Der Sturm im Wasserglas - ein Kommentar zum Skandal um Sibel Kekilli und Gegen die Wand
Kinostart:
11.01.2004
Kaum war der Jubel um den ersten deutschen Gewinner des Goldenen Bären seit 18 Jahren (Reinhard Hauffs „Stammheim“ war der letzte deutsche Preisträger in Berlin) verstummt, da mischte sich sehr schnell etwas typisch Deutsches in die Berichterstattung – Häme und Entrüstung.
Am Montag Morgen berichtete die Bild-Zeitung mit Riesenlettern („Deutsche Film-Diva in Wahrheit ein Porno-Star“) über die Vergangenheit der Hauptdarstellerin Sibel Kekilli als Porno-Aktrice und zeigte auch noch gleich die entsprechenden Fotos. Für große Teile der Presse ein gefundenes Fressen, nachdem die Berlinale aufgrund zahlreicher Absage von Hollywoodgrößen bislang für die Yellow Press wenig Aufregendes geboten hatte. Und schnell stiegen die einschlägigen Blätter mit den zentimetergroßen Schlagzeilen auf den Skandal mit ein und präsentierten ihrerseits Enthüllungen und Quellen aus dem Milieu, die mit Statements nicht geizten.
Was jedoch bedenklich stimmt bei dem ganzen Sturm der Entrüstung, ist die Bereitwilligkeit, mit der selbst scheinbar seriöse Postillen sich auf die „nackte Wahrheit“ über die Berlinale-Diva einließen. So beeilte sich etwa Focus, schnell entsprechende Bilder der Hauptdarstellerin als Galerie in der Online-Ausgabe der geneigten Leserschaft zur Verfügung zu stellen. Eine Scheinheiligkeit, die auch dem Regisseur Fatih Akin auf die Nerven geht, der in einem Interview, das morgen im Tagesspiegel erscheint, ankündigt: „Der Krieg geht weiter.“
Wie auch immer die journalistische Schlammschlacht weitergeht, schaden wird sie dem Film wohl kaum. Auch die Karrieren anderer Promis wie Lisa Fitz, Ingrid Steeger, Heiner Lauterbach und Konstantin Wecker haben unter derlei pikante Enthüllungen kaum oder gar nicht gelitten. Und das ist auch gut so. Denn dazu sind die Fragen, die „Gegen die Wand“ aufwirft, zu wichtig und zu existenziell und Sibel Kekilli als Schauspielerin zu präsent. Und das allein zählt.
Am Montag Morgen berichtete die Bild-Zeitung mit Riesenlettern („Deutsche Film-Diva in Wahrheit ein Porno-Star“) über die Vergangenheit der Hauptdarstellerin Sibel Kekilli als Porno-Aktrice und zeigte auch noch gleich die entsprechenden Fotos. Für große Teile der Presse ein gefundenes Fressen, nachdem die Berlinale aufgrund zahlreicher Absage von Hollywoodgrößen bislang für die Yellow Press wenig Aufregendes geboten hatte. Und schnell stiegen die einschlägigen Blätter mit den zentimetergroßen Schlagzeilen auf den Skandal mit ein und präsentierten ihrerseits Enthüllungen und Quellen aus dem Milieu, die mit Statements nicht geizten.
Was jedoch bedenklich stimmt bei dem ganzen Sturm der Entrüstung, ist die Bereitwilligkeit, mit der selbst scheinbar seriöse Postillen sich auf die „nackte Wahrheit“ über die Berlinale-Diva einließen. So beeilte sich etwa Focus, schnell entsprechende Bilder der Hauptdarstellerin als Galerie in der Online-Ausgabe der geneigten Leserschaft zur Verfügung zu stellen. Eine Scheinheiligkeit, die auch dem Regisseur Fatih Akin auf die Nerven geht, der in einem Interview, das morgen im Tagesspiegel erscheint, ankündigt: „Der Krieg geht weiter.“
Wie auch immer die journalistische Schlammschlacht weitergeht, schaden wird sie dem Film wohl kaum. Auch die Karrieren anderer Promis wie Lisa Fitz, Ingrid Steeger, Heiner Lauterbach und Konstantin Wecker haben unter derlei pikante Enthüllungen kaum oder gar nicht gelitten. Und das ist auch gut so. Denn dazu sind die Fragen, die „Gegen die Wand“ aufwirft, zu wichtig und zu existenziell und Sibel Kekilli als Schauspielerin zu präsent. Und das allein zählt.
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