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17 28/09

San Sebastián 2017: "Marrowbone" von Sergio G. Sánchez

Marrowbone beginnt mit einem hinlänglich bekannten Motiv des Gruselfilm-Genres: dem Wunsch einer traumatisierten Familie nach einem Neuanfang, welcher sich durch einen Ortswechsel erfüllen soll. Das schöne, alte Haus fernab von der großen Stadt, in das solche Familien zumeist hoffnungsfroh einziehen, erweist sich dann stets als haunted house. Die Dämonen der Vergangenheit kehren zurück, nehmen schaurige Gestalt an und fordern zur Konfrontation, zum erbitterten Kampf auf. "You can run but you can't hide", so lautet die Botschaft dieser Erzählungen.


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17 26/09

San Sebastián 2017: "Licht" von Barbara Albert

Zu Beginn sehen wir verschwommene, rätselhafte Bilder. Auf diese folgt die Nahaufnahme einer jungen, grell geschminkten Frau mit turmhoher Perücke in Rokoko-Garderobe, die am Klavier sitzt; die Augen der Frau sind verdreht und entzündet. Zu hören ist ein virtuoses Spiel, welches schließlich mit Applaus bedacht wird. Mit dem Beifall gehen jedoch ermahnende Worte aus dem Hintergrund einher: "Nicht so wackeln! Du wackelst schon wieder so!" Zugleich werden die Reaktionen des Publikums erfasst; sie reichen von Faszination über Mitleid bis hin zu Häme.


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17 25/09

San Sebastián 2017: "Le sens de la fête" von Olivier Nakache und Eric Toledano

Mit seinen beiden vorigen Arbeiten Ziemlich beste Freunde (2011) und Heute bin ich Samba (2014) hat das französische Drehbuch- und Regie-Duo Olivier Nakache und Éric Toledano großes Talent für die Kombination von Witz und Tragik, von unterhaltsamen und relevanten Themen bewiesen. Das neue Werk der Filmemacher Le sens de la fête ist nun ganz entschieden eine Komödie.


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17 25/09

Ewige Krise – Hollywood und die Gründe für teure Flops

Die Krise ist in der Krise. Nur noch selten ist sie heute, als was sie immer definiert war: ein vorübergehender Moment größter Not, Teil des Übergangsprozesses in eine neue Situation. Krisen werden nicht mehr gelöst, sondern verschwinden entweder weitestgehend aus der öffentlichen Wahrnehmung (Griechenland, Finanzkrise) oder werden zum neuen Normalzustand (Klimawandel). Die oft postulierte Krise Hollywoods bewegt sich irgendwo zwischen diesen beiden Polen: Sie ist zum Grundrauschen der Branchenberichterstattung geworden und bleibt meist latent, wird aber mittlerweile fast ritualisiert zu bestimmten Anlässen und Jahreszeiten neu beschworen. 


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17 20/09

Kein digitaler Horror – Die kino-zeit-Kolumne

Das Horrorkino braucht das Lebendige. Tote, die auferstehen, Monster, die erweckt werden, Häuser, die sich verändern – die Beispiele sind zahllos, ihr gemeinsames Prinzip ist grundlegend für das Genre: Die Angst vor dem Lebendigen, das nicht lebendig sein darf. Dabei häufen sich in den vergangenen Jahren Beispiele, in denen die analoge Projektion mit ihrer Illusion von Leben auf der Leinwand wieder eine starke Rolle spielt. Sei dies der Crooked Man aus Conjuring 2  (USA 2016), ein Super-8-Dämon aus grauer Vorzeit in Sinister (USA/UK 2012) – oder aktuell die verselbstständigte Dia-Projektion von Es  (It, USA 2017).


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17 13/09

Don't show, don't tell? - Über die Verantwortlichkeit im Audiovisuellen

Als die 13 Episoden umfassende erste Staffel der Serie Tote Mädchen lügen nicht (13 Reasons Why) am 31. März 2017 auf der Streaming-Plattform Netflix veröffentlicht wurde, löste sie rasch äußerst heftige Kontroversen aus. Die Produktion befasst sich mit dem Suizid einer Highschool-Schülerin, die sieben Kassetten hinterlässt, auf denen sie über die Hintergründe ihrer Tat spricht. Bald wurden in den Medien die Fragen diskutiert: Ist es (zu) gefährlich, dieses Thema zu behandeln? Und begeht die Serie auf narrativer und/oder auf inszenatorischer Ebene womöglich grobe Fehler im Umgang mit dem sensiblen Sujet?


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17 06/09

Jesajah wird unsichtbar - Die kino-zeit-Kolumne

Selbst wenn Sie Kinder haben, kennen Sie womöglich Liliane Susewind nicht. Die junge Dame hat ganz besondere Fähigkeiten: Sie kann mit Tieren sprechen und Pflanzen zum Wachsen animieren. Liliane hängt deshalb gerne mit ihrem besten Freund Jesajah im Zoo ab und dolmetscht Tiersprache. Was man halt so macht als Heldin einer Kinderbuchserie, von der es mittlerweile über 15 Bände gibt.


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17 28/08

Die "Alt-Right“ gegen das Kino

Hört man nicht allzu genau hin, könnte man Unconscious Cinema zuerst einmal für einen der zahllosen Filmpodcasts halten, in denen Interessierte aus aller Welt über das Kino plaudern. Die Aufnahme wirkt ein wenig amateurhaft und übersteuert gelegentlich, die Diskussion schweift ab und verliert sich in Anekdoten - alles nicht außergewöhnlich für das Medium.  Bemerkenswert ist vor allem, wer da am Mikrofon sitzt und James Camerons Terminator-Filme neu interpretiert: Niemand anderes als Neonazi Richard Spencer, eine der Schlüsselfiguren jener neuen amerikanischen Rechten, die er selbst als "Alt-Right" bezeichnet; als radikalere "Alternative" zum Mainstream-Konservativismus.


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17 23/08

Zeitenwende und Generationswechsel - Die kino-zeit-Kolumne

Bevor nun die Saison der großen Spätsommer- und Herbstfestivals beginnt, in der sich Big Player wie Venedig, Toronto und San Sebastian förmlich die Klinke in die Hand geben, erschienen die Wochen der großen Ferien mit Ausnahme von Locarno wie eine Verschnaufpause, in der aber zwei Nachrichten aufhorchen ließen, die beide auf ihre Weise für eine gewisse Verunsicherung und ein Gefühl des Abschieds sorgten: Zum einen war dies natürlich der Tod von Hans Hurch, der seit 1997 die Viennale leitete und eigentlich nach der Ausgabe 2018 das Zepter an einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin übergeben wollte. 

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17 14/08

Zeig’s mir nochmal, Sam - Zu Wiederaufführungen im Kino

Die in diesen Monaten wieder besonders häufig auftretende Praxis der Wiederaufführung ist nicht neu. Man denke nur an die vielen Generationen, die mit Disneys Das Dschungelbuch groß geworden sind. Das Ganze ist ein wirtschaftlich legitimes und in gewissen Fällen äußerst lukratives Geschäft mit Aufführungsrechten. 


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