Die Figur des Ted Cole in „The Door in the Floor“ ist die interessanteste Rolle, die Sie in letzter Zeit gespielt haben. Wie stehen Sie selbst zu ihrer Rolle?
Mir hat die Rolle sicherlich gefallen. Das Erste was mich angesprochen hat war die Tatsache, dass der Film auf einem Roman von John Irving basiert. Er zeichnet so wunderbar komplexe Charaktere und darüber hinaus kombiniert er Tragödie mit Komödie auf sehr realistische Weise. Es ist toll eine Figur aus einem Roman zu spielen, denn man hat dieses reichhaltige Material auf das man zurückgreifen kann. Es hilft dabei, Nuancen eines Charakters genauer zu entwickeln.
Welche Art von Rolle stellt für Sie eine Herausforderung dar?
Ich bin einer dieser Schauspieler, die nicht nach einer bestimmten Rolle suche wie beispielsweise Charles de Gaulle. Ich entscheide intuitiv und spontan. Wenn ich über meine bisherigen Rollen nachdenke, finde ich sie nicht wirklich herausfordernd. Es gibt einen Teil in mir, der sich gegen Herausforderungen sträubt. Wenn jemand sagt „komm schon, du schaffst es“ dann denke ich „ja sicher, aber warum sollte ich es trotzdem tun?“ Es muss mir einfach Spaß machen.
Spricht da der „Dude“ Lebowski?
Ich schätze in jedem meiner Figuren steckt ein Stück von mir. Die Gemütlichkeit des „Dude“ liegt in meiner Natur, ebenso die künstlerische Kreativität des Ted Cole. Wie er habe auch ich Kinder und für die Rolle war es besonders hilfreich, aus eigener Erfahrung schöpfen zu können.
Bezüglich der Verlusterfahrung etwa?
Nicht ganz, doch meine älteste Tochter war sehr krank und wir dachte wir würden sie verlieren. Diese Ängste sitzen irgendwo im Hinterkopf. Es muss schrecklich sein, jemanden zu verlieren, den man mehr liebt als sich selbst. Meine Eltern haben vor langer Zeit einmal ihr Kind verloren und ich habe mich mit meiner Mutter darüber unterhalten.
Die schauspielerische Leistung der kleinen Ruth war bemerkenswert. Die Kleine scheint wirklich Talent zu besitzen. Wie waren die Dreharbeiten mit ihr?
Elle Fanning ist wirklich ein kleines Phänomen. Sie kommt ebenfalls aus einer Schauspielerfamilie und da besteht immer die Gefahr, dass sie übermäßig trainier werden und am Ende ihre kindliche Natürlichkeit verlieren. Doch für die erst vierjährige Elle war das wie ein lustiges Spiel. Ihre Großmutter hatte ihr die komplizierte Handlung nähergebracht und sie hat uns beim Dreh alle in die Tasche gesteckt. Zu Kim (Basinger) hatte sie eine besonders innige Beziehung.
Der Film thematisiert unterschiedliche Arten mit Trauer und Verlust umzugehen. Im Gegensatz zu Ihrer Frau Marion (gespielt von Kim Basinger) verstaut Ted seine verletzten Gefühle in einer Schublade und geht zur Tagesordnung über. Wie ist Ihre persönliche Erfahrung mit Verlust?
Ich habe zwar keine Kinder verloren, doch mein Vater ist bereits tot. Ich denke es ist einerseits eine gute Sache abzuschließen und weiterzuleben. Das merke ich wenn ich arbeite, denn ich kann mich besonders gut auf etwas konzentrieren und alles Andere ausblenden. Beim Arbeiten bin ich in einem entspannteren Zustand als in der Freizeit. Auf der anderen Seite muss man zwischendurch auf den Boden der Tatsachen zurückkehren, wobei mir meine Frau enorm hilft. Ihr habe ich Vieles zu verdanken. Wäre sie nicht da, könnte ich niemals so produktiv sein.
Sie sind gewissermaßen vorbelastet, stammen aus einer Künstlerfamilie. Hatten Sie jemals eine Chance zu entscheiden, welchen Beruf Sie wählen würden oder war ihr Weg von Anfang an festgelegt?
Ich habe mich aktiv dazu entschieden Schauspieler zu werden, nachdem ich etwa zehn Filme gedreht hatte. Davor hatte ich es in Erwägung gezogen Maler, Musiker oder etwas anderes zu werden. Als ich The Last American Hero gedreht hatte, wollte ich nie wieder einen Film drehen. Als mich eine Woche nach Ende der Dreharbeiten mein Agent anrief und mir eine Rolle in einen Film von John Frankenheimer (The Iceman Cometh) anbot die ich ablehnte, war dieser entsetzt. Schließlich versuchte ich es doch und es war eine tolle Erfahrung. Es war so etwas wie ein Drehpunkt in meinem Leben und ich beschloss daraufhin mich für den Rest meines Lebens dem Film zu widmen.
Die letzten zwei Filme haben Sie mit recht jungen Regisseuren gedreht, „The door in the floor“ und „The Moguls“. Warum arbeiten Sie gerne mit jungen Leuten zusammen, die recht wenig Erfahrung mitbringen?
Ich hatte bisher großes Glück mit den Jungs. Sie sind bescheidener, geben einem viel Spielraum. Junge Regisseure müssen nicht unbedingt schlechtere Filme machen. Das beste Beispiel dafür ist Orson Welles. Er hat sein Erstlingswerk Citizen Kane niemals übertroffen. Auch Jungregisseure haben Vorbilder nach denen sie sich richten. Doch wenn sie in ihre eigene Arbeit vertrauen, dann können wundervolle Filme entstehen.
Wie gehen Sie jeweils an eine tragische oder komische Rolle heran?
Ich behandle beide gleich. Es ist, wie wenn man ein Gewitter in einer Flasche einfangen wollte. Tragödie und Komödie haben viel gemeinsam und in jedem kann auch das andere enthalten sein. Ich versuche immer offen zu bleiben gegenüber jeder Rolle. Eine tragische Szene zu spielen heißt nicht automatisch, dass man leidet oder keinen Spaß dabei hat. Manchmal fallen mir tragische Szenen leichter als komische. Es gibt so viele kleine Sachen, die man am Rande eines Sets beobachten kann und die eine Szene inspirieren können. Ich bin offen für all die Kleinigkeiten, die das Universum für uns offen hält.
Jone Karres Azurmendi sprach mit Jeff Bridges im September 2004 auf dem Internationalen Filmfestival San Sebastian.
Mir hat die Rolle sicherlich gefallen. Das Erste was mich angesprochen hat war die Tatsache, dass der Film auf einem Roman von John Irving basiert. Er zeichnet so wunderbar komplexe Charaktere und darüber hinaus kombiniert er Tragödie mit Komödie auf sehr realistische Weise. Es ist toll eine Figur aus einem Roman zu spielen, denn man hat dieses reichhaltige Material auf das man zurückgreifen kann. Es hilft dabei, Nuancen eines Charakters genauer zu entwickeln.
Welche Art von Rolle stellt für Sie eine Herausforderung dar?
Ich bin einer dieser Schauspieler, die nicht nach einer bestimmten Rolle suche wie beispielsweise Charles de Gaulle. Ich entscheide intuitiv und spontan. Wenn ich über meine bisherigen Rollen nachdenke, finde ich sie nicht wirklich herausfordernd. Es gibt einen Teil in mir, der sich gegen Herausforderungen sträubt. Wenn jemand sagt „komm schon, du schaffst es“ dann denke ich „ja sicher, aber warum sollte ich es trotzdem tun?“ Es muss mir einfach Spaß machen.
Spricht da der „Dude“ Lebowski?
Ich schätze in jedem meiner Figuren steckt ein Stück von mir. Die Gemütlichkeit des „Dude“ liegt in meiner Natur, ebenso die künstlerische Kreativität des Ted Cole. Wie er habe auch ich Kinder und für die Rolle war es besonders hilfreich, aus eigener Erfahrung schöpfen zu können.
Bezüglich der Verlusterfahrung etwa?
Nicht ganz, doch meine älteste Tochter war sehr krank und wir dachte wir würden sie verlieren. Diese Ängste sitzen irgendwo im Hinterkopf. Es muss schrecklich sein, jemanden zu verlieren, den man mehr liebt als sich selbst. Meine Eltern haben vor langer Zeit einmal ihr Kind verloren und ich habe mich mit meiner Mutter darüber unterhalten.
Die schauspielerische Leistung der kleinen Ruth war bemerkenswert. Die Kleine scheint wirklich Talent zu besitzen. Wie waren die Dreharbeiten mit ihr?
Elle Fanning ist wirklich ein kleines Phänomen. Sie kommt ebenfalls aus einer Schauspielerfamilie und da besteht immer die Gefahr, dass sie übermäßig trainier werden und am Ende ihre kindliche Natürlichkeit verlieren. Doch für die erst vierjährige Elle war das wie ein lustiges Spiel. Ihre Großmutter hatte ihr die komplizierte Handlung nähergebracht und sie hat uns beim Dreh alle in die Tasche gesteckt. Zu Kim (Basinger) hatte sie eine besonders innige Beziehung.
Der Film thematisiert unterschiedliche Arten mit Trauer und Verlust umzugehen. Im Gegensatz zu Ihrer Frau Marion (gespielt von Kim Basinger) verstaut Ted seine verletzten Gefühle in einer Schublade und geht zur Tagesordnung über. Wie ist Ihre persönliche Erfahrung mit Verlust?
Ich habe zwar keine Kinder verloren, doch mein Vater ist bereits tot. Ich denke es ist einerseits eine gute Sache abzuschließen und weiterzuleben. Das merke ich wenn ich arbeite, denn ich kann mich besonders gut auf etwas konzentrieren und alles Andere ausblenden. Beim Arbeiten bin ich in einem entspannteren Zustand als in der Freizeit. Auf der anderen Seite muss man zwischendurch auf den Boden der Tatsachen zurückkehren, wobei mir meine Frau enorm hilft. Ihr habe ich Vieles zu verdanken. Wäre sie nicht da, könnte ich niemals so produktiv sein.
Sie sind gewissermaßen vorbelastet, stammen aus einer Künstlerfamilie. Hatten Sie jemals eine Chance zu entscheiden, welchen Beruf Sie wählen würden oder war ihr Weg von Anfang an festgelegt?
Ich habe mich aktiv dazu entschieden Schauspieler zu werden, nachdem ich etwa zehn Filme gedreht hatte. Davor hatte ich es in Erwägung gezogen Maler, Musiker oder etwas anderes zu werden. Als ich The Last American Hero gedreht hatte, wollte ich nie wieder einen Film drehen. Als mich eine Woche nach Ende der Dreharbeiten mein Agent anrief und mir eine Rolle in einen Film von John Frankenheimer (The Iceman Cometh) anbot die ich ablehnte, war dieser entsetzt. Schließlich versuchte ich es doch und es war eine tolle Erfahrung. Es war so etwas wie ein Drehpunkt in meinem Leben und ich beschloss daraufhin mich für den Rest meines Lebens dem Film zu widmen.
Die letzten zwei Filme haben Sie mit recht jungen Regisseuren gedreht, „The door in the floor“ und „The Moguls“. Warum arbeiten Sie gerne mit jungen Leuten zusammen, die recht wenig Erfahrung mitbringen?
Ich hatte bisher großes Glück mit den Jungs. Sie sind bescheidener, geben einem viel Spielraum. Junge Regisseure müssen nicht unbedingt schlechtere Filme machen. Das beste Beispiel dafür ist Orson Welles. Er hat sein Erstlingswerk Citizen Kane niemals übertroffen. Auch Jungregisseure haben Vorbilder nach denen sie sich richten. Doch wenn sie in ihre eigene Arbeit vertrauen, dann können wundervolle Filme entstehen.
Wie gehen Sie jeweils an eine tragische oder komische Rolle heran?
Ich behandle beide gleich. Es ist, wie wenn man ein Gewitter in einer Flasche einfangen wollte. Tragödie und Komödie haben viel gemeinsam und in jedem kann auch das andere enthalten sein. Ich versuche immer offen zu bleiben gegenüber jeder Rolle. Eine tragische Szene zu spielen heißt nicht automatisch, dass man leidet oder keinen Spaß dabei hat. Manchmal fallen mir tragische Szenen leichter als komische. Es gibt so viele kleine Sachen, die man am Rande eines Sets beobachten kann und die eine Szene inspirieren können. Ich bin offen für all die Kleinigkeiten, die das Universum für uns offen hält.
Jone Karres Azurmendi sprach mit Jeff Bridges im September 2004 auf dem Internationalen Filmfestival San Sebastian.




