"Ich würde gern auf die Erde zurückkehren", antwortete Danny Boyle auf die Frage nach seinem nächsten Filmprojekt während der Berliner Pressekonferenz zu seinem neuen Film Sunshine. Was liegt da näher als eine Fortsetzung von Trainspotting? Der zweite Teil davon ist tatsächlich geplant, sogar mit der gleichen Besetzung. "T2", so der Arbeitstitel, soll von den einstigen Junkies in ihren heutigen Mittvierzigern handeln. Das Problem sei nur, scherzte Boyle, dass die Schauspieler noch zu frisch und so gesund aussähen wie nach einer Wellness-Kur in Baden-Baden. Doch das ist ohnehin noch Zukunftsmusik.
Danny Boyle, außerdem bekannt durch The Beach und 28 Days Later, kam schließlich mit Schauspieler Cillian Murphy nach Berlin, um über Sunshine zu reden. Geschniegelt und gebügelt wie ein Businessman saß der britische Regisseur vor den neugierigen Journalisten und erzählte mit strahlenden Augen über seine Faszination für die Sonne, über die noch kein Film gedreht wurde, aber die wichtiger als alles andere sei. Würde die Sonne aussetzen, dann wären wir alle innerhalb von acht Minuten tot. Aber es ist nicht nur der wissenschaftliche Aspekt, der ihn an dem Drehbuch von Alex Garland gereizt hat. Es war auch seine Vorliebe für Space-Filme wie Alien, Contact und 2001, die ihn zu Sunshine inspiriert haben und die ihm während der Vorbereitung und den Dreharbeiten nicht aus dem Kopf gehen wollten. „Raumschiff, Besatzung und Signal“ seien nun mal die drei wichtigsten Bestandteile in Space-Filmen – da bleibt nicht viel Spielraum für zusätzliche Kreationen. Eine Hommage an seine Vorbilder also, und dennoch hat Boyle sein eigenes Werk gedreht, einen Film über Licht und Dunkel, über die Monstrosität der Sonne, mit der er das Publikum überwältigen will. 40 Millionen Dollar hat der Spaß gekostet, aussehen sollte es wie ein 150-Million-Dollar-Film. Und das tut es auch.
Cillian Murphy, der auch in Wirklichkeit so zart und feminin wirkt wie in einigen seiner Rollen, sprach über seine Figur als Capa, dem Physiker, der als Einziger von der Besatzung des Raumschiffes Ikarus wirklich weiß, wie die hoch komplizierte Nuklearbombe an Bord bedient wird. Als Vorbereitung auf die Rolle hat er sich extrem viele wissenschaftliche Kenntnisse angeeignet und auch er hat großen Respekt vor der Sonne und natürlich vor dem Regisseur, in dem er auch ein bißchen seinen Lehrer sieht. Boyle steckte die Besatzung des Films zwei Wochen lang in ein Studentenwohnheim, damit sie die Erfahrung des Zusammenlebens auf engen Raum machen konnten. Das fand Murphy sehr hilfreich, einerseits für das gegenseitige Vertrauen, aber auch für die Kommunikation. Mit Boyles Horrorfilm 28 Days Later (2002) wurde Murphy in seiner Rolle des Überlebenden international bekannt. Es folgten nicht nur viele, sondern auch sehr unterschiedliche Rollen, sei es als Kämpfer im irischen Bürgerkrieg in Ken Loachs The Wind that Shakes the Barley (2006), als schwuler Transvestit in Neil Jordans Breakfast on Pluto (2005) oder als Dr. Jonathan Crane in Christopher Nolans Batman Begins (2005). Es war schon etwas anderes mit soviel Erfahrung nach sechs Jahren wieder einen Film mit Danny Boyle zu drehen.
Der Film ist von vielen Kritikern nicht gut aufgenommen worden, zu abstrus, zu wenig Humor, zu kompliziert. Das wollte keiner auf der Pressekonferenz sagen. Dafür, dass Danny Boyle einen mittelmäßigen Film gemacht hat, ist er einfach viel zu nett und zu sympathisch. Den Humor, mit dem er auftritt, den hätte man sich im Film allerdings gewünscht. Jean Renoir hat einmal gesagt, im Film solle man immer eine Tür zum wirklichen Leben offen lassen. Ein Satz, der Boyle fasziniert, aber der bei Sunshine leider nicht anwendbar war. Aber beim nächsten Film ganz bestimmt wieder - wenn er wieder auf der Erde gelandet ist.
(Katrin Knauth)
Danny Boyle, außerdem bekannt durch The Beach und 28 Days Later, kam schließlich mit Schauspieler Cillian Murphy nach Berlin, um über Sunshine zu reden. Geschniegelt und gebügelt wie ein Businessman saß der britische Regisseur vor den neugierigen Journalisten und erzählte mit strahlenden Augen über seine Faszination für die Sonne, über die noch kein Film gedreht wurde, aber die wichtiger als alles andere sei. Würde die Sonne aussetzen, dann wären wir alle innerhalb von acht Minuten tot. Aber es ist nicht nur der wissenschaftliche Aspekt, der ihn an dem Drehbuch von Alex Garland gereizt hat. Es war auch seine Vorliebe für Space-Filme wie Alien, Contact und 2001, die ihn zu Sunshine inspiriert haben und die ihm während der Vorbereitung und den Dreharbeiten nicht aus dem Kopf gehen wollten. „Raumschiff, Besatzung und Signal“ seien nun mal die drei wichtigsten Bestandteile in Space-Filmen – da bleibt nicht viel Spielraum für zusätzliche Kreationen. Eine Hommage an seine Vorbilder also, und dennoch hat Boyle sein eigenes Werk gedreht, einen Film über Licht und Dunkel, über die Monstrosität der Sonne, mit der er das Publikum überwältigen will. 40 Millionen Dollar hat der Spaß gekostet, aussehen sollte es wie ein 150-Million-Dollar-Film. Und das tut es auch.
Cillian Murphy, der auch in Wirklichkeit so zart und feminin wirkt wie in einigen seiner Rollen, sprach über seine Figur als Capa, dem Physiker, der als Einziger von der Besatzung des Raumschiffes Ikarus wirklich weiß, wie die hoch komplizierte Nuklearbombe an Bord bedient wird. Als Vorbereitung auf die Rolle hat er sich extrem viele wissenschaftliche Kenntnisse angeeignet und auch er hat großen Respekt vor der Sonne und natürlich vor dem Regisseur, in dem er auch ein bißchen seinen Lehrer sieht. Boyle steckte die Besatzung des Films zwei Wochen lang in ein Studentenwohnheim, damit sie die Erfahrung des Zusammenlebens auf engen Raum machen konnten. Das fand Murphy sehr hilfreich, einerseits für das gegenseitige Vertrauen, aber auch für die Kommunikation. Mit Boyles Horrorfilm 28 Days Later (2002) wurde Murphy in seiner Rolle des Überlebenden international bekannt. Es folgten nicht nur viele, sondern auch sehr unterschiedliche Rollen, sei es als Kämpfer im irischen Bürgerkrieg in Ken Loachs The Wind that Shakes the Barley (2006), als schwuler Transvestit in Neil Jordans Breakfast on Pluto (2005) oder als Dr. Jonathan Crane in Christopher Nolans Batman Begins (2005). Es war schon etwas anderes mit soviel Erfahrung nach sechs Jahren wieder einen Film mit Danny Boyle zu drehen.
Der Film ist von vielen Kritikern nicht gut aufgenommen worden, zu abstrus, zu wenig Humor, zu kompliziert. Das wollte keiner auf der Pressekonferenz sagen. Dafür, dass Danny Boyle einen mittelmäßigen Film gemacht hat, ist er einfach viel zu nett und zu sympathisch. Den Humor, mit dem er auftritt, den hätte man sich im Film allerdings gewünscht. Jean Renoir hat einmal gesagt, im Film solle man immer eine Tür zum wirklichen Leben offen lassen. Ein Satz, der Boyle fasziniert, aber der bei Sunshine leider nicht anwendbar war. Aber beim nächsten Film ganz bestimmt wieder - wenn er wieder auf der Erde gelandet ist.
(Katrin Knauth)
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