B-Roll BLOG

17 20/02

Road to the Oscars: Schwerelose Nähe – Kameramann James Laxton

Wir begegnen dem Jungen Chiron (Alex R. Hibbert) in Barry Jenkins' Moonlight zum ersten Mal, als er vor seinen Mitschülern davonläuft. James Laxtons Kamera heftet sich an seine Fersen, spurtet mit ihm über eine Wiese und verschanzt sich in einem leerstehenden Haus. Die Bilder sind hypernervös und voller Unschärfen. Erst als sich der Drogendealer Juan (Mahershala Ali) des Jungen annimmt, kehrt wieder Ruhe ein und Laxton zurück zu seiner elegant gleitenden, die Figuren umkreisenden Steadycam, mit der er Juan kurz vor Chirons Flucht in das Drama eingeführt hatte.


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17 20/02

Kann das Kino noch provozieren?

Manche Filme scheitern, weil sie gemocht werden. Man stelle sich das nur mal vor: Da übergießt man seine Bilder mit glitschiger Ambivalenz, stößt Abgründe in die tiefsten Höllen der menschlichen Seele auf, hält mit der Kamera ungehemmt auf Gewalt, Sex und Perversion, kratzt an den wenigen verbleibenden Tabus seiner Zeit, und wie reagieren Publikum und Kritik, die doch heute angeblich so sensibel und übermäßig politisch korrekt sein sollen? Sie applaudieren, schreiben glühende Lobeshymnen und zeichnen den Film mit hässlichen goldenen Statuetten aus. Ein Albtraum!


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17 16/02

Hartl & Behn besprechen: T2 Trainspotting, Mein Leben als Zucchini & Fences

Heute mal von einem anderen Ort: Sonja Hartl und Beatrice Behn analysieren die Filmstarts der Woche direkt von der Berlinale. Mit dabei das Sequel T2 Trainspotting von Danny Boyle, der herzzereißend gute Animationsfilm Mein Leben als Zucchini, der auch für einen Oscar nominiert ist und Fences von Denzel Washington, ebenfalls ein Oscar-Kandidat.

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17 11/02

Die Puppen tanzen lassen - Stop-Motion-Puppenanimationen im Wandel der Zeit

Wenn am 16. Februar 2016 der französisch-schweizerische Film Mein Leben als Zucchini / Ma vie de courgette von Claude Barras in den deutschen Kinos startet, der auch zehn Tage später bei der Verleihung der Academy Awards in der Kategorie Bester Animationsfilm antritt, dann ist das nicht nur ein selten gewordener Glücksfall im Bereich der animierten Spielfilme, sondern auch eine Erinnerung an die Anfänge des Kinos im Allgemeinen und des animierten Kinos im Besonderen.


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17 09/02

Hartl & Behn besprechen: 50 Shades of Grey - Gefährliche Liebe, Der Eid & Girl with all the Gifts

Nicht unbedingt geeignet für die Romantik des Valentinstags: Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe tut zwar romantisch, ist aber eher eine Katastrophenbeziehung, Der Eid zeigt, wohin die Liebe eines Vaters für seine Tochter führen kann und The Girl with all the Gifts eleminiert lieber fein säuberlich gleich die ganze Menschheit. Da helfen auch keine Blumen.

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17 09/02

Frischer Wind im Puiuland - Zum Status quo des rumänischen Kinos

Eigentlich kennt man das ja schon. Pünktlich zu Festivals tauchen größere oder kleinere Texte zum Status des rumänischen Kinos auf, immer wieder wird dabei der Begriff einer Welle verwendet, die rund um die Aushängeschilder Cristi Puiu und Cristian Mungiu vor etwas mehr als zehn Jahren die internationale Festivalwelt mit oberflächlich betrachtet sehr ähnlichen ästhetischen und kinematografischen Prinzipien überrollte. Dann bemühen die Autoren zweifelhafte, aber durchaus nachvollziehbare Begriffe wie Realismus, Objektivität oder "Miserabilismus", schreiben von neuen Tendenzen und stellen letztlich fest, dass diese Welle schon viel zu lange anhält, um eine Welle zu sein.


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17 08/02

Der Film zum Trailer, eine Enttäuschung - Die kino-zeit-Kolumne

Wenn man bei einem Kinobesuch in einem Film landet, der nicht den eigenen Erwartungen entspricht, muss das nicht zwangsläufig etwas Schlechtes sein. Es kann jedoch dazu führen, dass man sich irgendwie betrogen fühlt. Sarah Deming, einer Frau aus Michigan, erging es im Jahre 2011 mit Nicolas Winding Refns Drive so – weshalb sie (skurrilerweise) eine Klage anstrebte. Mir erging es hingegen vor einigen Wochen mit einem anderen Film so. Von einer Klage werde ich ganz gewiss absehen; stattdessen schreibe ich diese Kolumne. Also: Nimm das, Passengers!


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17 06/02

Filmmusik verstehen durch Bette Davis

Es gibt eine interessante Anekdote über die Dreharbeiten von Edmund Gouldings Melodram Opfer einer großen Liebe von 1939: In der besonders emotionalen letzten Szene des Films kämpft sich Bette Davis‘ durch einen Tumor erblindete Figur Judith mühsam eine lange Treppe hinauf. Cast, Crew und einige Besucher sahen am Set mit an, wie Davis ihre Hände um das Gelände klammerte und Stufe um Stufe hinaufkletterte.


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17 02/02

Hartl & Behn besprechen: Hidden Figures, Live By Night & Die irre Heldentour des Billy Lynn

Irgendwie haben sich die Besprechungen der neuen Kinostarts in eine Tour durch US-amerikanische Literaturverfilmungen verwandelt. Was soll's. Beatrice Behn und Sonja Hartl sind wie immer liebevoll, aber kritisch mit dem Oscar nominierten Hidden Figures, Ben Afflecks Gangsterdrama Live By Night und Ang Lees Die irre Heldentour des Billy Lynn.

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17 01/02

Filmfestival Max Ophüls Preis 2017 - "Liebes Ich," von Luise Makarov

Die Berliner Regisseurin Luise Makarov hatte für ihren DFFB-Abschlussfilm von vornherein eine ziemlich außergewöhnliche Idee im Kopf: Was würdest du dir selbst schreiben? Gerade in einem Brief, den du im Grunde immer schon einmal bekommen wolltest? Was wäre dir dabei besonders wichtig und welche (Lebens-)Aspekte würdest du, ob bewusst oder nicht, sicherlich ausklammern?


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