B-Roll BLOG

17 14/08

Zeig’s mir nochmal, Sam - Zu Wiederaufführungen im Kino

Die in diesen Monaten wieder besonders häufig auftretende Praxis der Wiederaufführung ist nicht neu. Man denke nur an die vielen Generationen, die mit Disneys Das Dschungelbuch groß geworden sind. Das Ganze ist ein wirtschaftlich legitimes und in gewissen Fällen äußerst lukratives Geschäft mit Aufführungsrechten. 


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17 11/08

Locarno 2017 - Logbuch, Tag 5

Auf der großen Leinwand am Piazza Grande sieht man in einer extremen Naheinstellung das atmende Fell eines Leoparden. Gleichmäßig und beruhigend aus der Projektionskabine kommend. Ich klopfe an die viereckige Box am Ende des großen Platzes, auf dem die vom Regen beeinträchtigten Open-Air-Vorstellungen des Festivals stattfinden. Hier definiert die künstlerische Leistung ihre Vorstellung von Publikumskino. Man könnte auch sagen, dass hier verschiedene Verleiher glücklich gemacht werden.


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17 10/08

Locarno 2017: "Der Mann aus dem Eis" von Felix Randau

In die nie enden wollenden Kranfahrten und Schwenks von Felix Randaus Der Mann aus dem Eis verbirgt sich ein Bestreben hin zum Erfahrbarmachen und Nachleben der rauen Natur vor über 5000 Jahren in den Ötztaler Alpen. Man denkt unweigerlich an The Revenant, weil auch hier die Kamera über den Film erhoben wird. Mit allem Bestreben einer fragwürdigen Authentizität will Randau das Leben beziehungsweise den Tod des sogenannten Ötzi nacherzählen. Es gibt im ganzen Film kein einfaches Bild. Alles erzählt immer davon, wie krass und teuer es hergestellt wurde. Der Eismann aus dem Tisenjoch ist eines der großen Mythen unserer Zeit, um ihn ranken sich zahlreiche Forschungen und Spekulationen. Randau ist weniger an der Fiktionalität seiner Figur interessiert, als an der Tür, die ihm dieser für einen Genrefilm öffnet.


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17 10/08

Locarno 2017 - Logbuch, Tag 4

Ich muss träumen: Statt einer Katze, in deren Blick ich einen Leoparden finde, starre ich in das erstarrte Antlitz einer sterbenden Frau in Wang Bings Mrs. Fang. Der Film zählt bisher zum absolut Besten in Locarno, weil er sich im Gegensatz zu vielen anderen Filmen hier nicht selbst als Kunst definiert, sondern schlicht etwas filmt, was er sieht. In diesem Fall eine sterbende Frau und ihre Familie, die sie in den Tod geleitet. Dabei verharrt die Kamera des chinesischen Filmemachers immer wieder auf der erstarrten Grimasse der an einer raren Form von Alzheimer erkrankten Frau. Zunächst kommt einem dieser Close-up zu nahe. Er stellt auch eine moralische Frage: Darf man sich so dem Tod nähern? Doch nach und nach entpuppen sich eine Zärtlichkeit und eine Frage, die sich zwischen Leben und Tod entfaltet, in den Zügen der Frau. Immer wieder stehen ihre Nächsten um sie herum und fragen sich, ob sie schläft oder wacht, ob sie noch lebt.


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17 09/08

Locarno 2017 - Logbuch, Tag 3

Es donnert über dem Lago Maggiore. Tiefe Wolkendecken hängen im umliegenden Gebirge. Die Vögel in meinem Hotel sind heute ruhiger, sie haben sich versteckt. Nur gelegentlich höre ich einen Ruf. Ich will mit dem Hotelpersonal darüber sprechen, aber sie sind beschäftigt. Eine Bedienstete sagt mir: „Später, später.“. Mit ihren gelb-schwarzen Taschen rennen die Festivalbesucher durch den Regen. Manche stolpern auf dem unebenen Steinpflaster, andere rutschen. Unter den Arkaden, durch die man geschickt von Kino zu Kino wandern kann, merkt man davon nichts. Dort ist es warm. Das Plätschern und das Donnern klingen wie ein entfernter Traum.


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17 09/08

Schluss mit dem Spießertum! - Die kino-zeit-Kolumne

Was ist eigentlich mit den Held_innen im Mainstream-Kino los? Sie werden uns gern als Outlaws verkauft, als total unkonventionell und unangepasst, kühn und cool, rebellisch und renitent. Sieht man sich ihre Lebenskonzepte allerdings einmal genauer an, zeigt sich – wie ich finde – rasch, wie schnarchlangweilig und entsetzlich bieder diese sind.


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17 08/08

Locarno 2017: „Das Kongo-Tribunal“ von Milo Rau

Das Kongo-Tribunal von Milo Rau ist nicht vorbei, wenn der Film endet und eigentlich hat es auch nicht begonnen, wenn der Film beginnt. Damit soll gesagt werden, dass der Film zu wenig ist, für das, was er zeigt und er trotzdem nicht scheitert, in dem, was er auszulösen vermag. Der Schweizer Filmemacher Milo Rau hat bereits angekündigt, seine mehr als 250 Stunden an gesammeltem Material online verfügbar zu machen. Außerdem seien ein Videospiel und ein Buch geplant.


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17 08/08

Locarno 2017 - Logbuch, Tag 2

Das Vogelzwitschern in meinem Hotelzimmer am Morgen ist beinahe unerträglich laut. Allein die Tatsache, dass es von Zufriedenheit beseelt ist, lässt mich noch einige Sekunden in der aufgehenden Sonne schlafen. Ich frage mich, wo sie sind, diese lauten Begleiter meiner Zeit hier in Locarno. Leider kenne ich mich nicht gut genug aus und vermag nicht zu erkennen, um welche Vogelart es sich handelt. Ihre Stimmen sind eher hoch, sie wirken aber nicht wie schreiender Nachwuchs. Sie klingen erwartungsfroh, als würden sie etwas vorbereiten.


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17 07/08

Locarno 2017 - Logbuch, Tag 1

Zunächst folge ich mit dem Tempo, das die drückende Schwüle mir erlaubt, einem kleinen Jungen. Er schiebt seinen Kickroller klackend hinter sich her, über das Kopfsteinpflaster, sein Nacken neigt sich zu einer Frau, die seine Mutter sein muss. Sie trägt ein genervtes Gesicht, aber geht lange nicht so schnell wie ich das aus anderen Orten kenne. 


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17 06/08

Locarno 2017: "The Dead Nation" von Radu Jude

Man könnte die letzten drei Filme des Rumänen Radu Jude als eine Trilogie der vergrabenen Geschichte(n) bezeichnen. In Aferim!, Scarred Hearts und jetzt auch The Dead Nation hat das neue Goldkind des Rumänischen Kinos einen ganz individuellen Weg gefunden, um hinter die Mechanismen von Bildern zu schauen. 


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