B-Roll BLOG

16 24/06

Deutscher Film Teil 5 – Wie kann es vorwärts gehen?

"Ist das nicht Kommunismus?", soll Brad Pitt gefragt haben, als ihm Steffen Andersen-Møller, damals PR-Manager des Dänischen Filminstituts, den Weg zum dänischen Filmwunder erklärt hat. Antwort: Nein, kein Kommunismus. Sondern Kunst. "Wir sind ein kleines Volk von 5,6 Millionen Menschen, mit einer Sprache, die niemand außer uns spricht und versteht", führt er aus, "unser Parlament hat schon vor vielen Jahren deklariert, Film sei das Transportmittel Nummer eins, um Menschen in aller Welt dänische Kultur nahezubringen." Nach Beschluss des dänischen Parlaments wird folglich der dänische Film mit allen verfügbaren Mitteln unterstützt. Alle vier Jahre wird das Förderbudget aufgestockt. Politiker aller Parteien stehen hinter dem System, man hat auch bei Politikwechseln nach Parlamentswahlen Planungssicherheit. Und alle sind sich einig, dass Film mit Kunst zu tun hat und nicht mit Geld. "Das ist unser Fokus, das ist klar definiert", so Anderson-Møller im Interview mit dem österreichischen Filmmagazin Ray: "Film muss kein Geld machen, aber natürlich sind wir nicht böse, wenn er es doch tut."


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16 17/06

Deutscher Film, Teil 4: Entschuldigung, liegt hier irgendwo der deutsche Film begraben?

Liegt der deutsche Film vielleicht in München begraben? Um den berühmten Satz Werner Enkes aus Nicht fummeln, Liebling! abzuwandeln, der in May Spils’ Film wutentbrannt die fiktiven Bavaria-Studios verließ? Im Jahr 2016 sind gleich drei Filme entstanden, die die Münchner Gruppe neu beleuchten und weit mehr ins Zentrum bundesrepublikanischer Filmgeschichte rücken wollen, als es bisher üblich war. Dabei handelt es sich um Dominik Grafs Verfluchte Liebe Deutscher Film, Serpil Turhans Rudolf Thome – Überall Blumen und Zeigen was man liebt von Frank Göhre, Borwin Richter und Torsten Stegmann, der in Kürze beim Filmfest München seine Premiere feiern wird.


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16 16/06

Das Horrorkino und die Langeweile der Attraktion

Mit The Conjuring 2 (James Wan, 2016) wird in diesem Jahr eine das Horrorkino der vorigen Jahre prägende Reihe fortgesetzt. Gemeinsam mit The Conjuring (James Wan, 2013) und dem Spin-Off Annabelle (John R. Leonetti, 2014) sind die Filme Ausdruck einer bestimmten Ästhetik, die spätestens seit Paranormal Activity (Oren Peli, 2009) fest zum Mainstream des Genres gehört. Diese Ästhetik ließe sich mit den Worten des britischen Filmkritikers Mark Kermode etwa als "quiet-quiet-BANG!" bezeichnen – als eine Ästhetik des sogenannten jump scares, des Zuschauer-Schocks durch eine visuelle und akustische Überraschung. Jedoch wird nicht nur bei Mark Kermode Kritik an diesem Phänomen lauter: Hat sich der jump scare womöglich abgenutzt und das Horrorkino in eine Sackgasse manövriert? Wie steht es um das Genre und seine Möglichkeiten?


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16 13/06

"Denken stört" - Uisenma Borchu über ihr Spielfilmdebüt "Schau mich nicht so an"

In ihrem Spielfilmdebüt Schau mich nicht so an erzählt Uisenma Borchu von zwei Frauen: Iva, die alleinerziehende Mutter von Sofia, und ihre Nachbarin Hedi. Die Frauen freunden sich an, verlieben sich vielleicht sogar ineinander – aber stets scheint Hedi ein Spiel zu spielen, dessen Regeln niemand kennt. Harald Mühlbeyer hat mit der Regisseurin über ihren Film gesprochen.


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16 10/06

Deutscher Film - Teil 3: Kann der deutsche Film dem Prekariat entgehen?

Ein Regisseur in einem kleinen Kaff, von aller Welt verlassen, versucht mit den geringen Mitteln der Überredung, die er besitzt, einen Film zu drehen: Kohlhaas oder Die Verhältnismäßigkeit der Mittel ist nicht nur, aber auch eine ziemlich deutliche Zustandsbeschreibung der prekären Verhältnisse, unter denen hierzulande Filme gedreht werden.


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16 06/06

"Ich bin kein Hollywoodstar" - Interview mit Cate Blanchett

Wenn Cate Blanchett einen Raum betritt, dann verändert sich die Luft. Sie schwebt förmlich ins Hotelzimmer, beinahe elfenhaft, lässt sich in die Tiefen des Sofas fallen und spricht dann mit dieser Stimme, als hätte sie die ganze Nacht durchgemacht, eine Packung Zigaretten geraucht und zwei Flaschen Whiskey geleert. Cate Blanchett ist einer der wenigen echten Stars in Hollywood. Und das ohne viel Gehabe. Die ausgebildete Theaterschauspielerin triumphierte mit Elizabeth, spielte in den Tolkien-Verfilmungen Der Herr der Ringe und Der Hobbit, sie wechselt zwischen großen Blockbustern und kleinen Filmen, hat für Aviator und Blue Jasmine zwei Oscars zuhause stehen. Aktuell ist sie wieder im Kino, in dem Journalistendrama Der Moment der Wahrheit. Anna Wollner hat Cate Blanchett in London getroffen.


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16 03/06

Deutscher Film - Teil 2: Woher rührt der schlechte Ruf?

Das eigentliche und grundlegende Problem des deutschen Films ist, dass keiner ihn sehen will. Nicht deshalb, weil deutsche Filme grundsätzlich schlecht wären. Sondern deshalb, weil es deutsche Filme sind. Der deutsche Film hat einen schlechten Ruf. Der deutsche Film hat lange an diesem schlechten Ruf gearbeitet, und er hat stets Sorge dafür getragen, dass erstens dieser schlechte Ruf sich auf möglichst viele Ebenen bezieht und zweitens möglichst alle von diesem schlechten Ruf erfahren.

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16 01/06

"Ich wollte keinen Film mit Scheißmusik machen." - John Carney im Interview zu "Sing Street"

Mit Once hat er einen der schönsten Liebesfilme der jüngeren Kinogeschichte gedreht, mit Can A Song Save Your Life eine Hipster-Wohlfühl-Romanze in New York. Mit Sing Street kehrt der irische Regisseur John Carney zu seinen Wurzeln zurück und erzählt eine musikalische Coming-Of-Age-Geschichte gepaart mit einer zarten ersten Liebe. "Boy meets Girl" ist der Untertitel. "Girl Unimpressed. Boy starts Band." Anna Wollner traf Carney in London zu Gespräch.


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16 30/05

Flucht nach vorne - Das Kino des Sion Sono

Alles beginnt in der Heimat, die keine ist. Jede Geschichte im unaufhörlich expandierenden Filmuniversum des japanischen Regisseurs Sion Sono findet ihren Ursprung an Orten und in Zuständen, die ein Zuhause sein sollten, aber keines sind und auch nie mehr eines werden. Entweder sind seine Welten das Ergebnis einer vergangenen Kalamität (wie etwa in The Whispering Star) oder sie stellen selbst eine dar.


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16 29/05

"Die Logik habe ich bis heute nicht verstanden" - AKIZ über seinen Film "Der Nachtmahr"

Es ist einer der aufregendsten deutschen Filme der letzten Zeit: Der Nachtmahr von AKIZ (alias Achim Bornhak) vereint souverän eine Coming-of-age-Geschichte mit viel Teenage Angst und klassischem Grusel - und siedelt das ausgerechnet in den Techno-Clubs Berlin an. Was zunächst unvereinbar klingt, funktioniert ganz wunderbar und könnte später gar als eine der Wegmarke der Renaissance einer neuen deutschen Genrekultur im Kino gelten. Grund genug für Joachim Kurz, dem Regisseur AKIZ per Mail ein paar Fragen zu stellen. 

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