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17 16/10

Biopics - Zwischen Imitation und Interpretation

Biopics "werden dem Bedürfnis gerecht, Einblick in das Privatleben populärer Personen zu nehmen", heißt es in Reclams Sachlexikon des Films. Diesem Bedürfnis wird seit Beginn des Kinos eifrig nachgegangen – und auch in näherer sowie fernerer Zukunft dürfen wir es gestillt wissen: Vom Schriftsteller Charles Dickens (The Man Who Invented Christmas) über den Staatsmann Winston Churchill (Die dunkelste Stunde) bis hin zur Eiskunstläuferin Tonya Harding (I, Tonya) stehen zahlreiche berühmte, teils tote, teils lebende Leute zur Verfügung, um ihr Dasein oder eine prägnante Episode daraus (abermals) auf die große Leinwand bannen zu lassen. Doch ist das wirklich immer allzu reizvoll?


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17 13/10

Quo vadis, Genrefilm? – Ein Bericht vom HARD:LINE Festival in Regensburg

Genrefilmfans kommen in Deutschland immer häufiger auf ihre Kosten. Jede Woche startet ein neuer Streifen aus der Horror-, Science-Fiction-, Fantasy- oder Thrillersparte. Viele Multiplexe zeigen Sondervorführungen japanischer Animes, türkischer und russischer Blockbuster. Und was es nicht in die Kinos schafft, ist meist auf DVD und Blur-ray, sei es von deutschen Anbietern oder als Import zu haben. Den Rest decken Filmreihen und Festivals ab, die auch manch bislang unentdeckte oder unzugängliche Perle im Programm haben. Dahinter stecken meist viel Mühe und kaum Ertrag. kino-zeit hat sich bei einem Vertreter aus der bayerischen Provinz einmal umgesehen und sich mit dem Macher unterhalten.


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17 11/10

20 Jahre "Bandits" oder: Ein Mahnmal zum Umgang mit Frauen im deutschen Filmbusiness - Die kino-zeit-Kolumne

Bandits aus dem Jahre 1997 gilt für eine ganze Generation Frauen aus Deutschland bis heute als Kultfilm. Der von den Hauptdarstellerinnen selbst komponierte Soundtrack wurde über 700.000 Mal verkauft und gilt als der erfolgreichste europäische Filmscore. Doch die überwiegend männlichen Kritiker vernichteten den Abschlussfilm Katja von Garniers noch vor seiner Premiere. Eine Analyse zum 20-jährigen Jubiläum von Bandits und einem der größten Schandflecke der deutschen Filmkritik der Gegenwart.


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17 09/10

Eine angesägte Krücke – Über Kino-Abonnements

Das Abonnement gilt als das Geschäftsmodell von Gegenwart und Zukunft. Nichts gibt es, was nicht ein spezialisiertes Start-up-Unternehmen als regelmäßig wiederkehrende Leistung anbieten würde. Neben Branchen, in denen das Abonnement eine lange Tradition hat, wie Zeitungen, kamen in den vergangenen Jahrzehnten beispielsweise auch Video- und Musik-Streaming sowie Cloud-Dienste hinzu. Selbst Polizeiausrüstung, Speck oder Cannabis-Zubehör werden mittlerweile im Rahmen dieses Models angeboten. Onlineversandhändler wie Amazon bieten Abonnement-Funktionen für viele Verbrauchsgegenstände sogar schon automatisiert an, vom Kauf unterscheidet die Dauerleistung dann nur ein Klick. Das Schlagwort, welches die profitierenden Konzerne und Wirtschaftsanalysten kolportieren, lautet subscription economy: Eine Wirtschaft, in der das Nutzungsrecht den Privatbesitz ersetzt und die regelmäßige Wiederholung über die Einzelerfahrung gestellt wird, in der große Neuanschaffungen zu monatlich abgebuchten Daueraufträgen und Produkte zu Dienstleistungen werden.


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17 04/10

San Sebastián 2017: "Loving Pablo" von Fernando León de Aranoa

Schon oft wurde der kolumbianische Drogenhändler, -schmuggler und Terrorist Pablo Escobar (1949-1993) in Filmen und Serien dargestellt – etwa im Thriller-Drama Escobar: Paradise Lost (2014) oder in der Netflix-Produktion Narcos, deren dritte Staffel im September 2017 veröffentlicht wurde. In elf Episoden von Narcos taucht eine TV-Journalistin namens Valeria Velez auf, die eine Affäre mit Escobar eingeht. Diese Figur basiert auf der realen Fernsehmoderatorin Virginia Vallejo.


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17 04/10

Glaube, Liebe, Russland - die kino-zeit-Kolumne

Der russische Film ist über die deutschsprachige Medienlandschaft hereingebrochen. Von der NZZ bis zur FAZ reihen sich Artikel an Artikel, die allesamt plötzlich über den russischen Film, gar über die russische Kulturlandschaft diskutieren wollen. An sich ist das nicht nur wenig überraschend, es ist sogar durchaus zu begrüßen. In den vergangenen Monaten ereigneten sich in Russland in sehr kurzen Abständen einige brisante Begebenheiten - die Anklage und plötzliche Verhaftung des Regisseurs Kirill Serebrennikov, die Premiere von Andrei Zvyagintsevs Nelyubov (der internationale Titel des Films lautet Loveless) in Cannes, seine umstrittene Nominierung als russischer Oscarkandidat und selbstverständlich die politisch und religiös motivierten Unruhen um den russischen Kinostart von Alexei Uchitels Mathilde


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17 02/10

Tränen im Neonlicht

Das Eisenhüttenkombinat J.W. Stalin ist mit großer Sicherheit nicht die erste Assoziation, die man zu Ridley Scotts SciFi-Klassiker Blade Runner und dessen diese Woche startenden Fortsetzung Blade Runner 2049 hat. Dennoch gibt es einen verbindenden Aspekt. Er findet sich im Neonlicht, das Film und Gebäude beleuchtet(e). Eisenhüttenstadt und Los Angeles. Beide erleuchtet vom utopischen Sog neuer Götter der Produktion. Der kommunistische Himmel der DDR getaucht in Neonfarben, die den sauren Regen des gestorbenen Hollywood-Babylons im November 2019 beleuchten oder wie es der amerikanische Filmemacher Thom Andersen in seinem Essayfilm Los Angeles Plays Itself formulierte: „Neon beyond our wildest dreams.“ Vielleicht ein Fingerzeig, vielleicht ein bedeutungsloser Zufall.


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17 02/10

San Sebastián 2017: "The Wife" von Björn Runge

Mit The Wife bringt der schwedische Filmemacher Björn Runge den gleichnamigen, 2003 veröffentlichten Roman der US-Autorin Meg Wolitzer auf die Leinwand; das Drehbuch stammt von Jane Anderson, aus deren Feder auch die gelungene Adaption Ein amerikanischer Quilt (1995) sowie die Mini-Serie Olive Kitteridge (2014) stammen. Die Stärken des Werks liegen ganz eindeutig in den Dialogen und im Schauspiel; inszenatorisch wagt sich Runge hingegen leider nie über eine solide Bebilderung des belang- und reizvollen Stoffes hinaus.


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17 02/10

San Sebastián 2017: "Der Hauptmann" von Robert Schwentke

Nachdem er viele Jahre in Hollywood gearbeitet und dort unter anderem den Thriller Flightplan (2005) und die Action-Komödie R.E.D. (2010) in Szene gesetzt hat, kehrt der in Stuttgart geborene Filmemacher Robert Schwentke nach Deutschland zurück und legt als Drehbuchautor und Regisseur mit Der Hauptmann ein kinematografisches Biest in Schwarz-Weiß vor. Das Werk befasst sich mit den Taten des realen deutschen Kriegsverbrechers Willi Herold (1925-1946) - und könnte kaum weiter von historischem Konsens-Kino entfernt sein.


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17 29/09

San Sebastián 2017: "The Disaster Artist" von James Franco

Das Dreiecks-Melodram The Room, geschrieben, inszeniert, finanziert und in der Hauptrolle gespielt von Tommy Wiseau, ist ein Paradebeispiel für das Label "So schlecht, dass es schon wieder gut ist": Der 2003 erstmals gezeigte Film ist kein kühl kalkulierter Trash-Hit wie etwa Sharknado, sondern ein mit heiligem Ernst geschaffenes Werk, das allzu gern Citizen Kane wäre, in seiner hohen Ambition aber ganz bemerkenswert scheitert. Durch Mundpropaganda entwickelte sich der anfängliche Flop in Midnight-Movie-Vorstellungen zu einem Phänomen, das an den Mitmach-Kult um The Rocky Horror Picture Show erinnert.


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