B-Roll BLOG

16 29/07

Der nackte weiße Mann und der Dschungel - Über die Neuverfilmung von "Tarzan"

Die Faszination der westlichen Welt mit der Exotik, dem Dschungel, den indigenen Völkern, allem was nichts mit der eigenen Umwelt zu tun hat, reicht weit zurück. Der exotische Roman am Anfang des 20. Jahrhunderts war der Inbegriff der bürgerlichen Gesellschaftsflucht. Kipling schrieb nicht nur das Dschungelbuch über das Wolfskind Mowgli, sondern auch Kim, ein Buch über den gleichnamigen irischen Jungen, der in Slums von Lahore aufwächst. Karl May wiederum schrieb über Winnetou und die Romantik des wilden Westens. Die Darstellungen nicht westeuropäischer Menschen ist dabei natürlich immer von imperialistischen Stereotypen des 20. Jahrhunderts geprägt. Einzig Joseph Conrads im Kongo angesiedelter Roman Heart of Darkness stellt sich den Stereotypen entgegen. Stattdessen zeigt er in seinem Buch, dass die Westeuropäer sich in keiner Weise von den vermeintlichen Wilden unterscheiden.


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16 27/07

Der Ton macht das Bild - über die unsichtbare Macht der Filmtonspur - Die kino-zeit-Kolumne

Diese Woche schon einen richtig guten Film gehört? Genau: gehört. Denn bei Film zuerst immer nur an Bilder zu denken, ist etwas kurzsichtig. Ein guter Teil der Filmwahrnehmung läuft schließlich übers Ohr. "Sound is half the experience", davon ist George Lucas überzeugt – nicht nur wegen der Star Wars-Laserschwerter, die ohne den spezifischen Sound doch nur bessere Neon-Knick-Leuchtsticks zum Rumfuchteln wären. Sein Statement trifft nicht nur auf klassische Science-Fiction-Epen mit bis dato ungeahnten Klängen zu, sondern auf Film als Medium an sich. Ich muss hier also gar nicht unbedingt die Weiten des Weltraums bemühen, um eine Lanze für den Ton zu brechen.


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16 26/07

Festivalimpressionen Teil 1 vom "Nowe Horyzonty"-Festival in Breslau

Das "Nowe Horizonty"-Festival in Breslau besteht zwar erst seit 16 Jahren, doch es hat sich in dieser vergleichsweise kurzen Zeit bereits einen enormen Ruf in der Welt der Filmfestivals erarbeitet und zählt mittlerweile zu den kulturellen Großereignissen in Polen. In diesem Jahr besucht für uns Patrick Holzapfel das Festival, schildert im Video seine Seheindrücke zu Filmen wie dem neuen Achtstunden-Werk A Lullaby to the Beautiful Mystery von Lav Diaz und Park Chan-wooks The Handmaiden und trifft auf der Straße noch spontane Interviewpartner. 

 

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16 25/07

Wie Kassenschlager aus China den amerikanischen Blockbuster verändern

Goldgräberstimmung klingt nur nach einem erstrebenswerten Zustand, wenn man dabei nicht tatsächliche Goldgräber vor Augen hat. Die amerikanischen Schürfer, die sich im 19. Jahrhundert vom Goldfieber packen ließen, waren oft Getriebene, die eine Chance sahen, bitterster Armut zu entkommen. Die meisten von ihnen gingen leer aus. Angesichts des rasant wachsenden chinesischen Filmmarktes herrscht gegenwärtig Goldgräberstimmung in Hollywood. Arm ist man in der Traumfabrik längst noch nicht, doch im Laufe der nächsten Jahre wird China die USA als größter Kinomarkt überholen. Bereits 2017 soll es vielen Analysten zufolge soweit sein. Es ist ein Prozess, der am amerikanischen Blockbuster-Kino nicht spurlos vorübergehen wird.


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16 21/07

"Normale historische Filme sind nicht mein Ding" - Mika Kaurismäki im Gespräch zu "The Girl King"

Mit fünf Jahren wurde sie Königin von Schweden und Finnland, mit 28 Jahren hat sie unverheiratet abgedankt und ist zum Katholizismus konvertiert: Christina von Schweden war und ist eine schillernde Figur in der finnisch-schwedischen Geschichte - und nun hat Mika Kaurismäki mit The Girl King einen Film über die Zeit vor ihrer Abdankung 1654 gedreht. Sonja Hartl hat den finnischen Regisseur bei den Nordischen Filmtagen in Lübeck getroffen.

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16 20/07

Sommerliche Fluchttendenzen - Die kino-zeit-Kolumne

Wie schön könnte doch der (Kino)Sommer sein: Mit Toni Erdmann ist gerade eine deutsche Komödie angelaufen, für die man sich ganz und gar nicht schämen muss, sondern die vielmehr das Zeug hat, zumindest etwas vom reichlich ramponierten Ruf des deutschen Films wiederherzustellen.


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16 18/07

Toni Erdmann: Eine deutsche Humor-Geschichte

In Interviews zu Toni Erdmann wird Maren Ade gerne nach dem deutschen Humor gefragt und ob sie ihn neu erfunden habe. Sie antwortet dann in der Regel damit, dass Deutschland immer schon ein Land vieler großartiger Komiker wie Loriot gewesen wäre. Gibt es überhaupt so etwas, wie nationalen Humor? Zumal in einem Film, der sich der Einflüsse des Landes, in dem er zum größten Teil spielt und das von sich behauptet, die Absurdität erfunden zu haben, kaum erwehren kann.


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16 15/07

Das Verschwinden der Kinos Teil 2: Lange leben die Kinos!

Nachdem wir im ersten Teil auf das geblickt haben, was im und mit dem Kino verloren geht, wollen wir jetzt einen möglichen Ausblick wagen. Dieser Ausblick ist jedoch mehr eine Möglichkeit denn eine Sicherheit. Es ist ein Blick, der tatsächlich aus dem heraus führen soll, was wir normal sehen, wenn wir ans Kino denken. Dieser Ausblick muss unbedingt subversiv gegen das derzeitige Verleihsystem arbeiten. Er muss es wieder verstehen, dass Underground, Avantgarde oder Unbekanntes nichts mit Nostalgie zu tun haben. Es geht darum, Rahmen aufzubrechen. Nur so können jene Fiktionen entstehen, die das Kino nähren.


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16 13/07

Schlüsselerlebnisse im Lichtspielhaus - Die kino-zeit-Kolumne

Es gibt unzählige Gründe, weshalb ein Kinobesuch unvergesslich sein kann. Im Dunkel des Kinosaals werden wir mit einer Flut von Bildern, Tönen und Emotionen konfrontiert, denen wir uns nicht – wie im sogenannten 'Heimkino' – ohne Weiteres entziehen können. Wir setzen unseren Körper und Geist einem Lichtspiel aus, oft in Begleitung und umgeben von anderen Menschen, deren Reaktion auf das gezeigte Geschehen zu einem Teil unseres eigenen Erlebens wird. Zu den eindrücklichsten Erfahrungen dieser Art zählen wohl jene, die eine persönliche Premiere darstellen.


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16 11/07

Gierige Augen - Vom Wunsch, alles zu sehen

"Ich habe einen Schnelllesekurs gemacht und Krieg und Frieden in zwanzig Minuten gelesen. Es hat etwas mit Russland zu tun." Dieser Witz aus Woody Allens Zeit als Bühnenkomiker ist schon über fünfzig Jahre alt und persifliert dennoch treffend eine Haltung, die sich auch heute noch größter Beliebtheit erfreut, vielleicht sogar eine neue Qualität erreicht hat. Eine, die alles konsumieren, an allem teilhaben, alles be- und verurteilen will, sich aber jeder Auswahl verweigert, jede Form von Aufwand scheut und keinen Unterschied zwischen Landkarte und Welt mehr macht.


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