„Erschreckend“, „schockierend“ und „unglaublich berührend“, so lauteten die meisten Charakterisierungen der Berlinale-Besucher, die den Film Monster gesehen hatten. Und tatsächlich galt Monster währen des Festivals lange Zeit als Hauptanwärter auf den Goldenen Bären. Es wurde dann schließlich nur ein Silberner. Doch die Preise, die der Film einheimste, vor allem für die unglaubliche schauspielerische Leistung von Charlize Theron, werden den Ansprüchen und Intentionen des Films nur teilweise gerecht. Denn was vor allem beeindruckt, ist die Akribie in der Recherche, mit der sich die Regisseurin und Autorin Patty Jenkins dem Phänomen einer Serienkillerin und der Persönlichkeit von Aileen Wuornos nähert.
In ihren zwölf Jahren in der Todeszelle schrieb Wuornos täglich Briefe an ihre beste Freundin aus Kindertagen (hierbei handelt es sich auch um die Frau, mit der Wuornos wieder Kontakt aufnahm, nachdem sie festgenommen wurde – sie war auch die Person, mit der sie ihre letzten Stunden vor der Hinrichtung verbrachte.) Während dieser Zeit freundete sich Patty Jenkins mit beiden Frauen an, erwarb deren Vertrauen und überzeugte sie von der Aufrichtigkeit ihrer Absichten. Dies führte dazu, dass Wuornos der Filmemacherin am Vorabend ihrer Hinrichtung Zugang zu den Briefen zusagte, so dass Jenkins und Theron bei ihrer Recherche auf mehr als eine Dekade Schriftverkehr zurückgreifen konnten.
„In dem letzten Jahr ihres Lebens, kurz vor der Vollstreckung ihrer Strafe, war aus Aileen eine unglaublich eloquente Autorin geworden, die lange Briefe mit Erinnerungen an das füllte, was ihr widerfahren war“, erklärt Jenkins. „Einige von ihnen waren Kindheitserinnerungen und einfach herzzerreißend. Diese hatten einen großen Einfluss auf die Voice-Overs im Film - aufgrund der Art und Weise wie sie über diese grauenvollen Dinge mit einer gewissen Distanz reden konnte, so als würde sie eine Geschichte über etwas ganz anderes erzählen.“
Durch die Lektüre der Briefe gelang es Theron, eine Reihe von Wuornos Sprachmustern, Ausdrücken und charakteristischen Wortfehlgebräuchen zu identifizieren, die auch ihren Weg in das Drehbuch und die Voice-Overs fanden: „Sie sagte ständig ‚All that Jazz’,“ erinnert sich Theron. „Außerdem vertauschte sie die Worte in einigen häufig gebrauchten Redensarten, also habe ich das auch getan.“
Weitaus entscheidender war, dass einige Szenen im Drehbuch durch die Inhalte der Briefe verstärkt, oder in einigen Fällen vollständig umgeschrieben wurden, um Details aus den Briefen einzubinden: „Einige Szenen waren in den Briefen interessanter und stärker beschrieben als das, was im Drehbuch stand“, sagt Jenkins. Sowohl Jenkins als auch Theron nennen die Szene an der Bushaltestation als Beispiel, die direkt aus Wuornos Briefen entnommen wurde. “Wir wussten, dass Aileen Selby nach Hause geschickt hatte”, erklärt Theron. „Aber die Briefe erklärten uns, wie es passierte und was genau gesagt wurde. Patty und mir wurde klar, welch große Verantwortung wir Aileen gegenüber hatten.“
Andere Szenen, wie Wuornos’ Festnahme in der Biker-Kneipe ‚The Last Resort’ und die Momente in ihrer Arrestzelle, wurden an den Schauplätzen gedreht, an denen sich die Geschehnisse tatsächlich ereignet hatten. Jenkins, eine Absolventin des Director’s Program am American Film Institut, deren Background im Bereich der feinen Künste liegt, war sehr um die Authentizität des Films besorgt. „Mein Produktionsdesigner Ed McEvoy und ich haben viel Wert darauf gelegt, dass alles bis ins kleinste Detail stimmt: das Leben, die Bars, die Motels“, sagt Jenkins. „Ich hatte große Angst, dass Monster ein Film werden könnte, in dem an jeder Ecke ein Gemüseladen steht – während im Daytona Beach von 1989 alles voll war mit 7-11 Läden, Tankstellen und Freeways. Es hatte mit einer Idylle nichts das Geringste zu tun.“
Übrigens enstanden bereits zwei Dokumentarfilme über Aileen Wuornos, für die jeweils der Regisseur Nick Broomfield verantwortlich zeichnete: So entstand bereits 1992 die Dokumentation "Aileen Wuornos: The Selling of a Serial Killer", die sich unter anderem mit dem Verdacht eines Komplotts zwischen der Justiz und Wuornos ehemaliger Geliebter beschäftigt, um die Filmrechte bereits vor dem Schuldspruch nach Hollywood zu verkaufen. Und der zweite Film "Aileen: Life and Death of a Serial Killer" (2003) versucht unter aktiver Mithilfe der Täterin ein möglichst wahrheitsgetreues Bild ihres Lebens zu zeichnen.
In ihren zwölf Jahren in der Todeszelle schrieb Wuornos täglich Briefe an ihre beste Freundin aus Kindertagen (hierbei handelt es sich auch um die Frau, mit der Wuornos wieder Kontakt aufnahm, nachdem sie festgenommen wurde – sie war auch die Person, mit der sie ihre letzten Stunden vor der Hinrichtung verbrachte.) Während dieser Zeit freundete sich Patty Jenkins mit beiden Frauen an, erwarb deren Vertrauen und überzeugte sie von der Aufrichtigkeit ihrer Absichten. Dies führte dazu, dass Wuornos der Filmemacherin am Vorabend ihrer Hinrichtung Zugang zu den Briefen zusagte, so dass Jenkins und Theron bei ihrer Recherche auf mehr als eine Dekade Schriftverkehr zurückgreifen konnten.
„In dem letzten Jahr ihres Lebens, kurz vor der Vollstreckung ihrer Strafe, war aus Aileen eine unglaublich eloquente Autorin geworden, die lange Briefe mit Erinnerungen an das füllte, was ihr widerfahren war“, erklärt Jenkins. „Einige von ihnen waren Kindheitserinnerungen und einfach herzzerreißend. Diese hatten einen großen Einfluss auf die Voice-Overs im Film - aufgrund der Art und Weise wie sie über diese grauenvollen Dinge mit einer gewissen Distanz reden konnte, so als würde sie eine Geschichte über etwas ganz anderes erzählen.“
Durch die Lektüre der Briefe gelang es Theron, eine Reihe von Wuornos Sprachmustern, Ausdrücken und charakteristischen Wortfehlgebräuchen zu identifizieren, die auch ihren Weg in das Drehbuch und die Voice-Overs fanden: „Sie sagte ständig ‚All that Jazz’,“ erinnert sich Theron. „Außerdem vertauschte sie die Worte in einigen häufig gebrauchten Redensarten, also habe ich das auch getan.“
Weitaus entscheidender war, dass einige Szenen im Drehbuch durch die Inhalte der Briefe verstärkt, oder in einigen Fällen vollständig umgeschrieben wurden, um Details aus den Briefen einzubinden: „Einige Szenen waren in den Briefen interessanter und stärker beschrieben als das, was im Drehbuch stand“, sagt Jenkins. Sowohl Jenkins als auch Theron nennen die Szene an der Bushaltestation als Beispiel, die direkt aus Wuornos Briefen entnommen wurde. “Wir wussten, dass Aileen Selby nach Hause geschickt hatte”, erklärt Theron. „Aber die Briefe erklärten uns, wie es passierte und was genau gesagt wurde. Patty und mir wurde klar, welch große Verantwortung wir Aileen gegenüber hatten.“
Andere Szenen, wie Wuornos’ Festnahme in der Biker-Kneipe ‚The Last Resort’ und die Momente in ihrer Arrestzelle, wurden an den Schauplätzen gedreht, an denen sich die Geschehnisse tatsächlich ereignet hatten. Jenkins, eine Absolventin des Director’s Program am American Film Institut, deren Background im Bereich der feinen Künste liegt, war sehr um die Authentizität des Films besorgt. „Mein Produktionsdesigner Ed McEvoy und ich haben viel Wert darauf gelegt, dass alles bis ins kleinste Detail stimmt: das Leben, die Bars, die Motels“, sagt Jenkins. „Ich hatte große Angst, dass Monster ein Film werden könnte, in dem an jeder Ecke ein Gemüseladen steht – während im Daytona Beach von 1989 alles voll war mit 7-11 Läden, Tankstellen und Freeways. Es hatte mit einer Idylle nichts das Geringste zu tun.“
Übrigens enstanden bereits zwei Dokumentarfilme über Aileen Wuornos, für die jeweils der Regisseur Nick Broomfield verantwortlich zeichnete: So entstand bereits 1992 die Dokumentation "Aileen Wuornos: The Selling of a Serial Killer", die sich unter anderem mit dem Verdacht eines Komplotts zwischen der Justiz und Wuornos ehemaliger Geliebter beschäftigt, um die Filmrechte bereits vor dem Schuldspruch nach Hollywood zu verkaufen. Und der zweite Film "Aileen: Life and Death of a Serial Killer" (2003) versucht unter aktiver Mithilfe der Täterin ein möglichst wahrheitsgetreues Bild ihres Lebens zu zeichnen.




