normaler Teenager-Abend eben, bei dem die Kamera ihnen folgt. Aber Luna muss am nächsten Tag früh aufstehen und mit ihrer Familie in den Urlaub fahren. Also sitzt sie gegen vier Uhr in der Früh im Auto und fährt mit ihrer Mutter (Bibiana Beglau), ihrem Vater (Benjamin Sadler) und ihrer Schwester Lena zu ihrem Haus in den Bergen.


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17 30/06

Filmfest München 2017: "The Big Sick" von Michael Showalter

Es klingt wie aus einem schlechten Drehbuch, doch die Geschichte von The Big Sick ist tatsächlich so passiert, denn genau so haben sich Comedian und Silicon Valley-Darsteller Kumail Nanjiani und seine Frau Emily V. Gordon kennen gelernt. Und wer könnte diese Geschichte besser erzählen als die beiden selbst. Also haben sie das Drehbuch geschrieben, mit Judd Apatow (Girls, Brautalarm) einen Produzenten gefunden, der sich bestens mit amerikanischen Komödien auskennt und mit Michael Showalter (Hello, My Name is Doris) als Regisseur noch eine ordentliche Portion Indie-Kino mit in dieses Projekt hineingebracht. Das Ergebnis mit dem Titel The Big Sick schlug in Sundance jedenfalls ein wie eine Bombe und wurde beim SXSW-Festival mit dem Publikumspreis bedacht.


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17 30/06

Filmfest München 2017: "The Age of Shadows" von Kim Jee-Woon

Kim Jee-Woon gilt im an Talenten nicht gerade armen Südkorea als einer der Superstars unter den Filmemachern und hatte mit The Last Stand (mit Arnold Schwarzenegger) bereits mehr als nur einen Fuß in der Tür der großen Hollywood-Studios. Im Vergleich zu seinen bisherigen in seiner Heimat realisierten Filmen wie A Bittersweet Life, The Good, the Bad, the Weird, A Tale of Two Sisters und dem furiosen I Saw the Devil geriet The Last Stand recht zahm und wurde den Erwartungen nicht gerecht. Mit The Age of Shadows ist Kim Jee-Woon nach Korea zurückgekehrt und damit hat sich auch die alte Form wieder eingestellt: Sein opulent-eleganter Spionagethriller ist ein Fest fürs Auge.


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