Kitchen Stories - Interview mit Regisseur Bent Hamer

Kinostart: 18.01.2004
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Am 5.2. 2004 startet Kitchen Stories in den deutschen Kinos, eine schrullige Geschichte über Küchen, männliche Kochgewohnheiten und Freundschaft. Bent Hamer, 47, ein Unikat in Sandalen und kurzen Hosen, hatte die Idee zu Kitchen Stories vor 25 Jahren, als er drei Second-Hand Bücher aus den 50er Jahren kaufte, die sich WIE SIE IHR LEBEN LEBEN SOLLTEN nannten. Eines der Bücher enthielt auch das Diagramm, das die Wege einer Hausfrau in der Küche zeigt. „Damals wuchs in mir die Idee für einen Film,“ sagt Hamer.

Es sieht so aus, als wärst du von wortkarger Kommunikation zwischen Männern fasziniert.

Ich glaube, KITCHEN STORIES hätte genauso gut von Frauen handeln können, aber ich finde, es ist einfacher, diese Form von Kommunikation mit Hilfe von Männern zu zeigen. Frauen haben wohl andere Codes, um das Unausgesprochene zwischen sich auszudrücken.
Was mit Folke und Isaak passiert, ist, dass sie sich in einer Situation wiederfinden, in der sie sich physisch nah sein müssen, während man ihnen gleichzeitig jegliche Form zwischenmenschlicher Kommunikation verbietet. Ich könnte nun leicht ausschweifen und darüber sprechen, inwiefern dies auf viele Ebenen der Gesellschaft zutrifft, aber ich werde es lassen.
Der Film enthält eine Kernreplik von Green (einem Kollegen von Folke). Er hat begonnen, mit dem Forschungsobjekt zusammen zu trinken, etwas, was selbstverständlich verboten ist. Als er nachts auf der Suche nach mehr Alkohol zu Folke kommt, bricht es verzweifelt aus ihm heraus, dass „man doch miteinander reden muss“. Ich glaube trotzdem, dass wir miteinander reden können, ohne dass wir viel sagen müssen.

Dieses ganze Interview könnte leicht den Requisiten und der Szenographie geweiht sein. Du erzeugst viel Humor und Menschentypen, einzig, indem du Gegenstände zeigst. Als ich den Film sah, war ich außerdem überrascht darüber, wie wenig man sich von unserer eigenen Zeit entfernen muss, bis eine Reihe Sachen komisch und entfremdet erscheinen. Zum Beispiel das Linksfahren in Schweden oder dass der Arzt (Sverre Anker Ousdal) raucht, während er seine Patienten untersucht. Was war dir bei deiner Arbeit wichtig, als du die Zeit und das Milieu geschildert hast?

Die Campingwagen mussten wir selbst bauen, um genug gleiche Wagen zu bekommen, so dass der Aufzug glaubwürdig wirkte. Ich muss den Einsatz des Requisiteurs Billy Johansson (auch bekannt als Billy Betong aus Pelle Parafins „Böljeband“) betonen.
Er war es, der die Wagen entworfen hat und dies war eine wichtige Entscheidung, damit die Szene funktionieren konnte. Nun versuchen wir übrigens, sie auf unsere Tournee mitzunehmen, aber es ist schwierig, sich die notwendigen Genehmigungen zu beschaffen, um auf norwegischen Straßen zu fahren.
Die „Farbe dieser Zeit“ kommt übrigens nicht nur durch Gegenstände und die Szenographie zustande: Die Stimmung, der Dialog, wie die Leute sich in unterschiedlichen Rollen zueinander verhalten, die Formalitäten, die das Arbeitsleben prägten. Solche Dinge sind auch wichtig, wenn alles zusammenklingen soll.

Woher kommt der hintergründige Titel?

Kitchen Stories … Das mit der Küche ist ja in Ordnung. Stories … Ich glaube, die Menschen verstehen es, wenn sie den Film sehen. Der Titel bezieht sich auf den Film und nicht auf irgendetwas anderes. Der Ort im Film heißt übrigens Landstad, und wir dachten ein wenig daran den Film „Landstad-KITCHEN STORIES“ zu nennen, aber wir ließen es sein.

Lange bevor von Kitchen Stories die Rede war, hörten wir von „Factotum“, deiner geplanten Verfilmung von Charles Bukowskis selbstbiographischem Roman. Wie läuft es mit diesem Projekt?

Wir bemühen uns, es in Gang zu bringen. Ich hoffe und glaube, dass etwas daraus wird, aber es ist ein langer Prozess. Der Film soll in den USA gemacht werden und das System dort fordert, dass man sich ihm weitgehend anpasst. Es dauerte zum Beispiel eineinhalb Jahre, bis wir es aufgaben, Sean Penn für die Hauptrolle zu gewinnen. Er wollte die Rolle übernehmen, ich war bei ihm zuhause. Aber sein Wohlwollen reichte nicht aus, um eine Abmachung zu treffen. Es gibt vieles, das noch nicht so klappt, wie es klappen sollte, aber dennoch lebt das Projekt.

Ist es frustrierend, so viel kämpfen zu müssen, um einen Film zu realisieren?

Ich bin gern bei allen Teilen des Prozesses dabei, und es gibt nichts, das ich als allzu frustrierend empfinde. Es ist klar, dass es stressige Zeiten gibt, aber nicht so, dass es beschwerlich werden könnte.
Wenn ich mich dazu entschließe, einen Film zu machen, muss es etwas sein, wofür ich wirklich brenne, und dann ist der Weg zum Ziel ohnehin mit Lust verbunden.

Das Gespräch führte I. Bergsagel
   
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