13 05/07

A Liar's Autobiography: The Untruest Story of Monty Python's Graham Chapman

Als ich das erste Mal als Kind Monty Python’s Das Leben des Brian sah, hatte ich Bauchschmerzen vor Lachen. Dabei habe ich bestimmt nur ein Viertel aller Witze überhaupt kapiert. Viel mehr musste ich über die Figur des Brian lachen, der von Graham Chapman mit solch einer Brillanz gespielt wurde, dass der Film auch hätte ein Stummfilm sein können. Erst Jahre später konnte ich die spitzzüngigen, albernen und surrealen Witze der Pythons verstehen.

Chapmans Krebstod läutete das Ende der Comedy-Truppe ein, die, so sagte Eric Idle einmal, sich nur mit Chapman gemeinsam wieder vereinen würde. Dazu müsste man aber erst mal seinen Agenten anrufen. Doch vor seinem Tod schrieb Chapman noch seine Autobiographie eines Lügners, in der er sein Leben in der wohl unterhaltsamsten, wenn auch unwahrsten Art beschreibt. Aber seien wir ehrlich, wessen Autobiographie ist schon wirklich ehrlich? Das Buch war ein Hit und ist inzwischen in der dritten Auflage.

Von Chapmans Kindheit führt der Roman durch sein ganzes Leben – die Zeit bei den Monty Pythons spielt dabei natürlich eine zentrale Rolle. Was für ein wunderbarer, letzter pythonsesker Film das hätte werden können, doch das Leben Chapmans ohne Chapman darzustellen, war unmöglich. Bis jemand eine Aufnahme einer Buchlesung fand, aus der der Wahnsinnige persönlich seine Autobiographie verlas. Diese wurden nun genommen und zusammen mit vierzehn verschiedenen Animationsstudios und 17 verschiedenen Animationsstilen zum Leben erweckt. Mit dabei natürlich die restlichen Pythons (alle außer Eric Idle) und – um dem Ganzen die Unberechenbarkeit von früher zu geben – Cameron Diaz als Dr. Sigmund Freud. Und das alles in 3D.

Das klingt nach ganz schön viel Patchwork und genau so fühlt sich der Film auch ein. Kohärenz sieht anders aus, aber das trifft wohl das eigenartige Leben zwischen Ruhe und Wahnsinn ganz gut. Für Monty Python Fans ist dieser Film natürlich ein Muss. Für Python Anfänger wird er nur unverständliches, surreales Gerede sein. Ein wenig erinnert er an Yellow Submarine, doch hat er nicht seine Brillanz – zumindest nicht immer. Es gibt unfassbar großartige Sequenzen, die an die Hochzeiten der Comedy-Truppe erinnern, es gibt aber auch gleichzeitig viele Momente, die flach bleiben und nur so vor sich hin kriechen.

A Liar’s Autobiography: The Untruest Story of Monty Python’s Graham Chapman ist wohl als seiner dieser Filme einzustufen, die einerseits genial, andererseits unfassbar frustrierend sind. Was am Ende aber bleibt, ist ein wenig Wehmut und das dringende Bedürfnis, Das Leben des Brian etc. sofort noch mal anzuschauen.

(Beatrice Behn)