Selten wurde ein Erstlingswerk so hoch gelobt wie Die Rückkehr von Andrej Swjaginzew. Der mit Preisen gradezu überhäufte Film des jungen russischen Regisseurs startet am 1. April in Deutschland. Alexei Karakhan sprach mit dem jungen russischen Regisseur.
Wie erklären Sie sich den durchschlagenden Erfolg von The Return – Die Rückkehr bei Festivals?
Andrej Swjaginzew: Es fällt mir schwer zu sagen, warum der Film bei den Auswahlkommitees der verschiedenen Filmfestivals so beliebt war. Aber welchen Grund es auch hatte, an kann die Bedeutung dieses Phänomens nicht überschätzen, man kann es nur unterschätzen. Solche Dinge geschehen vielleicht nur einmal im Leben. Im Moment lebe ich in einem Gefühl von Glück, das völlig unerwartet kam. Während wir den Film machten, habe ich immer gehofft, dass er von irgendeinem großen Festival ausgewählt würde, und manchmal sagte ich zu meinen Schauspielern und dem Team: Laßt uns richtig hart arbeiten, denn eines Tages werden wir die Stufen nach Cannes erklimmen.
Bedeutet das, dass der Festivalerfolg im voraus kalkuliert war?
AS: Nein, das war er nicht. Obwohl uns oft nachgesagt wird, dass wir uns stark an einer Ästhetik bedient haben, die im Westen beliebt ist, ist es doch nur ein Abbild meines Geschmacks und weniger ein Versuch, Auswahlkommittees der Festivals zu gefallen. Und ich hoffe, dass diejenigen, die Filme auswählen, ihn auch verstanden haben und in meinem Film nicht nur das persönliche Drama einer Vater-Sohn-Beziehung gesehen haben, sondern auch seine tiefere Bedeutung.
Welche Bedeutungen sehen Sie in Ihrem Film?
AS: Ich hatte geschworen, dass ich nicht über das sprechen würde, was ich selbst in meinem Film sehe. Ich will dem Zuschauer den Film überlassen. Ich möchte, dass die Zuschauer für sich selbst entscheiden, was sie nicht an dem Film mögen, was sie in ihm nicht verstehen, warum sie ihn mögen – ohne dass die Kommentare des Regisseurs ihnen dabei in die Quere kommen.
Nach der Vorführung haben viele Kritiker die Atmosphäre in ihrem Film mit der in Tarkovkis Werk verglichen. Was denken Sie hierüber?
AS: Für einen russischen Regisseur ist es unmöglich, Tarkovskis übergreifenden Einfluss nicht zu spüren. Vielleicht, weil er der größte Individualist in unserem Kino ist. Somit bin ich geschmeichelt, wenn die Kritiker solche Ähnlichkeiten erkennen. Vielleicht in der Art, wie die Zeit in meinem Film fließt. Wie auch immer – ich habe weder versucht, Tarkovski zu imitieren, noch ihn zu zitieren.
Es gibt viele biblische Motive in The Return – Die Rückkehr, obwohl es im Großen und Ganzen nicht richtig wäre zu sagen, dass der Film von Religiosität handelt. Warum?
AS: Man sollte nicht laut über sakrale oder wichtige Bedeutungen sprechen: Sobald wir über diese Dinge zu schwatzen beginnen, verdunstet sofort all das, was magisch und sakral ist. Man sollte nicht über das sprechen, was von wirklicher Bedeutung ist, sondern es nur andeuten. Dies habe ich in meinem Film versucht zu tun.
Glauben Sie, dass die Rückkehr des verlorenen Vaters irgendeine Bedeutung hatte, und hat sie Ihren Figuren geholfen?
AS: Kein Treffen ist in seinem Wesen bedeutungslos. Wenn ein Treffen nicht notwendig wäre, dann fände es ganz einfach nicht statt. Die Geschichte ist nicht rein persönlicher Natur, die es den Dingen gestattet, rein zufällig zu geschehen. Alles hat hier eine Bedeutung, alles ist vorherbestimmt. Hat dieses Treffen irgend jemandem etwas Gutes gebracht? Wenn wir dieses Treffen aber als etwas Sakrales betrachten, dann braucht es jeder gleichermaßen. Wir können hier eine Parallele zu einer östlichen Tradition ziehen: Ein Treffen ist für den Lehrer ebenso wichtig wie für seinen Schüler. Aber, um ehrlich mit Ihnen zu sein, ich möchte mich nicht weiter darüber auslassen. Sie stellen Fragen, bei denen man entweder der Antwort aus dem Weg gehen, oder aber tiefer in den Film eintauchen muss. Und ich habe bereits erklärt, dass ich das nicht gerne tun würde.
Dann stelle ich Ihnen die oberflächlichste Frage, die mir in den Sinn kommt. Was befindet sich in der Kiste, die das Ziel der Reise von Vater und Söhnen darstellt?
AS: Das ist ein Geheimnis. Und eigentlich ist es auch nicht wirklich wichtig. Sie enthält ein Geheimnis, das zusammen mit dem geheimnisvollen Vater verschwindet.
Das Gespräch führte Alexei Karakhan von der Zeitschrift Kommersant. Mit freundlicher Genehmigung des Movienet Filmverleihs.
Wie erklären Sie sich den durchschlagenden Erfolg von The Return – Die Rückkehr bei Festivals?
Andrej Swjaginzew: Es fällt mir schwer zu sagen, warum der Film bei den Auswahlkommitees der verschiedenen Filmfestivals so beliebt war. Aber welchen Grund es auch hatte, an kann die Bedeutung dieses Phänomens nicht überschätzen, man kann es nur unterschätzen. Solche Dinge geschehen vielleicht nur einmal im Leben. Im Moment lebe ich in einem Gefühl von Glück, das völlig unerwartet kam. Während wir den Film machten, habe ich immer gehofft, dass er von irgendeinem großen Festival ausgewählt würde, und manchmal sagte ich zu meinen Schauspielern und dem Team: Laßt uns richtig hart arbeiten, denn eines Tages werden wir die Stufen nach Cannes erklimmen.
Bedeutet das, dass der Festivalerfolg im voraus kalkuliert war?
AS: Nein, das war er nicht. Obwohl uns oft nachgesagt wird, dass wir uns stark an einer Ästhetik bedient haben, die im Westen beliebt ist, ist es doch nur ein Abbild meines Geschmacks und weniger ein Versuch, Auswahlkommittees der Festivals zu gefallen. Und ich hoffe, dass diejenigen, die Filme auswählen, ihn auch verstanden haben und in meinem Film nicht nur das persönliche Drama einer Vater-Sohn-Beziehung gesehen haben, sondern auch seine tiefere Bedeutung.
Welche Bedeutungen sehen Sie in Ihrem Film?
AS: Ich hatte geschworen, dass ich nicht über das sprechen würde, was ich selbst in meinem Film sehe. Ich will dem Zuschauer den Film überlassen. Ich möchte, dass die Zuschauer für sich selbst entscheiden, was sie nicht an dem Film mögen, was sie in ihm nicht verstehen, warum sie ihn mögen – ohne dass die Kommentare des Regisseurs ihnen dabei in die Quere kommen.
Nach der Vorführung haben viele Kritiker die Atmosphäre in ihrem Film mit der in Tarkovkis Werk verglichen. Was denken Sie hierüber?
AS: Für einen russischen Regisseur ist es unmöglich, Tarkovskis übergreifenden Einfluss nicht zu spüren. Vielleicht, weil er der größte Individualist in unserem Kino ist. Somit bin ich geschmeichelt, wenn die Kritiker solche Ähnlichkeiten erkennen. Vielleicht in der Art, wie die Zeit in meinem Film fließt. Wie auch immer – ich habe weder versucht, Tarkovski zu imitieren, noch ihn zu zitieren.
Es gibt viele biblische Motive in The Return – Die Rückkehr, obwohl es im Großen und Ganzen nicht richtig wäre zu sagen, dass der Film von Religiosität handelt. Warum?
AS: Man sollte nicht laut über sakrale oder wichtige Bedeutungen sprechen: Sobald wir über diese Dinge zu schwatzen beginnen, verdunstet sofort all das, was magisch und sakral ist. Man sollte nicht über das sprechen, was von wirklicher Bedeutung ist, sondern es nur andeuten. Dies habe ich in meinem Film versucht zu tun.
Glauben Sie, dass die Rückkehr des verlorenen Vaters irgendeine Bedeutung hatte, und hat sie Ihren Figuren geholfen?
AS: Kein Treffen ist in seinem Wesen bedeutungslos. Wenn ein Treffen nicht notwendig wäre, dann fände es ganz einfach nicht statt. Die Geschichte ist nicht rein persönlicher Natur, die es den Dingen gestattet, rein zufällig zu geschehen. Alles hat hier eine Bedeutung, alles ist vorherbestimmt. Hat dieses Treffen irgend jemandem etwas Gutes gebracht? Wenn wir dieses Treffen aber als etwas Sakrales betrachten, dann braucht es jeder gleichermaßen. Wir können hier eine Parallele zu einer östlichen Tradition ziehen: Ein Treffen ist für den Lehrer ebenso wichtig wie für seinen Schüler. Aber, um ehrlich mit Ihnen zu sein, ich möchte mich nicht weiter darüber auslassen. Sie stellen Fragen, bei denen man entweder der Antwort aus dem Weg gehen, oder aber tiefer in den Film eintauchen muss. Und ich habe bereits erklärt, dass ich das nicht gerne tun würde.
Dann stelle ich Ihnen die oberflächlichste Frage, die mir in den Sinn kommt. Was befindet sich in der Kiste, die das Ziel der Reise von Vater und Söhnen darstellt?
AS: Das ist ein Geheimnis. Und eigentlich ist es auch nicht wirklich wichtig. Sie enthält ein Geheimnis, das zusammen mit dem geheimnisvollen Vater verschwindet.
Das Gespräch führte Alexei Karakhan von der Zeitschrift Kommersant. Mit freundlicher Genehmigung des Movienet Filmverleihs.
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